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Dortmunder Erklärung: "Wer die israelische Staats- und Regierungspolitik für  tabu erklärt, f?dert Hass und Diskriminierung "

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Zur MEMRI-Debatte Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten e.V.

 


Man spricht – sicher oft zutreffend – im Bezug zum Antisemitismus von den 3-D Kriterien die sicherlich, wenn sie nicht manipulativ verwendet werden, zutreffen:

D-ämonisierungvon Juden,
D-oppelstandard, mit dem Juden gemessen
werden, und
D -elegitimierung von Juden.


 

oder auch:
Die Zionistische Abwehr von Kritik mit Hilfe der Antisemitismuskeule
D elegitimiert Kritiker,
D ämonisiert sie
D oppelte Standards werden in Bezug auf Israel angewendet
 

In Zeiten der Apartheid kein Blatt vor den Mund nehmen – in Berlin - Stavit Sinai, Majed Abusalama, Ronnie Barkan - 02.07.2017 - Am 20. Juni unterbrachen Aktivisten eine Rede einer israelischen Abgeordneten an der Humboldt-Universität in Berlin. Der Protest führte zu falschen Berichten in der Presse, es gab sogar den Versuch den Protest als eine "Hezbollah Rally" zu verleumden. Hier ein offener Brief zum Protest, der vor zwei Tagen veröffentlicht wurde.
 
"Am 20. Juni 2017 haben wir, drei Menschenrechtsaktivisten, einen politischen Protest veranstaltet, der gegen eine offizielle Vertreterin des Staates Israel, das Knessetmitglied Aziza Lavie von Yesh Atid gerichtet war. Das Ziel des Protestes war ein zweifaches: erstens gegen Lavies "Hasbara"-Event zu protestieren, für das die Humboldt-Universität Gastgeber war, und zweitens in der Öffentlichkeit ein Bewußtsein für Israels strafrechtliche Verantwortung für die Aufrechterhaltung eines Apartheidregimes zu wecken.


Knessetmitglied (MK) Lavie selbst ist persönlich verantwortlich für ihre Rolle als Koalitionsmitglied während des Massakers von 2014 am belagerten Gazastreifen, wo mehr als 2.200 Menschen getötet wurden, einschließlich 89 ganzer Familien, die ausgelöscht wurden. Die Protestierenden begannen damit hervorzuheben, dass Lavie in der Humboldt-Universität als Vertreterin eines kriminellen Apartheidstaates auftritt. Da das internationale Recht das Verbrechen der Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit klassifiziert, sind wir als Menschen, die nach ihrem Gewissen handeln, moralisch verpflichtet unsere zivilrechtliche Verantwortung wahrzunehmen und uns laut gegen diese schrecklichen Verbrechen zu äußern, die in unserem Namen begangen wurden und noch immer werden.


Israels gegen das palästinensische Volk gerichtete Praktiken und die Frage der Apartheid:
"Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass das Gewicht der Beweise über jeden Zweifel hinaus die Behauptung stützt, dass Israel schuldig ist, dem palästinensischen Volk ein Apartheidsregime auferlegt zu haben, das für die Kommission auf ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinausläuft, dessen Verbot im internationalen Gewohnheitsrecht als jus cogens (zwingende Rechtsnorm) gilt. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Vereinten Nationen und seine Agenturen und Mitgliedsstaaten haben die rechtliche Verpflichtung entsprechend ihren Möglichkeiten zu handeln, um Fälle von Apartheid, die ihnen verantwortungsvoll zur Kenntnis gebracht wurden, zu verhindern und zu bestrafen. Insbesondere haben Staaten die kollektive Pflicht a) ein Apartheidregime nicht als rechtmäßig anzuerkennen; b) einen Staat bei der Aufrechterhaltung eines Apartheidregimes nicht zu unterstützen und ihm nicht zu assistieren; und c) mit den Vereinten Nationen und anderen Staaten zur Beendigung von Apartheidregimes zusammenzuarbeiten. Institutionen der Zivilgesellschaft und Einzelpersonenhaben haben ebenfalls die moralische und politische Pflicht die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, um Bewußtsein für das aktuelle kriminelle Unternehmen zu wecken und Druck auf Israel auszuüben, um es dazu zu bewegen, die Apartheidstrukturen gemäß dem internationalen Recht abzubauen. Der Report endet mit allgemeinen und speziellen Empfehlungen an die Vereinten Nationen, nationale Regierungen, die Zivilgesellschaft und private Akteure tätig zu werden angesichts der Erkenntnisse, dass Israel, so wie es Kontrolle über das palästinensische Volk ausübt, ein Apartheidregime unterhält."  (aus dem Bericht der UN-Social and Economic Comission for Western Asia – ESCWA – vom März 2017, Ü.)


