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Die "Offizielle" EU Definition des Antisemitismus und ihre Geschichte

Die Karriere einer "offiziellen EU" Definition des Antisemitismus

von George und Doris Pumphrey

 In Diskussionen über Israel wurde und wird immer wieder Bezug genommen auf eine "Arbeitsdefinition Antisemitismus der EU", um Kritik an israelischer Regierungspolitik als eine Form des Antisemitismus zu denunzieren. Dieses "offizielle" Dokument soll den Beweis dafür liefern. Da es auf der Internetseite einer EU-Agentur zu finden war, meinten und meinen selbst Kritiker der israelischen Politik, es handle sich um ein "offizielles" EU-Dokument.

Die Vorgeschichte

Die Karriere dieser "offiziellen EU-Definition" begann vor mehr als zehn Jahren. Unter der Schirmherrschaft der UNO fand im Spätsommer 2001 die Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban, Südafrika statt. Die Delegation der USA und Israels verließen vorzeitig die Konferenz aus Protest gegen die Forderung, das israelische Vorgehen gegen die Palästinenser als Rassismus zu bezeichnen, die auf Seiten anderer offizieller Delegationen und in der gleichzeitig stattfindenden NGO Konferenz erhoben wurde.

Der internationale Kampf gegen Rassismus, der durch diese Konferenz weltweit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt war, war drei Tage nach Ende der Konferenz vergessen. Mit den Geschehnissen des 11. September 2001 begann die Barbarei des globalen "Kampfes gegen den Terror", begleitet von einer umfassenden Stimmungsmache und Hetze gegen Araber und Muslime.

Von den Auswirkungen des 9/11 Schocks und der Verunsicherung profitierend, drängte das US State Department die OSZE dazu, Konferenzen und Treffen zu organisieren, die sich schwerpunktmäßig mit Antisemitismus beschäftigen. Die erste fand im Juni 2003 in Wien statt. Laut NY Times gab es anfänglich seitens einiger OSZE Mitgliedsstaaten erheblichen Widerstand gegen diese US-Initiative, die Antisemitismus nicht als separates Problem, sondern generell im Zusammenhang mit Rassismus und Diskriminierung behandeln wollten.[1]

Besonders seit der Konferenz in Durban hatten sich zionistische Organisationen zum Ziel gesetzt, den Widerstand gegen Israels Unterdrückung der Palästinenser und die stärker werdende antizionistische Kritik und Verurteilung der israelischen völkerrechtswidrigen Politik als Antisemitismus zu brandmarken. Auf der Wiener Konferenz bedauerten Repräsentanten zionistischer Organisation, das "Unvermögen" europäischer Regierungen, zu "erkennen, dass der Antisemitismus nun aus neuen und verschiedenen Richtungen kommt". Sie warnten davor "dass der neue Antisemitismus ebenso genozidal werden könnte wie der der Nazis". Der "traditionelle Antisemitismus" sei gegen einzelne Juden gerichtet, der "neue Antisemitismus" richte sich gegen Israel. Letzterer sei "legalisiert" worden, während die UNO und andere internationale Institutionen an Israel einen anderen Maßstab anlegen würden als an andere Länder.[2]

Neben dem Insistieren auf eine "Singularität des Antisemitismus" – der separat behandelt und nicht verbunden werden dürfe mit den Problemen des Rassismus und der Xenophobie – bemühten sich zionistische Organisation internationale Institutionen zur offiziellen Anerkennung dieses "neuen Antisemitismus" zu bewegen und organisierten umfangreiche Lobbyarbeit bei Politikern, Parteien, Regierungen und Institutionen. [3]

Während die Konferenz in Wien mit allgemeinen Empfehlungen endete, einigten sich die Teilnehmer auf dem Nachfolgetreffen 2004 in Berlin darauf, das OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR) zu beauftragen, "antisemitische Vorfälle im OSZE-Raum genau zu verfolgen" und Länderberichte zu veröffentlichen. Dies sollte in Zusammenarbeit mit anderen OSZE-Institutionen geschehen, darunter auch der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC).[4]

Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus"

Im Jahr 2004 hatte die EUMC (2007 ersetzt durch die FRA – Agentur der Europäischen Union für Grundrechte) in einem Bericht über Antisemitismus in der EU das Fehlen einer für alle EU-Länder gültigen Definition des Antisemitismus beklagt.[5] Auf ihrer Internetseite erschien im Jahr 2005 eine "Arbeitsdefinition Antisemitismus".

