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Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

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Texte von Arn Strohmeyer

Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

 

Wie man eine couragierte Israel-kritische Journalistin mundtot machen will

Die Lobby-Gruppe „WerteInitiative“ holt zum großen Schlag gegen Bettina Marx aus, aber die Attacke geht ins Leere

Arn Strohmeyer

Bisher hat man von der Gruppe „WerteInitiative. Deutsch-jüdische Positionen“ nicht viel gehört, aber nun will sie offenbar mit einer gezielten Attacke auf die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland auf sich aufmerksam machen. Ziel ist die Journalistin Bettina Marx, eine sehr kompetente Vertreterin ihres Berufes, die sehr genau weiß, wovon sie spricht und schreibt, denn sie ist Historikerin, Islamwissenschaftlerin und promovierte Judaistin. Sie hat lange in Israel als Korrespondentin gearbeitet und ist jetzt Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah.

Aber das ist gerade der entscheidende Punkt: Solche Experten, denen man nichts vormachen kann, sind für die Anhänger und Verteidiger der israelischen Politik gefährlich und deshalb soll sie mundtot gemacht werden. So fordert denn die „WerteInitiative“ in einem Offenen Brief an die Leitung der Stiftung die Entlassung von Frau Marx. Aktueller Anlass war ein Gast-Kommentar von ihr für die Deutsche Welle, in dem die Journalistin kein Blatt vor den Mund genommen und sehr realistisch die erschreckenden Zustände der israelischen Besatzung geschildert hatte, unter denen die Palästinenser zu leiden haben: Unterdrückung, Rechtlosigkeit, Enteignung, Gewalt und Elend. Man darf aber annehmen, dass den Freunden Israels die Arbeit von Bettina Marx schon lange missfällt und man ebenso lange einen Vorwand gesucht hat, gegen sie vorzugehen.

Was die „WerteInitiative“-Autoren des Offenen Briefes an politischen und historischen Argumenten gegen die Journalistin vorbringen, um sie aus ihrer Stelle zu jagen, ist so falsch, so kümmerlich und fern jeder Realität, dass man sich fragen muss, woher diese Leute den Mut nehmen, mit solchen Argumenten an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber ihre Absicht ist auch gar nicht, mit Argumenten zu überzeugen (das gelingt ihnen sicher nur bei völlig ahnungslosen Zeitgenossen), sondern eine völlig neue Wirklichkeit über den Palästina-Konflikt aus dem Hut zu zaubern, die mit der Realität wenig oder nichts zu tun hat. Ein solches Vorgehen ist schon lange die Praxis der israelischen Staatspropaganda (Hasbara), der bei ihrer Arbeit jedes Mittel recht ist.

Ein Beispiel für solche Propaganda: Der israelische Publizist Uri Avnery hat gerade anlässlich der Demonstrationen der im Gazastreifen von der israelischen Blockade eingeschlossenen Palästinenser an der Grenze zu Israel beschrieben, wie die israelischen Medien diese Vorgänge dargestellt haben: Avnery bringt diese Art der Berichterstattung schlicht auf den Begriff: „Gehirnwäsche“. Und „Gehirnwäsche“ kann – so Avnery – nur funktionieren, „wenn die offizielle Stimme das Monopol besitzt“, das heißt, wenn es in den Medien keine alternative Darstellung gibt. Denn die Demonstranten hätten sich weitgehend friedlich verhalten, seien in den Medien aber so gut wie ausnahmslos als Gewalttäter und „Terroristen“ dargestellt worden.