Unser gewaltfreier Akt des Widerstands, nämlich den Mächtigen die Wahrheit zu sagen, entspricht unserem verfassungsgemäßen Recht auf freie Meinungsäußerung, ein Recht, das das israelische Regime und sein intensiver Einsatz von staatlicher Zensur nicht gewährt. Dennoch haben die deutschen Medien nicht nur unzutreffend, sondern auch, was journalistisches Schreiben betrifft, unterdurchschnittlich über die Veranstaltung berichtet und sich den zionistischen Medien und der Staatsideologie Israels angepasst, um unsere zivile Pflicht als unzulässigen Ausdruck von Antisemitismus darzustellen. Solche ungeheuerlichen Behauptungen kommen zu einer noch beunruhigenderen und weitreichenderen Tendenz, die man in den letzten Jahren beobachten konnte, wozu auch Entscheidungen der LINKEN und der SPD gehören, eine friedliche zivilgesellschaftliche Bewegung, die zu Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen gegen den Staat Israel aufruft, der sich nicht an das internationale Recht hält, zu delegitimieren und zu unterdrücken.
Wir bleiben dabei, Zivilcourage ist die Antwort auf den derzeitigen Versuch den deutschen Diskursraum einzuengen, indem kritisch denkende Personen fürchten auf die schwarze Liste zu kommen und als Antisemiten etikettiert zu werden und sich damit die Chance auf einen sinnvollen Protest gegen den Mißbrauch staatlicher Macht, Siedlerkolonialismus und Verletzung des internationalen Rechts zu nehmen.  >>>

 

FU Berlin spricht Dozentin von Antisemitismus-Vorwürfen frei - Die durch Antisemitismus-Vorwürfe gegen eine Lehrbeauftragte der FU Berlin ausgelöste Debatte um Israelkritik und Antisemitismus am Otto-Suhr-Institut wurde am Montag mit einer weiteren Podiumsdiskussion fortgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Vorwürfe gegen die Politikwissenschaftlerin Eleonora Roldán Mendívil haltlos sind und nur ein Vorwand waren, um gegen linke Positionen an der Universität vorzugehen.
FU Berlin spricht Dozentin von Antisemitismus-Vorwürfen frei

Unter den Gästen auf dem Podium zum Thema kritischer Wissenschaft und Antisemitismus war zum ersten Mal in der Veranstaltungsreihe auch die von Antisemitismus-Vorwürfen betroffene Eleonora Roldán Mendívil selbst. Im vergangenen Wintersemester sah sie sich mittels eines deutschnationalen Blogs mit einem solchen Vorwurf konfrontiert und erhielt für das jetzige Sommersemester am Otto-Suhr-Institut (OSI) keinen Lehrauftrag mehr. Darüber hinaus sprachen auf dem Podium der zu Rechtsextremismus und Antisemitismus forschende Politikwissenschaftler Hajo Funke sowie der israelische Historiker Gadi Algazi.

Die Debatte ging vor allem darum, wie unterschiedlich mit Kritik am israelischen Staat in Deutschland und in Israel umgegangen wird. Es wurde betont, dass die von sogenannten „Antideutschen“ vorgebrachte Idee, diese Kritik sei grundsätzlich antisemitisch, ein spezifisch deutsches Phänomen ist, das selbst oft durch die Gleichsetzung von Juden*Jüdinnen mit dem Staat Israel, an Antisemitismus grenzt. Dabei wird, wie im Fall von Mendívil, oft auch ein Vokabular als antisemitisch denunziert, dass im geschichts- und sozialwissenschaftlichen Diskurs allgemein genutzt wird, um die historische und aktuelle Dimension von Gesellschaften und Konflikten zu beschreiben. So zum Beispiel der Begriff des Kolonialstaates oder der Apartheid für Israel, der die aktuelle Siedlungspolitik in den Rahmen der spezifischen Entstehungsgeschichte des Staates setzt und so die Situation verständlicher macht. Wissenschaftliche Begriffe abzulehnen und deren Verwendung auf Israel als antisemitisch zu >>>