Ohne auf alle in der "Arbeitsdefinition" genannten Beispiele einzugehen, hier nur ein paar Anmerkungen zur Erstellung und zum Inhalt dieser "Definition".

Die "European Jews for a Just Peace" (EJJP), eine Föderation jüdischer Friedensorganisationen in zehn europäischen Ländern, bezeichneten die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" als "äußerst problematisch" und kritisierten die fehlende Transparenz an seinem Zustandekommen und die einseitige Auswahl jüdischer Organisationen und Wissenschaftler an ihrer Erarbeitung.

Die "Arbeitsdefinition" beginnt mit den Worten, der Antisemitismus sei eine "bestimmte Wahrnehmung von Juden", die aber nicht näher benannt wird. Es folgen ein paar Beispiele von "Verhaltensformen", die "unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes" als Antisemitismus gelten können. Die EJJP kritisiert in ihrem Brief an die EUMC[6], dass diese schwammige Definition des Antisemitismus willkürlicher Interpretation Tür und Tor öffnet.

Mit der Bemerkung "unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes" werden dann auch "Beispiele von Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Staat Israel" eingeleitet. Wer aber entscheidet, wie der "Gesamtkontext" interpretiert werden soll? Die "Arbeitsdefinition" lässt auch hier der Willkür freien Lauf. Diese Definition mache alle, "die den Staat Israel in jeder legitimen Weise kritisieren, zu verdeckten Antisemiten", schreibt die EJJP.

Die "Arbeitsdefinition" zählt unter Antisemitismus "das Abstreiten des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung" im Zusammenhang mit dem Staat Israel. Das aber würde, laut EJJP, bedeuten, "dass alle Juden Selbstbestimmung mit Zionismus gleichsetzen" würden. Das sei aber weder in der Vergangenheit noch heute zutreffend. Die EJJP erinnert daran, dass es eine "lange und respektierte Tradition in der jüdischen Geschichte und Kultur" sei, dass nicht alle Juden den "jüdischen Staat" als einzige Form der Selbstbestimmung sehen und wünschen. "Die Annahme, dass alle Juden die gleiche Meinung vertreten, ist per se eine Form des Antisemitismus."

Antisemitismus sei, laut "Arbeitsdefinition", "die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet und verlangt wird." Ein Argument, dass immer wieder gegen die Kritiker der israelischen Regierungspolitik vorgebracht wird, die von Israel nichts anderes verlangen, als dass es das Völkerrecht respektiert. Nur wird dabei vergessen, dass der "doppelte Standard" in der internationalen Politik nicht gegen, sondern zugunsten Israels angewendet wird. Denn wie könnte es sonst sein, dass nach den massiven und kontinuierlichen Verstößen gegen das Völkerrecht, die "internationale Gemeinschaft" Israel nicht schon längst mit Sanktionen belegt hat?

"Antisemitismus" sei "das Bestreben, alle Juden kollektiv für Handlungen des Staates Israel verantwortlich zu machen", vermerkt die "Arbeitsdefinition". Das aber sei, so die EJJP, die "Kehrseite" der Position, die von der israelischen Regierung und vieler Zionisten vertreten wird, "die keinen Unterschied zwischen den Interessen Israels und jenen von Juden weltweit" machen. Dass Israel sich anmaßt, im Namen der Juden weltweit zu sprechen und zu handeln, "nährt genau das, was die EUMC als potentiellen Indikator des Antisemitismus identifiziert".[7]

Die zionistischen Kräfte hatten sicherlich gehofft, "offizielle" Deutungshoheit über die Definition des Antisemitismus zu erlangen, mit dem Ziel israelische Politik vor Kritik zu schützen und Israel außerhalb international anerkannter Menschen- und Völkerrechtsrechtsstandards zu stellen. Gleichzeitig sollte wohl auch die dem Dokument inhärente willkürliche Interpretation des Antisemitismus die Möglichkeit einer "offiziellen" Rechtfertigung für Strafverfolgungen von Kritikern Israels liefern.

