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Zensur in
Deutschland
-
Nicht nur in
Israel darf
man der
Vertriebenen
nicht
gedenken -
Die
Nakba-Ausstellung
in der
Volkshochschule
Düsseldorf
wurde nach
Intervention
der
jüdischen
Gemeinde
Düsseldorf
kurzfristig
und
willkürlich
abgehängt.
Im
Anhang meine
Stellungnahme
dazu,
die ich an
den
Verantwortlichen
der Stadt,
Herrn
Burkhard
Hintzsche,
Sozialdezernent,
burkhard.hintzsche@duesseldorf.de
geschickt
habe.
Ich würde
mich über
sachliche
Kritik
gegenüber
Herrn
Hintzsche an
der
Entscheidung
freuen.
Folgende
Stellungnahme
eines
Vertreters
der
jüdischen
Gemeinde bei
einem
Rundgang
durch die
Ausstellung
führte zur
Absage:
"Nachdem
Herr
Szentei-Heise
sich einen
Überblick
über den
Inhalt
verschafft
hatte,
merkte er
an, dass aus
seiner Sicht
ein
entscheidender
Fakt in der
Ausstellung
fehle.
Explizit
gehe es um
die Aussage,
dass der
junge Staat
Israel
unmittelbar
nach seiner
Gründung von
den
Armeen sechs
arabischer
Staaten
angegriffen
worden sei.
In der
Ausstellung
könne der
Eindruck
entstehen,
dass die
Juden
alleine für
Elend und
Vertreibung
der
Palästinenser
verantwortlich
wären."
Diese
Behauptung
ist falsch.
Ingrid Rumpf
Kurzkommentar
E. Arendt:
Ja,
dieser
Eindruck
"dass
die Juden
alleine für
Elend und
Vertreibung
der
Palästinenser
verantwortlich
wären" darf
natürlich
nicht
erweckt
werden, "natürlich"
sind die
Palästinenser
an ihrer
Vertreibung,
ihrem Elend
mitschuldig.
Sie haben
ihre
Opferrolle
nicht
schweigend
angenommen.
Es darf
nicht sein,
dass die
Opfer von
Vertreibung,
Unterdrückung
und Mord auf
ihr
Schicksal
aufmerksam
machen, man
darüber
berichtet?
Wieder
einmal - in
alter
deutscher
Tradition -
zeigen
deutsche, dass
sie nichts
aus der
Geschichte
gelernt
haben. Sie
stellen sich
gegen die
Opfer, auf
die Seite
der Täter,
scheinen
sich dort
immer noch
am wohlsten
zu fühlen.
Stellungnahme
und
Hintergrundinformation
zur Absage
der
Nakba-Ausstellung
der VHS -
Düsseldorf
am 24.3.2011
von Ingrid
Rumpf
- Als
Verantwortliche
für Inhalt
und
Konzeption
der
Wanderausstellung
„Die Nakba –
Flucht und
Vertreibung
der
Palästinenser
1948“ möchte
ich aus
Anlass des
Abbruchs der
Ausstellung
in der VHS
in
Düsseldorf
folgenden
ergänzenden
Hinweise zu
der
Ausstellung
geben. Die
von mir als
Vorsitzender
für den
Verein
„Flüchtlingskinder
im Libanon
e.V.
erstellte
und von der
Stiftung
Entwicklungs-Zusammenarbeit
des Landes
Baden-Württemberg
und dem
Evangelischen
Entwicklungsdienst
geförderte
Ausstellung
ist seit
April 2008
über lange
Zeit ohne
wesentliche
Einwände in
64 Orten
(Volkshochschulen,
Universitäten,
Kirchengemeinden,
Gewerkschaftshäusern
u. a.
renommierten
Ausstellungsräumen)
in
Deutschland
zu sehen
gewesen. Die
Ausstellung
wurde von
Tausenden
von
Besuchern
gesehen und
ist auf ein
Der
Verantwortliche für die
Absage: Herrn Burkhard Hintzsche,
Sozialdezernent,
burkhard.hintzsche@duesseldorf.de
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Aktuell - Verwaltungsgericht Düsseldorf - 29.3.2011 - ...Gegen die Absetzung der Ausstellung durch die VHS, die laut einem Aktenvermerk der Stadt nachweislich auf Betreiben eines Vertreters der jüdischen Gemeinde zustande gekommen ist, wurde von den Veranstaltern, der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, Regionalgruppe Düsseldorf, ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gestellt, der allerdings vom Verwaltungsgericht Düsseldorf zurückgewiesen wurde. Das Gericht argumentiert sinngemäß, dass in dem geschlossenen Vertrag der DPG von der VHS kein Rechtsanspruch für das Zeigen der Ausstellung eingeräumt wird. Vielmehr ist die VHS selbst der Veranstalter und kann daher ihre frühere Entscheidung zugunsten der Naba-Ausstellung auch wieder rückgängig machen. Über die politische Fragwürdigkeit und die das Klima vergiftende Wirkung der Entscheidung der Stadt Düsseldorf sagt das Gericht naturgemäß nichts.. Quelle Ingrid Rumpf |
Aus dem Netzwerk der
Verhinderer:
Am 26.03. demonstriert die Assoziation gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft NRW um 14.00 in Düsseldorf vor der VHS gegen die in den Räumlichkeiten der Volkshochschule gezeigte geschichtsrevisionistische Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“. Der genaue Ort und Zeitpunkt der Kundgebung: Bertha-von-Suttner-Platz 1 um 14:00
Reaktionen auf die Absage RA. Henning Kroymann - Herrn Oberbürgermeister Dirk Elbers - Marktplatz 1 - 40213 Düsseldorf - 7.4.2011
Verbot der Palästina-Ausstellung in der VHS Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, von einer Israel/Palästina – Reise zurückkommend, erfuhr ich von Ihrer Untersagung der Nakba-Ausstellung in den Räumen der VHS am Bertha-von-Suttner-Platz erst, als ich zusammen mit meiner Frau die Abschlussveranstaltung am 29.März „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ besuchen wollte. Wir fanden am Einladungsort stattdessen die fassungs- und ratlosen Organisatoren der Ausstellung vor, die uns berichteten, dass nun auch dieser Dia-Vortrag untersagt worden sei. 2 Security-Mitarbeiter standen die ganze Zeit über in unmittelbarer Nähe!