 


 

Paukenschlag in Antisemitismus-Debatte - Einer FU-Dozentin wird Antisemitismus vorgeworfen. Jetzt entlasten zwei Gutachten die Beschuldigte – doch die Debatte ist dadurch nur schärfer geworden. Felix Lorber berichtet.

Fast ein halbes Jahr, nachdem am Otto-Suhr-Institut (OSI) der FU eine Dozentin des Antisemitismus beschuldigt wurde, ist das Ergebnis zweier Gutachten zu den Vorwürfen bekanntgeworden. Die Analysen des ehemaligen Leiters des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin, Wolfgang Benz, kommen zu dem Schluss, dass sich Eleonora Roldán Mendívil auf ihrem privaten Blog nicht antisemitisch geäußert hatte. Dies verriet der emeritierte OSI-Professor Hajo Funke bei einer Podiumsdiskussion über Antisemitismus am vergangenen Montag.

Gutachten werden nicht veröffentlicht
- Die OSI-Leitung in Person des Professors Bernd Ladwig hatte Wolfgang Benz mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragt. Nach FURIOS-Informationen analysierte der Antisemitismusexperte in je einem Gutachten die Lehrtätigkeit Roldán Mendívils und die Äußerungen auf ihrem privaten Blog. Veröffentlicht werden die Gutachten nicht, da sie personenbezogene Daten enthalten, argumentiert das Rechtsamt der FU. Roldán Mendívil schrieb auf Anfrage von FURIOS lediglich, die Gutachten seien nun „Grundlage der weiteren Verständigung mit dem Institut“.

Dass die Tendenz der Gutachten überhaupt bekannt wurde, war daher eher dem Zufall geschuldet. Roldán Mendívil war am Montag Teil einer Diskussionsrunde über Antisemitismus und kontroverse Wissensproduktion. OSI-Professorin Cilja Harders fungierte als Moderatorin, Podiumsgast war neben Hajo Funke auch der israelische Historiker Gadi Algazi.

Funke lässt die Bombe platzen
- Bernd Ladwig, der bei der Veranstaltung im Publikum saß, forderte Roldán Mendívil mehrfach vergeblich auf, ihre umstrittenen Äußerungen über den Staat Israel zu wiederholen, oder sie zurückzunehmen. In einer Stellungnahme im Namen des OSI hatte er bereits im Januar deutliche Kritik geübt. Doch Ladwigs Verhalten während der Diskussion missfiel Hajo Funke derart, dass er schließlich das Ergebnis der Gutachten aussprach, um Roldán Mendívil in Schutz zu nehmen. >>>


Dokumentation - Jagdopfer Eleonora Roldán Mendívil - 2017 >>>

 

Deutsche Abgründe . Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. - 9. 4. 2017 - Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik. (...)