Avnery fügt noch an, dass alle Palästinenser des Gazastreifens (besonders natürlich die Hamas, die 2006 demokratische Wahlen in den Palästinenser-Gebieten gewonnen hat) in den israelischen Medien nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern täglich als „Terroristen“ dämonisiert werden. Avnery schreibt: „Dass diese Ausdrücke Tag für Tag unzählige Male wiederholt werden, stellt eindeutig eine Gehirnwäsche dar: Es ist ein Vorgang, den die Bürger nicht bemerken. Sie gewöhnen sich daran zu glauben, alle Bewohner Gazas seien Terroristen (hebräisch: mechablim). Das ist ein Prozess der Entmenschlichung, im Nazijargon wurden Menschengruppen ‚Untermenschen‘ genannt. Es ist erlaubt, ja wünschenswert, Entmenschlichte zu töten.“

In diesem Stil argumentieren auch die „WerteIniative“-Autoren, wenn sie schreiben: „Mit keinem Wort wird von Frau Marx erwähnt, dass es der Terror der Hamas ist, der oftmals Frauen und Kinder in die vordersten Linien der Kampfhandlungen zwingt. Dass wer sich dem widersetzt, auch schon mal vom Hochhaus geworfen oder per Seil hinter dem Motorrad hergezerrt wird.“ Außerdem behaupte die Autoren, dass die Hamas (was sie auch öffentlich eingestehe) möglichst viele eigene Opfer zu Werbezwecken produziere. Diese Behauptungen sind genauso infam wie die in Israel verbreitete Version, die Hamas habe den Demonstranten Geld bezahlt, damit sie an der Grenze protestierten. Wer lässt sich schon freiwillig gern für ein paar Dollar erschießen?

Der israelische Schriftsteller David Grossmann hat sich schon vor Jahren über die israelische Mediensprache sehr abfällig geäußert: „Ein Staat in Aufruhr erfindet ein neues Vokabular für sich. Israel ist nicht der erste Staat, der das tut, (...) aber es ist empörend, Zeuge der allmählichen Entstellung zu werden. Nach und nach wird eine neue Gattung rekrutierter, betrügerischer Worte entwickelt: Worte, die ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben, Worte, die die Realität nicht beschreiben, sondern zu kaschieren suchen.“ Eine solche Art der Medienberichterstattung über den Palästina-Konflikt wünscht sich wohl ganz offensichtlich die „WerteInitiative“, und in einer solchen gleichgeschalteten Medienlandschaft hat natürlich eine kritische Journalistin wie Bettina Marx nichts zu suchen. Da braucht man nur noch „gehirngewaschene“ Jasager. Hier ein paar Beispiele für die Geschichtsklitterung dieser Initiative.

Da wird kritisiert, dass Bettina Marx in ihrem Kommentar geschrieben habe, dass Israel sich 1967 das Westjordanland und den Gazastreifen „angeeignet“ habe. Dabei werde verschwiegen, dass Jordanien respektive Ägypten sich diese Gebiete zuvor „angeeignet“ hätten. Die „WerteInitiative“-Autoren verschweigen, dass Israel dabei sogar Hilfestellung geleistet hat. Denn vor dem Arabisch-Israelischen Krieg 1948/49 hatte Israel mit dem jordanischen König Abdallah ein Geheimabkommen mit dem Inhalt abgeschlossen, dass die jordanischen Truppen (vor allem die stärkste arabische Armee – die jordanische Legion) nicht in die Kämpfe mit Israel eingreifen würden. Als Lohn für dieses Stillhalten sollte Abdallah das Westjordanland bekommen, das er dann in der Tat annektiert hat.

Auch wenn über den Völkerrechtscharakter dieser Annexion Zweifel bestehen mögen, folgte daraus für Israel überhaupt keine Legimitation, dieses Gebiet für sich zu erobern. Dass der Zionistenführer und erste israelische Regierungschef David Ben Gurion ständig davon sprach, Transjordanien (also das heutige Jordanien), Teile des Irak und des Libanon dem jüdischen Staat einzuverleiben, können die „WerteInitiative“-Autoren in der gerade erschienen Ben Gurion-Biographie des israelischen Historikers Tom Segev nachlesen.