Auch wir waren fassungslos über dieses mit unserem Grundgesetz unvereinbare Verbot.
Sie begründen Ihr Verbot mit der von Herrn Szentei-Heise geäußerten Behauptung einer einseitigen Darstellung der geschichtlichen Geschehnisse - das ist jener, der sich in Gegenwart Ihres Amtsvorgängers Joachim Erwin bei der Ausstellung „Zug der Erinnerung“ auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesbahn eine unglaubliche Entgleisung erlaubte.
Deshalb meine Frage an Sie, ob Ihnen die nachstehenden Fakten bekannt sind:
1.) Die Vereinten Nationen haben schon 1949 in ihrer Resolution Nr. 194 verlangt, dass die 750.000 durch Israel vertriebenen Palästinenser in ihre Heimat zurückkehren dürfen.
2.) Im gleichen Jahr haben die Vereinten Nationen ihre Hilfsorganisation UNRWA ins Leben gerufen zur Unterstützung und zur Sicherung der Überlebensfähigkeit der palästinensischen Flüchtlinge. Diese UNO-Organisation setzt ihre Hilfstätigkeit bis heute fort.
Die Ausstellung ist vom gemeinnützigen Verein „Flüchtlingskinder im Libanon e.V.“ konzipiert und bisher ohne Beanstandungen oder gar Ausstellungsverboten in über 60 Orten in Deutschland gezeigt worden, in Volkshochschulen, Kirchengemeinden, Gewerkschaftshäusern u.ä., und das mit Unterstützung des Evangelischen Entwicklungsdienstes und weiterer kirchlicher und staatlicher Organe.
Wir selbst, die Eheleute Kroymann, unterstützen diesen Verein seit 2004 regelmäßig, allein bis 2010 mit dem Betrag von insgesamt 8.227 €, und werden ihm auch künftig mindestens 1.000 € pro Jahr zuwenden. Wir erwähnen dies, damit Sie sehen können, welchen Stellenwert die Arbeit des Vereins und seiner Vorsitzenden Ingrid Rumpf in den libanesischen Flüchtlingslagern auch für uns hat.
„Schirmfrau“ des Vereins ist die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer, die seit 1990 in Tübingen lebt und deren Engagement vom Bundespräsidenten im Jahre 2009 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse gewürdigt wurde, und die damit auch von höchster Stelle unseres Staates die Anerkennung für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Rechte der Palästinenser erhalten hat.
Als Felicia Langer dadurch - und sogar der Bundespräsident selbst - in das Fadenkreuz pro-israelischer Fanatiker geriet, stellte sich in vorbildlicher Weise Ihr Tübinger Amtskollege, Oberbürgermeister Boris Palmer, vor Felicia Langer und damit auch den Bundespräsidenten und wies die verleumderische Hetze dieser Leute zurück.
Ausgerechnet in Düsseldorf, der Stadt Heinrich Heines, gibt es aber immer wieder Versuche dieser rassistischen und rechtsradikalen Leute, sachliche und der historischen Wahrheit verpflichtete Veranstaltungen zu verhindern. So geschehen z.B. bei einem wissenschaftlichen Symposium im Düsseldorfer Ehrenhof im März 2005 mit renommierten internationalen Teilnehmern wie dem israelischen Professor Moshe Zuckermann. Oder aus der jüngsten Vergangenheit ein Vortrags- und Diskussionsabend mit dem Duisburger Kommunalpolitiker und Oberbürgermeisterkandidaten der Kommunalwahl 2009, Hermann Dierkes, der dann in das „Zakk“ ausweichen musste (und immerhin konnte), weil der ursprünglich vereinbarte Versammlungsort ihm aufgrund der Drohungen der gleichen rechtsradikalen Leute entzogen worden war. Dies deshalb, weil sich Hermann Dierkes hinter eine Forderung des Weltsozialforums gestellt hatte, in den besetzten Gebieten Palästinas, also geraubtem Land, hergestellte Waren israelischer Unternehmen zu boykottieren.
In Deutschland ist endlich die Leugnung des Holocaust unter Strafe gestellt worden.
Was für die Juden der Holocaust gewesen ist, das ist für die Palästinenser die „Nakba“, die Katastrophe, die neben der Vertreibung der Palästinenser und der Zerstörung ihrer Dörfer und Lebensgrundlagen bis auf den heutigen Tag fortwirkt. Dies beweisen die Flüchtlingslager in den benachbarten arabischen Ländern wie auch den besetzten Gebiete mit schon in der dritten Generation lebenden Flüchtlingen.