Relativ neu ist allerdings die Erscheinung eines Uwe Beckers. Denn deutsche Politiker haben sich zwar stets mit »Israel« und »unseren jüdischen Mitbürgern« solidarisiert, haben sich aber an der Unterbindung von Veranstaltungen nicht offensiv beteiligt – es sei denn, es ging um neonazistische Kundgebungen und Aktionen. Und selbst bei diesen haben sie für gewöhnlich vor konkreten Maßnahmen halt gemacht: Neonazis dürfen in Deutschland demonstrieren. Uwe Becker hingegen ist ein Mann der Tat. Sich auf einen Beschluss des CDU-Parteitags 2016 in Essen gegen die Kampagne Boycott Divestment and Sanctions (BDS) beziehend, erklärte er: »Wer heute unter der Fahne der BDS-Bewegung zum Boykott israelischer Waren und Dienstleistungen aufruft, der spricht in der gleichen Sprache, in der man einst die Menschen dazu aufgerufen hat, nicht bei Juden zu kaufen. Dies ist nichts anderes als plumper Antisemitismus, wie ihn schon die Nationalsozialisten instrumentalisiert haben.« Uwe Becker hat sich in der Solidarität mit Juden bereits politisches Kapital angeeignet. Rechte Graffiti im Frankfurter Ostpark verurteilte er umgehend: »Wir dürfen das nicht als Kavaliersdelikte oder Dumme-Jungen-Streiche abtun, das ist blanker Hass und Antisemitismus.« Das ist sehr honorig von ihm, gibt aber zu denken: Nazi-Graffiti und BDS-Boykottaufrufe sind für ihn beide Antisemitismus. Und nun auch die vorgesehene, zumindest vorläufig unterbundene israelkritische Konferenz in Frankfurt. Uwe Becker steht mit an vorderster Front gegen die Veranstaltung: KOPI sei für die Unterstützung der antisemitischen BDS-Bewegung bekannt, sagte er. Die Bewegung betreibe eine »zutiefst antisemitische Stimmungsmache« und benutze »die gleiche Sprache wie die Nationalsozialisten«, die »Kauft nicht bei Juden!« proklamiert haben. Nazi-Graffiti, BDS und KOPI-Konferenz also alles antisemitisch – und somit auch alles, was mit letzterer zusammenhängt, u.a. die jüdischen Teilnehmer Iris Hefets, Ilan Pappe und ich. Ganz zu schweigen von der Palästinenserin Majida Al-Masri und dem deutschen Linken Norman Paech.

Es sei Uwe Becker zugutegehalten, dass er Klartext redet. Eine solche Veranstaltung habe in Frankfurt nichts verloren, sagte er. »Wer in Frankfurt Stimmung gegen Israel machen will, wer für den Boykott israelischer Waren wirbt und Sanktionen gegenüber diesem Land fordert, ist in unserer Stadt nicht willkommen.« Aber klar gesprochen heißt mitnichten klar gedacht, wie sich herausstellt. Dazu eine kleine Randbemerkung in eigener Sache: Ich habe in Frankfurt der 1960er-Jahre als Sohn von Holocaust-Überlebenden gelebt, bevor Uwe Becker auf die Welt gekommen ist. Das Recht, mich in dieser Stadt willkommen zu fühlen oder nicht, habe ich mir lebensgeschichtlich erworben, und ich brauche den Segen eines Uwe Beckers dazu nicht. Ich weiß nicht, was die Familie von Uwe Becker im Krieg gemacht hat, hingegen weiß ich sehr wohl, was meine Familie erlitten hat. Ich meine, Uwe Becker sollte sich sehr vorsehen, ehe er sich anmaßt, mir oder irgendeinem anderen Juden suggerieren zu wollen, Antisemit zu sein bzw. sich mit Antisemiten verbandelt zu haben.

Dass Uwe Becker offenbar nicht zwischen Judentum, Zionismus und Israel und somit zwischen Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik zu unterscheiden vermag, sei ihm nachgesehen. Ihm ergeht es wie den allermeisten Deutschen in dieser Sache. Dass er Boykott-Aufrufe gegen Israel gleich als Antisemitismus ansieht, sei ihm auch geschenkt. Dass er aber den Boykott-Aufruf gegen israelische Waren mit dem Aufruf der Nazis, nicht bei Juden zu kaufen, gleichsetzt, indiziert, dass er nicht begriffen hat, worum es hier geht.  >>>





 


Textsammlung - 2017 - Antisemitismuskeulenschwinger in Frankfurt  >>>




Dokumentation - Verleumdungsaktionen - JagdAktionen der falschen Freunde Israels - "Zielpersonen + Jagdobjekte" >>>

 

Schatten der Vergangenheit - Rolf Verleger - Sehr geehrte Herren, Am 10.11. 2016 hielt ich im Rahmen des Café Palestine Freiburg in einem Hörsaal der Universität Freiburg einen Vortrag zum Thema "Ist der Einsatz für Menschenrechte in Palästina antisemitisch?" Vor der Veranstaltung haben Sie per Flugblatt ein Redeverbot für mich an der Universität Freiburg gefordert.