Sang- und klanglos verschwunden

Doch es gab nie eine "EU-Definition des Antisemitismus" und vor einem Jahr verschwand auch die "Arbeitsdefinition" sang- und klanglos von der Seite der EU-Agentur FRA (früher EUMC).

Zionisten reagierten schnell. Am 6. November schrieb Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen des Simon Wiesenthal Zentrums an die damalige Außenbeauftragte der EU, Catherine Ashton, und forderte die "sofortige Wiedereinstellung" der "Arbeitsdefinition Antisemitismus" auf die Internetseite. Am 29. November antwortete ihm die Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission, dass die Kommission und die Union eine Definition des Antisemitismus weder eingeführt haben, noch vorhatten eine einzuführen. Außerdem sei die FRA [und demnach davor die EUMC] eine unabhängige Agentur. Weiter heißt es in dem Brief, die EUMC habe ein Dokument mit dem Titel "Arbeitsdefinition Antisemitismus" online gestellt und seitdem hätten sich vor allem NGOs auf dieses Dokument als "EU Definition" bezogen. "In aller Autonomie hatte die FRA dieses Dokument bis vor kurzem online" und habe es dann mit anderen nicht-offiziellen Dokumenten von seiner Internetseite entfernt.”[8]

Blanca Tapia, eine Sprecherin der FRA, sagte der Jewish Telegraph Agency: "Eine offizielle Definition [des Antisemitismus] ist uns nicht bekannt." Die FRA habe diese Definition nie als verbindlich gesehen.[9]

Die FRA erläuterte außerdem, dass sie weder Normen setzen könne, noch sei die Erstellung von Definitionen Teil ihres Mandats. "Die EUMC Arbeitsdefinition Antisemitismus ist keine offizielle EU Definition und wurde auch nicht von der FRA verabschiedet."[10]

Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" wurde von interessierter zionistischer Seite erarbeitet und als Waffe gegen Kritik an israelischer Politik eingesetzt. Offizielle Ausnahmeregeln sollten somit für Israel geschaffen werden. Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" war nie ein Dokument der EU, wurde zu keinem Zeitpunkt von irgendeiner EU-Institution offiziell abgesegnet, geschweige denn als "offizielle EU Definition des Antisemitismus" verabschiedet.
 

(Kommentar des Webmasters - Stand 18. 3. 2016 - die  "EU-Definition des Antisemitismus" ist hier online.)

[1]         Bernstein, Richard, "In Austria, an International Conference Examines a New Kind of Anti-Semitism", New York Times - 06.21.2003, http://www.nytimes.com/2003/06/21/international/europe/21VIEN.html  

[2]        "International Organizations: Combating Anti-Semitism in Europe", published by the Jerusalem Centre for Public Affairs in the Jewish Political Studies Review http://www.jcpa.org/phas/phas-whine-f04.htm

[3]         ibid

[5]         "Manifestations of Antisemitism in the EU 2002-2003" http://fra.europa.eu/en/publication/2010/manifestations-antisemitism-eu-2002-2003

[6]         EJJP-correspondence with the EUMC http://jfjfp.com/?page_id=24515 Siehe auch Mellenthin, Knut, "Ausnahmenregeln für Israel"
http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Rassismus/antisemitismus7.html

[7]         ibid.

[8]         "EU disowns the 'EU working definition of anti-Semitism'" http://blogs.timesofisrael.com/e-u-denies-validity-of-eu-working-definition-of-antisemitism/

[9]         "EU anti-racism agency unable to define anti-Semitism, official says", JTA, December 4, 2013,
http://www.jta.org/2013/12/04/news-opinion/world/eu-anti-racism-agency-unable-to-define-anti-semitism-official-says

[10]        White, Ben, "Israel lobbyists finally concede that EU has ditched anti-Semitism 'definition',"
Dec. 05, 2013, http://electronicintifada.net/blogs/ben-white/israel-lobbyists-finally-concede-eu-has-ditched-anti-semitism-definition

 

 

EUMC Arbeitsdefinition Antisemitismus
Arbeitsdefinition „Antisemitismus“ - Januar 28 01 2005

Dieses Dokument soll als praktischer Leitfaden für die Erkennung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle sowie für die Erarbeitung und Umsetzung gesetzgeberischer Maßnahmen gegen den Antisemitismus dienen.