Die gegenwärtige Regierung Israels hat erst vor wenigen Wochen in der Knesset mehrere Gesetze durchgebracht, die eine Erinnerung an die Nakba verbieten und Gemeinde-verwaltungen Geldstrafen auferlegen, die eine Erinnerung daran hochhalten wollen.
Warum nur geben Sie sich dafür her, diese israelische Gesetzgebung hier bei uns umzusetzen und Nakba- Leugner zu stützen? Sehen Sie denn nicht, dass dadurch Antisemitismus noch befördert wird?
Ich bitte Sie eindringlich, Ihre Entscheidung zu überdenken, und die Ausstellung in Düsseldorf zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen, einschließlich des jetzt unterbundenen Vortrags „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“.
Mit freundlichen Grüßen Henning Kroymann
Dr.
Volker
Wild
-
Dr.
Norma
Khoury-Nolde
An den
Oberbürgermeister
der
Landeshauptstadt
Düsseldorf
Herrn
Dirk
Elbers
- Marktplatz
1-2
- 52000
Düsseldorf
Betr.:
Abbruch
der
Ausstellung
„Die
Nakba.
Flucht
und
Vertreibung
der
Palästinenser
1948“
in der
VHS
Düsseldorf
Sehr
geehrter
Herr
Oberbürgermeister,
mit
Empörung
haben
wir
erfahren,
dass
die
Ausstellung
„Die
Nakba.
Flucht
und
Vertreibung
der
Palästinenser
1948“,
die
die
Hilfsorganisation
„Flüchtlingskinder
im Libanon
e.V.“
in der
VHS
Düsseldorf
gezeigt
hat,
auf
Veranlassung
der
Stadt
abgebrochen
werden
musste.
Die
Ausstellung
zeigt
die
Geschichte
der
Vertreibung
der
Palästinenser
aus
dem
Gebiet
des
späteren
Staates
Israel,
die
unsägliches
Leid
über
Millionen
Menschen
gebracht
und
aus
dem
palästinensischen
Volk
ein
Volk
von
Flüchtlingen
gemacht
hat.
Die
Ausstellung
ist
sorgfältig
recherchiert,
stützt
sich
auf
anerkannte
wissenschaftliche
Untersuchungen
und
ist
sachlich
in ihrer
Darstellung.
Sie
hat
nichts
mit
Antisemitismus
oder
Israelfeindlichkeit
zu tun,
sonst
hätte
sie
nicht
die
Unterstützung
des
Evangelischen
Entwicklungsdienstes
e.V.
und
der
Stiftung
Entwicklungs-Zusammenarbeit
Baden-Württemberg
gefunden
und
wäre
nicht
so erfolgreich
in vielen
Städten
gezeigt
worden.
Deutschland
hat
sich
verpflichtet,
sich
für
den
Bestand
und
die
Sicherheit
des
Staates
Israel
in den
völkerrechtlich
anerkannten
Grenzen
einzusetzen.
Diese
Verpflichtung
kann
nicht
bedeuten,
die
Augen
vor
der
Tragödie
des
palästinensischen
Volkes
zu verschließen,
die
mit
der
Gründung
dieses
Staates
verbunden
war.
Wir
Deutsche
sollten
nicht
erneut
dem
Vergessen
das
Wort
reden
und
sollten
uns
auch
an das
zu erinnern,
was
im größeren
Zusammenhang
die
Folgen
der
nationalsozialistischen
Verbrechen
gewesen
sind.
Diese
Geschichte
aus
unserer
Erinnerung
zu verbannen,
heißt
Leid
und
Vertreibung
zu verlängern.
Es heißt
auch,
Hass
zu säen,
wo Verständnis
und
Verständigung
notwendig
sind.
Verständnis
geht
aber
nicht
ohne
das
Wissen,
um das
sich
diese
Ausstellung
bemüht.
Ohne
öffentliche
Diskurse
über
die
Palästina-Problematik,
wird
sich
in der
deutschen
Öffentlichkeit
auch
kein
Konsens
über
den
palästinensisch-israelischen
Konflikt
bilden
können
und
bleibt
die
deutsche
Nahostpolitik
den
taktischen
Erwägungen
der
politischen
Parteien
und
den
Interessen
wirtschaftlicher
Akteure
ausgeliefert.
Eine
Politik,
die
in unserer
Wertorientierung
begründet
ist,
sieht
anders
aus.
Es geht
in diesem
Fall
nicht
um Solidarität
mit
Israel.
Es geht
um die
Solidarität
mit
einem
Volk,
das
vertrieben
wurde.
Menschenrechte
sind
nicht
teilbar.
Wir
können
uns
nicht
nach
Gesichtspunkten
politischer
Opportunität
entscheiden,
wem
wir
sie
zubilligen.
Nicht
anders
als
ein
Akt
des
politischen
Opportunismus
muss
aber
der
Abbruch
der
Ausstellung
verstanden
werden.
Die
Unterbindung
der
Ausstellung
verletzt
darüber
hinaus
das
Recht
auf
freie
Meinungsäußerung,
das
auch
kommunale
Behörden
zu respektieren
haben.
Es kann
nicht
ins
Belieben
einer
Volkshochschule
oder
eines
Bürgermeisters
gestellt
werden,
darüber
zu entscheiden,
wer
in öffentlichen
Einrichtung
seine
Meinung,
sofern
sie
sich
in den
Grenzen
des
Rechts
bewegt,
äußern
darf
und
wer
nicht.