Sie taten das zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn, als es noch leer war: Sie, zwei junge Männer, höflich und zurückhaltend, fast schüchtern, verteilten einen knallharten Text, anonym, ohne Namen der Verfasser. (S. Wortlaut im Anhang). Sie warteten aber nicht die Wirkung ab, sondern schauten, dass sie lieber weder unerkannt wegkamen.

Das hat mich sehr verblüfft. Das ist eigenartiges Verhalten. So als ob der Veranstalterin Frau Dr. Weber oder mir ein Geheimdienst zur Verfügung stünde, der Ihnen schaden könnte.

Ich habe mich gefragt, was Ihre Vorbilder für Ihre Aktivitäten sind.
Eine mögliches Vorbild könnten für Sie die Geschwister Scholl sein: Auch sie wollten ihre Flugblätter gegen Unrecht sprechen lassen, sie wollten laut und deutlich ihre Stimme für Menschlichkeit erheben. Und sie wollten anonym bleiben, weil sie wussten, dass es sonst nicht gut für sie ausgehen würde.

Daher scheint es mir möglich, dass Sie sich an diesen Helden des Widerstands gegen Unmenschlichkeit orientieren. In diesem Fall könnten Sie auch die Befürchtung haben, dass Sie - wie die Geschwister Scholl - Opfer Ihres Engagements werden könnten: die Scholls wegen ihres Eintretens für die Opfer der Nazis wurden selbst Opfer der Nazis, und Sie könnten vielleicht wegen ihres kompromisslosen Eintretens für Israel den Palästinensern und ihren Freunden zum Opfer fallen. Denn Sie halten diese Leute für mordlustig ("mordlustige Antisemiten" schreiben Sie) und - so befürchten Sie - es droht ein neuer "eliminatorischer", "mörderischer", "vernichtungsorientierter Antisemitismus". So werden Sie vielleicht zu Helden für eine gerechte Sache. Das, so male ich mir aus, ist Ihre Sichtweise: Mich sehen Sie als einen Befürworter des "eliminatorischen Antisemitismus" und vielleicht auch persönlich als einen mordlustiger Antisemiten: eine Gefahr für Israel und für Sie als Israelfreunde. Sie dagegen warnen und mahnen: Einen solchen potentiell gefährlichen Mann sollte man nicht reden lassen, im Interesse der eigenen Selbsterhaltung.

Das sind ungefähr meine Fantasien darüber, wie Sie sich selbst sehen. Meine eigene Sichtweise von Ihrer Aktivität ist aber eine völlig andere. Das ergibt sich so aus meiner Familiengeschichte. Kennen oder kannten Sie Ihre Großväter? Ich kannte meine nicht. Der eine starb schon 1926 und liegt in Berlin-Weißensee, der andere starb in Auschwitz; wann genau, weiß man nicht.

Kennen oder kannten Sie Ihre Großmütter? Ich kannte meine nicht. Die eine ging 1942 in Theresienstadt zugrunde, die andere wurde, 42-jährig, direkt nach der Ankunft des Deportationszuges in Estland erschossen, denn sie hatte ihren gelben Stern in Berlin abgemacht, um zur Friseuse zu gehen; daher war sie eine Kriminelle und wurde in Estland in einer Sanddüne verscharrt.

Haben Sie Onkel und Tanten? Mein Vater hatte sieben Geschwister. Das Nazi-Regime überlebten nur er und ein Bruder.

Hat Ihr Vater eine Tätowierung? Mein Vater hatte eine, nämlich die Auschwitznummer am Arm. Seine erste Frau und ihre gemeinsamen drei Söhne hatten wahrscheinlich keine: Sie kamen in Auschwitz gleich ins Gas. Daher heiratete 1948 mein Vater meine viel jüngere Mutter: Er wollte noch einmal jüdische Kinder haben. So bin ich aufgewachsen, als Kind der Hoffnung und des Neuanfangs.