Arbeitsdefinition: „Der Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und / oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.

Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein. Oft enthalten antisemitische Äußerungen die Anschuldigung, die Juden betrieben eine gegen die Menschheit gerichtete Verschwörung und seien dafür verantwortlich, dass „die Dinge nicht richtig laufen“. Der Antisemitismus manifestiert sich in Wort, Schrift und Bild sowie in anderen Handlungsformen, er benutzt negative Stereotype und unterstellt negative Charakterzüge.

Aktuelle Beispiele von Antisemitismus im öffentlichen Leben, in den Medien, Schulen, am Arbeitsplatz und in der religiösen Sphäre können unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes folgende Verhaltensformen einschließen, ohne auf diese beschränkt zu sein:

•Der Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung.

•Falsche, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Anschuldigungen gegen Juden oder die Macht der Juden als Kollektiv – insbesondere die Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft, Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Juden.

•Das Verantwortlichmachen der Juden als Volk für das (tatsächliche oder unterstellte) Fehlverhalten einzelner Juden, einzelner jüdischer Gruppen oder sogar von Nicht-Juden.

•Das Bestreiten der historischen Tatsache, des Ausmaßes, der Mechanismen (z.B. der Gaskammern) sowie der Vorsätzlichkeit des Völkermordes an den Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkrieges (Holocaust).

•Der Vorwurf gegenüber dem jüdischen Volk oder dem Staat Israel, den Holocaust übertrieben darzustellen oder erfunden zu haben.

•Der Vorwurf gegenüber Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.

Beispiele von Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Staat Israel und unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes können folgende Verhaltensformen einschließen, ohne auf diese beschränkt zu sein:


•Das Abstreiten des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.

•Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet und verlangt wird.

•Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen (z.B. der Vorwurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende), um Israel oder die Israelis zu beschreiben.

•Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.

•Das Bestreben, alle Juden kollektiv für Handlungen des Staates Israel verantwortlich zu machen.

Allerdings kann Kritik an Israel, die mit der an anderen Ländern vergleichbar ist, nicht als antisemitisch betrachtet werden.

Antisemitische Taten sind Straftaten, wenn sie als solche vom Gesetz bestimmt sind (z.B. die Leugnung des Holocausts oder die Verbreitung antisemitischer Materialien in einigen Ländern).

Straftaten sind antisemitisch, wenn die Angriffsobjekte, seien es Personen oder Sachen – wie Gebäude, Schulen, Gebetsräume und Friedhöfe – deshalb ausgewählt werden, weil sie jüdisch sind, als solche wahrgenommen oder mit Juden in Verbindung gebracht werden.

Antisemitische Diskriminierung besteht darin, dass Juden Möglichkeiten oder Leistungen vorenthalten werden, die anderen Menschen zur Verfügung stehen. Diese Diskriminierung ist in vielen Ländern verboten.
 


Ursprünglich unter diesem Link erreichbar:
http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

Die EUMC Definition ist noch im Web Archiv zu finden >>>

Auch hier  noch im Webarchiv zu finden   >>>>

Antisemitismus : Wo Begriffe fehlen  - die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) hat die langjährige »Arbeitsdefinition des Antisemitismus« von ihrer Website genommen.