Eine
Zensur
findet
nicht
statt,
heißt
es im
Grundgesetz.
Noch
verheerender
ist
aber
der
Eindruck,
die
Stadt
Düsseldorf
habe
sich
den
Vertretern
partikularer
Interessen
willfährig
gezeigt
und
auf
deren
Betreiben
hin
Zensur
ausgeübt.
Das
sind
vielleicht
die
Praktiken
einer
Bananenrepublik,
die
aber
der
Bundesrepublik
unwürdig
sind
und
in einem
Rechtsstaat,
der
pluralistisch-demokratisch
verfasst
ist,
nicht
akzeptiert
werden
können.
Offensichtlich
vertritt
Ihre
Stadt
ein
selektives
Verständnis
von
Pluralismus.
Sucht
man
auf
Ihrer
Website
nach
Moscheen
wird
man
auf
eine
Seite
verwiesen,
die
es noch
gar
nicht
gibt.
Sucht
man
nach
Islam,
findet
man
einen
Hinweis
auf
islamische
Keramik.
Sucht
man
nach
Muslim,
wird
man
auf
die
Jüdischen
Kulturtage
verwiesen.
Man
fragt
sich,
wo Düsseldorf
eigentlich
liegt.
Es scheint
jedenfalls
nicht
in Deutschland
zu liegen,
denn
der
Islam
ist,
wie
Bundespräsident
Wulff
es ausgedrückt
hat,
Teil
Deutschlands.
Auch
die
bei
uns
lebenden
Palästinenser
sind
ein
Teil
Deutschlands.
Auch
sie
haben
ein
Recht,
ihre
Geschichte
zu erzählen,
und
wir
tun
gut
daran,
ihnen
zuzuhören.
Wir
werden
uns
dafür
einsetzen,
die
Ausstellung,
die
in den
Einrichtungen
Ihrer
Stadt
nicht
gezeigt
werden
kann,
an möglichst
vielen
Orten
in Berlin
der
Öffentlichkeit
zugänglich
zu machen.
Mit
freundlichen
Grüßen
31.3.2011
Eva-Maria Kustermann - Tübingen - Sehr geehrter Herr Burkhard Hintzsche,
Ihre Entscheidung, die Ausstellung über die Nakba
in der Volkshochschule Düsseldorf abbrechen zu lassen,
finde ich erschreckend und nicht förderlich für eine konstruktive
durchaus kritische Auseinandersetzung mit den dort gezeigten Inhalten.
Entspricht dieses Vorgehen Ihrer Einschätzung nach wirklich
demokratischen Grundsätzen?
Als Lehrerin und Leiterin eines Seminarkurses an einem Tübinger
Gymnasium zum Thema "Brennpunkt Nahost" habe ich sehr gute Erfahrungen
mit dieser Ausstellung gemacht. Selbstverständlich haben wir nicht nur
den Blickwinkel der Ausstellung berücksichtigt sondern auch andere
Meinungen gehört. Warum, sehr geehrter Herr Burkhard Hintzsche, nehmen
Sie den Streit um die Ausstellung nicht zum Anlass auch konträre
Stimmen zu Wort kommen zu lassen, bzw. diejenigen, die -im Gegensatz
zu anderen Sachkundigen- die Ausstellung grundsätzlich in Frage
stellen , dazu zu ermutigen?
Selbst kurzfristig gibt es Möglichkeiten der Kritik einen sichtbaren
Platz zu verschaffen:
Als die Ausstellung im Haus Lamm der Evangelischen
Gesamtkirchengemeinde Tübingen - hier mitten in der Stadt- gezeigt
wurde, gab es z.B. auf Stellwänden die Möglichkeit kritische
Kommentare anzubringen...
Die Ausstellung ist ein sehr wichtiger Beitrag zu öffentlichen
Diskussion eines verdrängten Themas. In seiner Eröffnungsrede hat das
Professor Tugendhat sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.
Es wäre wünschenswert, wenn auch in Düsseldorf eine offene
Auseinandersetzung über konträre Standpunkte möglich wäre.
Mit freundlichem Gruß Eva-Maria Kustermann
Erika Horn - An den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Herrn Dirk Elbers
An den Sozialdezernenten der Stadt Düsseldorf, Herrn Burkhard Hintzsche
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Elbers,
Die Absetzung der Düsseldorfer "Nakba-Ausstellung" hat mich persönlich sehr betroffen gemacht, da ich noch zu den sogenannten "Zeitzeugen der palästinensischen Geschichte" gehöre.
1936 bin ich in Jerusalem geboren, hatte eine christlich-palästinensische Mutter und einen deutschen Vater. Im November 1942 kamen meine Mutter, meine Schwester und ich in einem Austausch gegen Juden (Second Exchange) nach Deutschland.
In der Bilddokumentation von Jakob Eisler "Kultureller Wandel in Palästina im frühen 20. Jahrhundert" ist auf Seite 298 mein palästinensischer Großvater mit 6 seiner Kinder ( 2. von rechts meine Mutter) vor dem Eingang seines Hauses in Jerusalem, einem wunderschönen Anwesen zu sehen.
Hinter dem Garten meines Großvaters konnte man über die Felder in das benachbarte palästinensische Dorf LIFTA laufen.
Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, handelt es sich bei Lifta um ein Dorf, das 1948 von der Hagana entvölkert wurde. Im Gegensatz zu vielen der 530 palästinensischen Dörfer und Städte, die während des Krieges 1947/48 erobert und mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht wurden, sind ein paar von den Häuser in Lifta intakt geblieben. Sie stellen heute ein seltenes und gut erhaltenes Beispiel palästinensischer Dorfkultur dar. Da Israel den ehemaligen Bewohnern bis heute die Rückkehr in ihre Häuser verwehrt, gleicht Lifta einem Geisterdorf.
Die Jerusalemer Stadtverwaltung will das Gelände nun in ein Luxuswohnviertel umwandeln. Hierfür soll die palästinensische Bausubstanz abgerissen und dafür 212 Luxusappartements in Villen sowie ein Hotel errichtet werden.
Eine einstweilige Verfügung mehrerer Menschenrechtsorganisationen hat die bereits laufende Ausschreibung zum Bau nun gestoppt.
Einer meiner Cousins wohnte in Lifta. Mit 10 Jahren erlebte er die Vertreibung: nach einem Wochenendausflug heimkehrend, durfte keiner meiner Verwandten in Jerusalem und Umgebung mehr in die eigenen Häuser zurück; Juden waren eingezogen. Sie durften auch nichts mitnehmen.
Später kam mein Cousin nach Deutschland und er berichtete über die schreckliche Zeit der Vertreibung, wie meine große palästinensische Verwandtschaft zusammengepfercht hauste......
Ich nehme aber an, daß Sie dies alles auch wissen.
Nachdem die wenigen heute noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust darüber in Schulen berichten dürfen, kann ich nicht verstehen, weshalb es in Düsseldorf Angst auslöst, wenn über die Tatsachen der Vertreibung der Palästinenser
berichtet wird. Mich bedrückt das schlimme Los der Palästinenser in ähnlicher Weise wie die Erinnerung an das Unrecht, das den Juden angetan wurde.
Aus diesem Grunde habe ich mich an einer vorbildlichen Aktion der Stadt Karlsruhe beteiligt:
Über 1000 Karlsruher Juden fanden zwischen 1933 und 1945 den Tod. Sie sollten nach dem Willen der Nationalsozialisten namenlos vergessen werden. Bürger und Bürgerinnen der Stadt Karlsruhe, betreut durch das Stadtarchiv, schreiben seit einigen Jahren an einem Gedenkbuch, in dem die Biographien dieser Ermordeten zusammengefasst werden. Dieses Gedenkbuch ist im Internet einsehbar: http://my.informedia.de
Vom 2. - 30. Juli 2009 konnte in Karlsruhe die "Nakba-Ausstellung" gezeigt werden. Ausstellung und Gastvorträge (von deutschen und israelischen Referenten) waren sehr gut besucht und die Diskussionen hinterher sehr sachlich.
Nach dem Holocaust haben wir Deutschen die Pflicht, über Unrecht aufzuklären, und zwar auch über das Unrecht, das den Palästinensern angetan wird.
Deshalb bitte ich dringend, die "Nakba-Ausstellung" in Düsseldorf wie ursprünglich geplant, durchführen zu lassen. Ich begründe meine Eingabe mit meiner persönlichen Biographie und den Informationen über das Unrecht, das dem palästinensischem Volk angetan wurde und noch wird.
Sehr geehrter Herr Elbers, ich würde mir wünschen, daß Sie nicht zu diesen deutschen Politikern gehören, die durch die ethnische Säuberung der Palästinenser versuchen, die deutsche Schuld an den Juden auf diese Art wieder gutzumachen.
Mit freundlichen Grüßen
Erika Horn Gudrun Ullmann:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Elbers,
gegen die von Ihrem Herrn Hintzsche verfügte Absetzung der Nakba-Ausstellung in den Räumen der VHS protestiere ich auf das Schärfste. Die Behauptungen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf wurden schon von anderer Seite ausführlich widerlegt. In welcher Weise die systematische Vertreibung der Palästinenser vor sich ging, können Sie z.B. Ilan Pappes Beschreibungen in den beigefügten Zitaten 13 entnehmen.
Im Jahr 1967 kam es zu weiteren brutalen Vertreibungen von Palästinensern aus Flüchtlingslagern und Dörfern des Westjordanlandes. Vertriebene, die versuchten nachts in ihre Häuser zurückzukehren, wurden von der israelischen Armee gefangen genommen und auf der Stelle erschossen, beschreibt der frühere Knesset-Abgeordnete Uri Avnery in seinem Buch „Ein Leben für den Frieden – Klartexte über Israel und Palästina“ (siehe anliegenden Auszug).
Des weiteren verweise ich auf die eindrucksvollen Darlegungen des jüdischen Professors Tugendhat, der mit seiner Rede die Nakba-Ausstellung in Tübingen eröffnete.
Ich halte es für geboten, daß sich auch der Rat der Stadt Düsseldorf mit der rechtswidrig ausgeübten Zensur beschäftigt.
Für eine Stellungnahme wäre ich Ihnen dankbar. Zugleich bitte ich um Verständnis, daß ich meinen Brief den an der Nakba-Ausstellung Beteiligten zur Kenntnis bringe.