Was wissen Sie vom Judentum? Uns Kindern haben dies unsere Eltern vermittelt. In der chassidischen Tradition meines Vaters: Gottes Gebote befolgen, in der Hoffnung auf Erlösung und Befreiung. In der deutsch-jüdischen Tradition meiner Mutter: Judentum als Religion der tätigen Moral. In beiden Traditionen sind Juden deswegen Gottes auserwähltes Volk, insofern sie der Welt ein Vorbild an Moral und Gesetzestreue geben sollen und dies auch wollen. Manchmal in meinem Leben bin ich aus den engen Grenzen der Tradition ausgebrochen, aber Ich habe mich auch immer wieder für meine jüdische Gemeinschaft engagiert, habe die Gemeinde Lübeck mitgegründet, war Landesverbandsvorsitzender in Schleswig-Holstein und Delegierter im Zentralrat.

Nichts von meinen jüdischen Werten findet sich wieder im Verhalten der israelischen Regierung. Man hat den Palästinensern ihr Land geraubt, fantasiert sich als ewiges Opfer und leitet daraus die Rechtfertigung ab, Völkerrecht und Menschenrechte außer Kraft zu setzen, völlig außerhalb der jüdischen Tradition.

Sie wissen vielleicht, dass vor der Auslöschung des europäischen Judentums durch die Nazis und ihre Helfer der Zionismus eine Minderheitenposition im Judentum war. Gegen den Zionismus waren viele Strömungen: die Religiösen, die Bürgerlichen, die sozialistischen Bundisten, die allgemeinen Sozialisten. Wussten Sie dass das einzige jüdische Mitglied im britischen Kabinett 1917, Lord Edwin Montague, strikt gegen die Balfour-Deklaration war? Sind das alles "eliminatorische Antisemiten", weil sie die Idee eines separaten jüdischen Staates fernab der eigentlichen Heimat der europäischen Juden für eine sehr schlechte Idee hielten? Kennen Sie den Bundisten Marek Edelman, überlebender Anführer des Aufstands im Warschauer Ghetto? Wissen Sie, was er von den Zionisten hielt?

Sie wissen vielleicht auch, dass Ihr unfreiwilliges Vorbild Heidegger (s. unten) seine junge Studentin Hannah Arendt anbetete. Wissen Sie, was diese kluge Frau 1945 über den Schwenk der zionistischen Mehrheit hin zur Unterstützung eines "jüdischen Staates" geschrieben hat? Sie können es in meinem Buch nachlesen.
Wissen Sie, dass Hannah Arendt, Albert Einstein und andere hellsichtige amerikanische Juden 1948 in einem gemeinsamen Leserbrief an die New York Times dagegen protestierten, dass Menachem Begin, der Kommandeur des Massakers von Deir Yassin, kurz nach diesem Verbrechen die USA besuchte? Sie nannten ihn einen "Terroristen" und forderten eine Einreiseverbot.

Montague, Edelman, Arendt, Einstein - nach Ihrer Logik alles Antisemiten!
- Und nun können Sie vielleicht meine Sichtweise ansatzweise nachvollziehen: Dass mir junge Leute an der Universität Freiburg das Rederecht nehmen wollen, das erinnert mich fatal daran, was an der Universität Freiburg unter dem Rektorat Heidegger und seinen Nachfolgern vor 80 Jahren geschah: "Juden raus!" Sie sind in meinen Augen nicht die Geschwister Scholl, weiß Gott nicht. Sondern eher Kinder im Geiste derjenigen, die damals die Universität judenrein machten.

Vielleicht finden Sie eine neutrale Person außerhalb Ihres Zirkels, die Ihnen erklären kann, dass Sie sich bei mir entschuldigen sollten. Mit freundlichen, über die Vielfältigkeit des menschlichen Geistes immer noch verwunderten Grüßen

 


Der 4D-Effekt - 16.09.2014 - Deligitimiert, dämonisiert, doppelter Standard: Was anderen als Antisemitsmus vorgeworfen wird, macht Israel mit den Palästinensern schon lange. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn noch ein viertes „d“ hinzu kommt: Deutschland.

Ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Die Frage ist seltsam. Ab wann ist kritisches Denken antisemitisch, mithin nicht mehr statthaft? Kritisches Denken ist immer statthaft!