A Working Definition of Anti-Semitism - deutsch - englisch

Die Definition, die es nie gab - Otlas Blog >>>

 

 

 

 

Obwohl (mit vielen Argumenten zu begründen) die "Arbeits-Definition von Antisemitismus" wieder entfernt wurde. Bei Honestly Concerned ist die Zeit stehen geblieben und ohne Hinweis darauf, dass man sie zurückgenommen hat,  veröffentlicht man sie >>>
 

 

 

Es zeigt sich, Unter dem Deckmantel: "Wir sind die Kämpfer gegen Antisemitismus" überwindet man "Schwierigkeiten" und findet "erfolgreiche Strategien" um notwendige Kritik zu verhindern. Yves Pallade kann ungehindert Norman Paech, Klaus Holz, Ludwig Watzal und Alfred Grosser als Antisemit diffamieren. Er zeigt sich damit als würdiger Vertreter des neuen Antisemitismus, bei dem die Opfer des Holocaust als Waffe gegen notwendige und respektable Kritik missbraucht wird.

Honestly Concerned meldet: Pressemitteilungen: DOWNLOAD: DEUTSCHER BUNDESTAG - Antisemitismusanhörung - Contributions from the Experts

Dokumentation des Expertenforums "Combating Antisemitism - Challenges and successful strategies" vom 25.01.2008 in Berlin
 


 

Im Mai 2005 gibt man es offen zu:

Erstmals gibt es ein Arbeitsdefinition von Antisemitismus, die auch gewisse Ansichten über den Staat Israel als antisemitisch einstuft und nicht mehr bloß als "legitime Israelkritik" bezeichnet! Quelle

 Weiter: "Aus unserer Sicht ist es mehr als begrüßenswert, daß es endlich solch eine wichtige und zeitgemäße Definition gibt, von der wir hoffen, daß sie allseits Unterstützung finden wird! Allen in diesen Entwicklungsprozess involvierten Personen und Organisationen sollte großer Dank ausgesprochen werden!"

Broder brachte es 2008 auf den Punkt und sagte damit auch worum es geht: "überlassen sie die beschäftigung mit dem guten alten antisemitismus den archäologen, den antiquaren und den historikern. kümmern sie sich um den modernen antisemitismus im kostüm des antizionismus und dessen repräsentanten, die es auch in ihren reihen gibt."  Quelle

Der Kampf gegen wirklichen Antisemitismus wird erkennbar bei diesem Netzwerk eigen. Der Kampf gegen wirklichen Antisemitismus wird erkennbar bei diesem Netzwerk in den Hintergrund gestellt. Neuer Antisemitismus ist für die mehr als notwendige Kritik an die Handlungen der israelischen Regierung, die Kritik am realen Zionismus. Da soll mir keiner sagen, das diese Form des Zionismus nicht Rassismus pur ist. Dieser wird von dem fragwürdigen Netzwerk verteidigt und legitimiert.

 

Der Antisemitismus "benutzt negative Stereotypen und Charakterzüge" / Antisemitism "employs sinister stereotypes and negative character traits" - Eine "Arbeitsdefinition" von Antisemitismus durch das EUMC - EUMC-Working Definition of Anti-Semitism



Im Jahr 2005 veröffentlichte das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) eine Arbeits-Definition von Antisemitismus. Sie soll als praktischer Leitfaden für die Erkennung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle sowie für die Formulierung und Umsetzung gesetzgeberischer Maßnahmen gegen den Antisemitismus dienen. Verbindlich ist die Definition aber weder für die EU noch für andere Regierungen. Das US-Außenministerium veröffentlichte denn auch das Dokument mit dem ausdrücklichen Vorbehalt: "The recitation of the EUMC 'working definition' of anti-Semitism should not be construed as an acceptance of that definition, or the statements and examples thereunder, as United States policy." (http://www.state.gov/g/drl/rls/56589.htm).



Wir dokumentieren im Folgenden die "Arbeitsdefinition" in einer (inoffiziellen) deutschen Übersetzung sowie im englischen Original.