Mit freundlichen Grüßen Gudrun Ullmann
Anlagen:
- Zitate 13
- Buch Avnery
- Rede des Prof. Tugendhat
Nakba-Ausstellung
Herrn
Dezernent Hintzsche
Stadt Düsseldorf
burkhard.hintzsche@dueseldorf.de
Siegfried Ullmann - Sehr geehrter Herr Hintzsche,
entsprechend den Äußerungen israelischer Rabbiner wurden Gojim (Nichtjuden) nur geschaffen, um den Juden zu dienen. Ein Beispiel derartiger Äußerungen finden Sie in den beigefügten Zitaten 16, in denen sich auch eine Stellungnahme zu einer anderen Nakba-Ausstellung befindet. Vielleicht ist der Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ebenfalls der Meinung, daß Sie den Juden und damit auch ihm zu dienen hätten.
Die von Ihnen allem Anschein nach übernommene Argumentation entbehrt jeglicher geschichtlicher Grundlage. Schon Theodor Herzl plante die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung in seinem zionistischen Projekt (siehe Zitate 4).
Kritische Juden, die für Humanität, Recht und Gerechtigkeit einstehen, wie Alfred Grosser, Erich Fried und Noam Chomsky, haben stets das an den Palästinensern begangene Unrecht angeprangert (siehe anliegende Zitate 8 und 9 sowie Auszug aus einem Buch Alfred Grossers). Ben Gurions Tagebücher zeigen, daß die gewaltsame Vertreibung der Palästinenser von langer Hand geplant wurde. Und nach 1948 hat es weitere Massaker gegeben, wie Erich Fried in seinem Gedicht "Einige von Ihnen" beschreibt.
Ich hoffe, daß meine Informationen dazu beitragen, Ihren Standpunkt zu revidieren. Allem Anschein nach hat mangelnde Information und damit Qualifikation zum Verbot der Nakba-Ausstellung geführt.
Herrn Oberbürgermeister Elbers und den Organisatoren der Ausstellung werde ich eine Ausfertigung meines Schreibens zukommen lassen.
Für eine Stellungnahme zu den Ihnen übermittelten Informationen wäre ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichen Grüßen Siegfried Ullmann
Anlagen:
-Zitate 4, 8, 9 und 16
-Auszug Buch Alfred Grosser
30.3.20110
Karl Schmidt - Sehr geehrter Herr Hintze, die kurzfristige und willkürliche Absetzung der Ausstellung "NAKBA - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948" in Düsseldorf auf Einspruch von Herrn Hintze finde ich allarmierend.
Bevor die arabischen Truppen Israel angriffen, hatte David Ben Gurion mit einem Beraterstab die Vertreibung von Palästinensern (für sie die NAKBA) beschlossen und in Gang gesetzt..
Traurigerweise geht diese Nakba-Vetreibung bis jetzt durch unzählige Maßnahmen gezielt weiter.
Das sollte Sie wie auch Herrn Hintze aufrütteln. Denn damit wird jede gerechte Friedenslösung untergraben - und drohen dem irsaelischen Staat unabsehbare Gefahren.
Hoffentlich treffen sich noch beizeiten Shalom und Salam (nach Jesaja 32,17)!
Hochachtunsvoll
Karl Schmidt, Pfarrer i.R. (seit 1973-1990 Vorkämpfer gegen die südafrikanische Apartheid + für die Freilassung von Nelson Mandela), ANC
Dieter Helbig i.A. des Palästina-Arbeitskreises des „Nürnberger Evang. Forums für den Frieden“ (NEFF)
Protest gegen die willkürliche, rechtswidrige Absetzung der NAKBA-Ausstellung in Düsseldorf und deren Bestätigung durch ein Fehlurteil des Verwaltungsgerichts.
1 ) Wir protestieren gegen den willkürlichen Verwaltungsakt der VHS-Düsseldorf, die bereits laufende Ausstellung – samt Begleitprogramm – plötzlich und unbegründet (s.u.) „abzubauen“. Das ist unseres Erachtens ein Vertragsbruch durch die VHS ; der in erschreckender Weise durch das Fehlurteil des zuständigen Verwaltungsgerichts auch noch bestätigt wird – jeden- falls nach den uns bisher vorliegenden Informationen.
2 ) Auslöser dieses Vertragsbruchs war – wie wir hören – die Behauptung eines Mitglieds der israelitischen Kultusgemeinde Düsseldorf, in der Ausstellung werde – „wahrheitswidrig“ - dem Verhalten der Juden in Palästina die Alleinschuld an Flucht und Vertreibung der Paläs- tinenser 1947/48 zugeschrieben.
3 ) Dazu stellen wir fest :
a ) In der Tat versucht die NAKBA-Ausstellung , bisher von interessierten Kreisen unter- drückte oder unrichtig dargestellte Fakten im Zusammenhang mit dem sog. „Israelischen Unabhängigkeitskrieg“ richtigzustellen.
b ) Wie vor allem aus der scharfen Auseinandersetzung des zionistischen Pazifisten Martin Buber mit dem aggressiven Zionismus Ben Gurions hervorgeht, hat B.G. seit dem Beginn (!!) des 20. Jahrhunderts versucht, die zunehmende sog. „Landnahme“, unterstützt durch zionis- tische Terroristen, vor der Weltöffentlichkeit zu verschleiern. Im Grunde ist nämlich seit der Balfour-Declaration (1917) in Palästina ein dauernder Bürgerkrieg im Gang.
c ) Ben Gurion hat wenige Tage nach der Bekanntgabe des UNO-Teilungsplans (Nov.1947) diesen Guerilla-Krieg gegen die Palästinenser verschärft- also noch während der Mandats-
zeit ! Dabei versuchten er und seine Terroristen schon ab Dezember 1947 so viel wie möglich arabisches Land – jenseits der festgesetzten UNO-Teilungsgrenzen - zu erobern. Das gilt insbesondere für das von der UNO zu einer neutralen Zone erklärte Jerusalem. – Schon Monate vor der israelischen Unabhängigkeitserklärung im Mai 1948 wurden dadurch viele arabische Dörfer zerstört und Tausende Menschen in die Flucht getrieben, bzw. mit Gewalt davon- gejagt.
d ) Erst danach, als es im Mai 1948 offensichtlich wurde, dass der neue Staat Israel nun quasi „offiziell“ seinen Eroberungskrieg weiterführen würde, griffen die Armeen der arabischen Nachbarstaaten offiziell und militärisch ein.