Israel ist eine ethnisch abgestufte Demokratie. Die meisten Rechte haben jüdische Bürger, dann kommen nichtjüdische Bürger und dann nichtjüdische Jerusalemer. Danach kommen die Rechtlosen: Über die vielen nichtjüdischen Bewohner des besetzten Westjordanlands herrscht Israels Militärdiktatur. Die Bewohner Gasas hat Israel seit 2006 eingekerkert und bringt sie alle paar Jahre wieder zu Hunderten um. Die wesentliche Frage ist allein, ob diese Beschreibung den Tatsachen entspricht. Was zählt, sind Fakten. >>>

Antisemitismus-Hysterie in Bremen
Aber niemand kann die Antisemiten konkret ausmachen
Arn Strohmeyer
- 19. 9. 2016

Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es ziemlich lächerlich und eher eine Posse. Seit Jahren machen die Anhänger Israels in der Stadt – Die Deutsch-Israelische-Gesellschaft (DIG), die Jüdische Gemeinde, Vertreter von Parteien, die Antideutschen und auch die Bremer Medien – wachsenden Antisemitismus in der Stadt aus, die Stadt sei eine „Hochburg des Antisemitismus“, heißt es. Die Jüdische Gemeinde fühlt sich sogar bedroht – nur wer bedroht sie, muss man fragen? Von Attacken in diese Richtung ist nichts bekannt. So muss man denn nach wirklichen Gegnern mit der Lupe suchen. Da geraten die Nahostgruppen (früher waren es zwei, heute gibt es nur noch eine) und die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG) ins Visier sowie eine Gruppe, die bisher sehr friedlich eine BDS-Aktion durchgeführt hat. Es wird mit allen Mitteln versucht, Veranstaltungen dieser Gruppen – selbst wenn sie jüdische oder israelische Referenten eingeladen haben – zu verhindern. Natürlich hat man das auch mit der Nakba-Ausstellung versucht – aber ohne Erfolg.

In diesem Zusammenhang kam es einmal zu einer absurden Szene. Mitglieder der Jüdischen Gemeinde demonstrierten vor dem Bremer Überseemuseum gegen eine Veranstaltung des israelischen Menschenrechtsaktivisten Reuven Moskovitz. Als dieser die gegen ihn gerichteten Schilder und Transparente sah, ging er auf die Bremer Juden zu und fuhr sie an: „Seid Ihr verrückt geworden? Ich lebe in Israel und weiß, was dort los ist. Ihr lebt hier im sicheren Bremen und habt keine Ahnung von den Vorgängen dort“


Es herrscht eine regelrechte Antisemitismus-Hysterie in der Stadt, zu der die Medien nicht unerheblich beitragen. So durften im Weser-Kurier mehrere Israel-Anhänger – so der Vertreter der Jüdischen Gemeinde, zwei Politiker der Grünen und der zweite Vorsitzende des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles, Rabbi Abraham Cooper, – ihre warnende Stimme erheben und darauf hinweisen, wie weit es mit dem Antisemitismus in Bremen schon gekommen und wie nötig Gegenwehr sei. (Woher der Rabbi in Los Angeles wohl so gut über die Bremer Zustände Bescheid wusste?) Nur ein Vertreter der DPG kam im Weser-Kurier zur Wort. Die TAZ steht ohnehin den Antideutschen nahe.


Die Stimmung wurde auch von dem israelischen Kampagne-Journalisten Benjamin Weinthal kräftig angeheizt, der sich massiv einmischte und ultimativ die Absage von Veranstaltungen oder >>>



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Die einzige Demokratie im Nahen Osten?
Israel und die westlichen Werte

Arn Strohmeyer

Gabriele Schäfer Verlag Herne
226 Seiten, 19,50 Euro

ISBN 978-3-944487-43-4
 


Erinnern – aber wie? Israel zwischen Holocaust-Gedenken und Besatzungsunrecht,

Arn Strohmeyer

 Gabriele Schäfer Verlag Herne; ISBN 978-3-944487-38-0, 14,90 Euro



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Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt.
 Hitlers langer verhängnisvoller Schatten


Arn Strohmeyer


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Felicia Langer
Um Hoffnung kämpfen
Kein Frieden in Nahost: Sie möchte jedoch dem Hass eine Kraft entgegensetzen, die Liebe . >>>

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Die Darstellung des Islam in der Presse:
Sprache, Bilder, Suggestionen. Eine Auswahl von Techniken und Beispielen
von Sabine Schiffer

 

 

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