Ähnlich unkorrekt und unvollständig sind die Angaben der Autoren über den Gazastreifen. Diese Region gehörte bis 1948 zum britischen Mandatsgebiet Palästina (das Mandat endete 1948). Im Waffenstillstandabkommen nach dem Arabisch-Israelischen Krieg von 1949, das auch Israel unterzeichnet hat, kam der Streifen unter ägyptische Kontrolle, er wurde von Kairo aus verwaltet, aber nicht annektiert, er behielt einen autonomen Status. Erobert wurde der Gazastreifen dann von den israelischen Truppen im Suez-Krieg 1956, die sich aber auf Druck der USA und der Sowjetunion wieder zurückziehen mussten. Israel eroberte das Gebiet dann erneut im Juni-Krieg 1967.

Denn stellen die Autoren die eindeutig falsche Behauptung auf, dass Israel Anfang der 90er Jahre bei den Verhandlungen zu den Oslo-Verträgen den Palästinensern 97 Prozent der umstrittenen Gebiete (meinen sie damit die besetzten Gebiete?) angeboten hätten, die Palästinenser aber abgelehnt hätten. Das wäre ja (wenn es wirklich um die besetzten Gebiete gegangen wäre) ein Traumangebot für die Palästinenser gewesen, das sie niemals zurückgewiesen hätten. Denn nach dem für die Araber verlorenen Oktober-Krieg von 1973 (Jom-Kippur-Krieg) hatten die Palästinenser eine Wende in ihren politischen Zielen vollzogen und einer Teilstaat-Lösung – also der Schaffung eines palästinensischen Staates aus dem Westjordanland und Gazastreifen – zugestimmt, womit sie sich mit 22 Prozent des ursprünglichen Palästinas zufrieden gegeben hätten, Israel hat diese Lösung bis heute immer wieder abgelehnt. 2002 hatte die Arabische Liga sie – mit voller Anerkennung Israels durch alle arabischen Staaten – noch einmal angeboten, Israel hat auf diesen Vorschlag gar nicht reagiert.

Dann werfen die Autoren Bettina Marx vor, dass sie sich gar nicht dafür interessiere, dass der Friedensprozess nicht weitergehe. Der Grund: Die diversen palästinensischen Führer betonten ständig auf Neue, dass sie einzig und allein das komplette Verschwinden des jüdischen Staates zufrieden stellen könne. Das sei für Bettina Marx „Folklore“ oder noch schlimmer „Recht“. Hier wird mit einer dreisten Lüge Stimmung gegen die Journalistin gemacht. Alle palästinensischen Führer (siehe oben) haben sich längst mit der Realität Israel abgefunden und sind bereit, auf 78 Prozent ihres Landes zu verzichten, wenn Israel der Zwei-Staaten-Lösung aus Westjordanland und Gazastreifen zustimmen würde. Selbst die Hamas hat 2006 (als sie die freien Wahlen in Rest-Palästina gewonnen hat) und danach dieser Lösung zugestimmt, wenn die Palästinenser sie in einem Referendum gutheißen würden. Nur: Israel will diese Lösung nicht, es wird sie nicht geben.

Die Zionisten wollten immer das ganze Palästina und Land darüber hinaus mit möglichst wenigen oder gar keinen Arabern bzw. Palästinensern – auch das ist in der Ben Gurion-Biographie nachzulesen. Und die Regierung von Benjamin Netanjahu ist fest entschlossen, „Judäa“ und „Samaria“ (also das Westjordanland) zu annektieren. Seine Partei (der Likud) hat das auf einem Parteitag schon offiziell beschlossen. Und die Absicht, die Palästinenser endgültig aus ihrer Heimat zu vertreiben (sie nennen das verschleiernd „Transit“), haben die Zionisten noch nicht aufgegeben. Selbst mehrere Minister (etwa Lieberman und Bennet) fordern dies immer wieder.