4 ) Dies ist die Wahrheit, die längst auch durch die Veröffentlichungen der sog. „Neuen Historiker“ in Israel gestützt wird. Somit handelt es sich bei dem Verbot um einen Akt der Zensur.
5 ) Wir fordern daher, dass die letztlich eine Geschichtslüge sanktionierende Fehlentscheidung des Verwaltungsgerichts aufgehoben wird. - Wir fordern weiter, dass die Stadt Düsseldorf sich für ihr Fehlverhalten entschuldigt. - Wir fordern schließlich, dass die NAKBA-Ausstellung umgehend wieder geöffnet, also der Öffentlichkeit nicht länger rechtswidrig vorenthalten wird.
Im Auftrag der Gruppe, aber in eigener Verantwortung, verfasst von Dieter Helbig.
Angelika Brosig www.juden-in-schopfloch.de - Sehr geehrter Herr OB Elbers, - Stadt Düsseldorf - sehr geehrter Sozialdezernent Hintzsche, - Stadt Düsseldorf -
Mein Name ist Angelika Brosig, ich kümmere mich in meinem Wohnort Schopfloch um den verwaisten jüdischen Friedhof Schopfloch in Mittelfranken, bin so mit vielen jüdischen Nachkommen und anderen Leuten aus jüdischen Gemeinden befreundet und bekannt.
Ich bin auch mit Frau Ingrid Rumpf befreundet und kenne und schätze ihre Arbeit wie ihr Engagement für die Palästinenser sehr.
Es ist sehr bedauerlich, dass Sie diese Ausstellung, die einen Einblick in die andere Seite Israels aus der Sicht der Palästinenser vermittelt, in Ihrer Stadt nicht zulassen.
Die Ausstellung ist natürlich kritisch, aber haben wir denn nun schon Zeiten, in denen Kritik nicht mehr zugelassen wird....
Schade, dass Sie hier das demokratische Recht auf freie Meinungsbildung so einschränken, denn auch diese Arbeit ist sehr wertvoll und wichtig, gerade für uns Deutsche.
Ich habe grossen Respekt für die Arbeit von Frau Rumpf, sie hat ja auch Respekt für meine Arbeit!
Mit freundlichen Grüssen, Angelika Brosig www.juden-in-schopfloch.de
Bassel Makhouly: Sehr geehrter Herr Hintzsche,
mit großem Erstaunen und Enttäuschung Erfuhr ich vom Abbau der die „Nakba Ausstellung“ in der VHS.
In der Zeit um 1948 wurde mehr als 400 palästinensischen Dörfer vernichtet und mehr als 700000 Palästinenser aus ihrem Land vertrieben. Neue historische Studien (u.a. Ilan Pape) belegen, dass nicht nur die Pläne für ethnische Säuberungen sondern auch Massaker bereits vor der Kriegserklärung der arabischen Staaten bestanden und stattfanden. Die Beispiele von den palästinensischen christlichen Dörfern, Kafr Bir'im und Iqrit, zeigen deutlich, dass diese ethnische Säuberung sogar nach der Staatsgründung von Israel durchgeführt wurde. Das ist der palästinische Holocaust, die Al Nakba.
Rechtsgerechte Israelische und zionistische Kräfte versuchen mit allen Mitteln diesen Abschnitt der Geschichte zu verleugnen und sogar zu löschen.
Die jetzige Knesset, das israelische Parlament, das für seine rassistischen Gesetze für weltweite Empörungen sorgte, verabschiedete, am 23.03.2011 ein Gesetz, das das öffentliche Gedenken an die Al Nakba unter Straffe stellt.
Ich finde es sehr traurig und empörend, dass der Einfluss diese Rechten bis zu einer Institution eines Rechtsstaates in Düsseldorf reicht!
Meiner Meinung nach stellen Sie mit Ihrer Tat, die „Nakba Ausstellung“ aus den Räumen der Düsseldorfer VHS abzubauen, die politische Unabhängigkeit städtischer Bildungseinrichtungen in Frage sowie auch verletzen Sie den Anspruch der Bürger auf vielseitige Information und auf freie Meinungsäußerung.
„Wir werden die Geschichte nicht zurückdrehen, sie aber zu verschweigen ist ein Verbrechen, so groß wie das Verbrechen was begangen wurde“
Mit verständnislosen Grüßen Bassel Makhouly
29.3.2011
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Abraham Melzer - DER SEMIT -Unabhängige Jüdische Zeitschrift - Mitglied im Vorstand der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. - Aufgrund dieses Aktenvermerks wurde die Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ von der Stadt Düsseldorf geschlossen. Solche und ähnliche Aktenvermerke haben in Deutschland Tradition und haben schon viel Unheil angerichtet. Die NS-Zeit ist voll mit Aktenvermerken. Diese hat sogar eine Nummer: 40/603/1.