Eine umfassende Kritik von Knut Mellenthin können Sie hier lesen: "Ausnahmeregeln für Israel". >>>

 

Ausnahmeregeln für Israel - 9.7. 2008 - Das "Europäische Beobachtungszentrum von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" hat im Januar 2005 eine Definition für Antisemitismus abgegeben. Nun könnte das unausgereifte Papier zum Maßstab praktischer Politik gemacht werden - Knut Mellenthin

Der Spiegel-Journalist Henryk M. Broder hat das erstaunliche Talent, scheinbar bekannten Begriffen einen völlig neuen Inhalt zu geben. Am 23. Juni tauchte er in einer Sendung von Report München auf und erzählte: »Dann gibt es die zweite Holocaust-Leugnung. Das sind Leute, die behaupten, daß Ahmadinedschads Politik für Israel keine Gefahr darstellt. Das heißt, die einigen wenigen leugnen den Holocaust, der passiert ist, und die nächsten bestreiten, daß es im Nahen Osten demnächst einen Holocaust geben könnte. Nach meinem Dafürhalten sind die zweiten viel gefährlicher. Das sind die Antisemiten des 21. Jahrhunderts.«

An dieser Konstruktion stimmt rein gar nichts. Im einen Fall geht es um einen historischen Sachverhalt, im anderen jedoch um unterschiedliche Vermutungen über die Zukunft. Broder versucht ganz schlicht, Menschen zu stigmatisieren und auszugrenzen, weil sie seine Vermutungen nicht teilen. >>>

 

 

EUMC Arbeitsdefinition Antisemitismus


Ursprünglich unter diesem Link erreichbar:
http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
Die EUMC Definition ist noch im Web Archiv zu finden >>>
Auch hier  noch im Webarchiv zu finden   >>>>

 

Linksammlung zum Thema

Antisemitismus : Wo Begriffe fehlen  - die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) hat die langjährige »Arbeitsdefinition des Antisemitismus« von ihrer Website genommen.

A Working Definition of Anti-Semitism - deutsch - englisch

Die Definition, die es nie gab - Otlas Blog >>>

Knut Mellenthin: Ausnahmeregeln für Israel (9.7.2008)

28. -29.04.2004 - Antisemitismuskonferenz in Berlin

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/yves_pallade_only_non_antisemites/

http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=31&Param_Red=9223

http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/kw04_antisemitismus/programm.pdf

http://www.honestly-concerned.org/Temp/Bundestag-Antisemitismusanhoerung-Contribution-from-experts.pdf

20. Mai 2005 - SONDERAUSGABE - EUMC Antisemitismus-Arbeitsdefinition: Endlich wird es offiziell: Möllemann war ein Antisemit!

 November 11, 2005 - HC SONDERAUSGABE - NGO-FORDERUNGSKATALOG - Bekämpfung des Antisemitismus

 10.9.2005 - NGO FORDERUNGEN - FORDERUNGSKATALOG ZUR BEKÄMPFUNG DES ANTISEMITISMUS

24. 11.2008 - Einladung zur Zweiten Koordinierungskonferenz deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus

Es zeigt sich, Unter dem Deckmantel: "Wir sind die Kämpfer gegen Antisemitismus" überwindet man "Schwierigkeiten" und findet "erfolgreiche Strategien" um notwendige Kritik zu verhindern. Yves Pallade kann ungehindert Norman Paech, Klaus Holz, Ludwig Watzal und Alfred Grosser als Antisemit diffamieren. Er zeigt sich damit als würdiger Vertreter des neuen Antisemitismus, bei dem die Opfer des Holocaust als Waffe gegen notwendige und respektable Kritik missbraucht wird.

Honestly Concerned meldet: Pressemitteilungen: DOWNLOAD: DEUTSCHER BUNDESTAG - Antisemitismusanhörung - Contributions from the Experts

Dokumentation des Expertenforums "Combating Antisemitism - Challenges and successful strategies" vom 25.01.2008 in Berlin

Bilder bei Honestly Concerned FOTOS: DEUTSCHER BUNDESTAG

Die Achse des Guten: Yves Pallade: Only Non-Antisemites

 17.6.2008 - Öffentliche Anhörung des Innenausschusses zum Thema "Antisemitismus in Deutschland" - Der Bock wurde zum Gärtner gemacht und sollte erklären wie man Gärten pflegt... Henryk M. Broder als "Sachverständiger"

Verbreitete Meinung war   bei der Anhörung, das den  realen Zionismus zu kritisieren Antisemitisch sei >>>

 

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