Man könnte weitere Falschbehauptungen der „WerteInitiative“ anführen, die sie als Vorwürfe gegen Bettina Marx vorbringen. Etwa den merkwürdigen Satz: „Auch die schwierige bauliche Gemengelage in der Westbank mit gegenseitig von Palästinensern und Israelis als illegal bezeichneten Siedlungen ist nichts, was in das einseitige Argumentationsbild von Frau Marx gepasst hätte.“ Das klingt ja so, als ob die Palästinenser auf israelischem Gebiet illegale Siedlungen bauen würden! Grotesker oder absurder geht es nun wirklich nicht! Mit Völkerrecht, UNO-Resolutionen, Internationalem Recht und Gutachten des Internationalen Gerichtshofes (IGH), nach denen die israelischen Siedlungen im Westjordanland, illegal sind, haben die Autoren gar nichts im Sinn. Deshalb gehen sie auch gar nicht darauf ein, das könnte schlafende Hunde wecken.

Auch die Aussage von Bettina Marx, es gebe ein ‚Volk der Palästinenser‘ schon seit Jahrtausenden stößt auf die Ablehnung der Autoren, nach ihrer Ansicht hat es in Palästina immer nur Juden gegeben, womit sie die immer noch umstrittene Gründung des jüdischen Staates in einem von einem anderen Volk bewohnten Land rechtfertigen wollen. Historische Tatsache ist aber (ohne das hier im Detail ausführen zu können), dass sehr viele Völker im Laufe der Geschichte in Palästina ansässig waren – die Juden waren nur eins davon. Dass sie 2000 Jahre dann in dieser Region so gut wie nicht anwesend waren, belegt die Statistik: 1882 (der Zeitpunkt, zu dem etwa die zionistische Besiedlung begann) gab es in Palästina 426 000 Araber (94,7 Prozent) und 24 000 Juden (5,3 Prozent), wobei letztere streng religiöse Juden waren, also keine Zionisten. Ob sie einen jüdischen Staat hier gewollt haben, wissen wir nicht. Nicht gerade eine exzellente Legitimation, die einheimisch arabische Bevölkerung zu vertreiben und dort einen eigenen Staat zu gründen!

Man kann sich eigentlich die Mühe sparen, auf die unseriösen und abstrusen Behauptungen der „Werte-Initiative“-Autoren einzugehen, etwa dass Gaza kein Besatzungsgebiet, sondern quasi ein eigener Staat mit voller Autonomie sei. Warum hält Israel dann eine vollständige Blockade dieses Gebietes zu Land, zu Wasser und in der Luft aufrecht, unter der niemand es verlassen oder einreisen darf und Israel bestimmt, was an Lebensmitteln, Baumaterial, medizinischen Gütern usw. eingeführt werden darf? Und jedes Schiff abgefangen wird, das Hilfe bringen will? Oder die Behauptung, dass die in Israel lebenden Palästinenser nicht diskriminiert würden. Oder die Behauptung, dass das jüdische Volk überall auf der Welt um sein Überleben kämpfe. Wo und in welchem Land sind Juden heute ernsthaft gefährdet?

Israel hat großartige Historiker und politische Analytiker, die solche propagandistischen zionistischen Gemeinplätze, wie sie die Autoren des Offenen Briefes anführen, in allen Einzelheiten längst widerlegt haben. Dieses Pamphlet belegt nur, in welch argumentative Beweisnot der Zionismus mit seiner verfehlten Politik inzwischen geraten ist. Einer so kompetenten Journalistin wie Bettina Marx kann eine solche Schmutzkampagne gar nichts anhaben. Und Heinrich Böll, der der Stiftung den Namen gegeben hat, bei der Bettina Marx arbeitet, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er lesen müsste, wie da ein Zitat von ihm von den „WerteInitiative“-Leuten missbraucht wird. Der Satz heißt: „Es gibt israelische Kritik an Israels Politik genug. Es gibt so wenig Kritik an und in den arabischen Staaten an deren Politik gegenüber Israel.“ Das Zitat stammt aus dem Jahr 1978 und mag aus der aktuellen damaligen Situation heraus verständlich sein, heute würde der Literatur-Nobelpreisträger den Besatzungs- und Apartheidstaat Israel sicher ganz anders beurteilen.

 21.06.2018

 

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