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„Mit Herrn Szentei-Heise (Jüdische Gemeinde Düsseldorf), Frau Hodali (Deutsch-palästinensische Gesellschaft), Herr Hartmann (FB-Leiter VHS) und dem Unterzeichnet fand am heutigen Tag (24.03.2011) um 14.25 eine Begehung der o.g. Ausstellung statt.
Nachdem Herr Szentei-Heise sich einen Überblick über den Inhalt verschafft hatte, merkte er an, dass aus seiner Sicht ein entscheidender Fakt in der Ausstellung fehle. Explizit gehe es um die Aussage, dass der junge Staat Israel unmittelbar nach seiner Gründung von den Armeen sechs arabischer Staaten angegriffen worden sei. In der Ausstellung könne der Eindruck entstehen, dass die Juden alleine für Elend und Vertreibung der Palästinenser verantwortlich wären.
Diesen Inhalt habe ich Herrn Vollmer unmittelbar nach dem Gespräch telefonisch übermittelt. Herr Vollmer sagte zu, eine Entscheidung über die Weiterführung oder den Abbau der Ausstellung bei Herrn Beigeordneten Hintzsche herbeizuführen. Kurz darauf rief mich Herr Vollmer zurück und teilte mit, Herr Hintzsche habe entschieden, dass die Ausstellung abgebaut wird. Ich habe entsprechendes veranlasst.“ |
Wieso erinnert mich diese Diktion an unzählige Aktenvermerke aus der NS-Zeit? Wie kommt Herr Szentei-Heise eine Ausstellung über die Nakba, die zu keinem Zeitpunkt von sich behauptet hat, dass sie nicht einseitig sei, zu „begehen“? Was hat er da zu suchen? Haben die Palästinenser kein Recht auf „ihre“ Sicht der Ereignisse um 1947/1948/1949 ? Und auf Tafel 6 wird übrigens sehr wohl über den Einfall der arabischen Armeen berichtet. Herr Szentei-Heise kam aber nur bis Tafel 4.
Ich bin empört und wütend, weil ich weiß, dass solche Aktionen unverantwortlicher jüdischer Gemeinde-Schmocks uns mehr schaden als nützen. Es hat in Frankfurt angefangen, dann in München, in Berlin, in Freiburg und nun in Düsseldorf. Ich bin der Meinung, dass wir mehr machen müssen, als nur den Brief schreiben.
Hier mein Brief an Herrn Heilland vom Rechtsamt der Stadt Düsseldorf.
Sehr geehrter Herr Heilland, zuerst lassen Sie sich verleugnen, weil Ihnen die Affäre zu peinlich ist und dann, als ich Sie doch erwische, geben Sie mir eine zynische und auch noch falsche Antwort.
Es stimmt nicht, dass es sich um eine juristische Angelegenheit handelt, wie Sie mir beibringen wollten. Ausgehend von dem Aktenvermerk vom 24.03.2011, auf den Sie sich bei Ihrem Antrag beim Verwaltungsgericht berufen, ist es eine politische Angelegenheit, denn in diesem Aktenvermerk ist keine Rede von juristischen Gründen (und welche sollten es auch sein?), sondern davon, dass "in der Ausstellung könne der Eindruck entstehen, dass die Juden alleine für Elend und Vertreibung der Palästinenser verantwortlich wären."
Es gab schon einmal in Deutschland Juristen, die zwischen Recht und Unrecht nicht unterscheiden konnten. Sie können zwischen politischen und juristischen Motiven nicht unterscheiden. Wenn das keine politische Begründung ist, dann sollten Sie mir mal erklären, wie Sie darauf kommen, dass dies eine juristische Erklärung sei.
Schade, dass wir es in der deutschen Politik immer wieder mit solchen Figuren zu tun haben wie Sie und offensichtlich Ihr Oberbürgermeister, die sofort in die Knie fallen und die Hosen voll haben, wenn ein Herr von der Jüdischen Gemeinde seine unmaßgebliche Meinung sagt. Ist denn die Zensur in Düsseldorf, der Stadt von Heinrich Heine, der nichts mehr gehasst hat, als die Zensur, in den Händen der Herren von der Jüdischen Gemeinde? Wo leben wir denn?
Dies ist ein unglaublicher Vorgang in unserem Lande, in dessen Grundgesetz Zensur ausdrücklich ausgeschlossen ist, und insofern ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Diese Ausstellung ist inzwischen in 64 Städten und Gemeinden, in Volkshochschulen, Kirchen, Gewerkschaftshäuser und Schulen mit Erfolg gezeigt worden. In Frankfurt, Düsseldorf und Freiburg knickte man vor der unbedeutenden und inkompetenten Stimme der jüdischen Gemeinde ein. In Freiburg hat freilich das Verwaltungsgericht anders entschieden als in Düsseldorf, wo es offensichtlich noch politische Justiz gibt.
Es gibt zZt in der Welt wahrlich schwerwiegendere Probleme, als der Abbruch einer Ausstellung. Gleichwohl wollen und werden wir dazu nicht schweigen.
Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Wo man Ausstellungen verbietet, kann es keine echte Demokratie geben.
Es scheint, dass Ihr Oberbürgermeister eine große Dummheit begangen hat, als er die Weiterführung der Ausstellung untersagt hat. Gedeckt wurde und wird er wieder von willigen Juristen, die sich in Formalien vertiefen und den Blick für die Wahrheit verloren haben. Deutschland wurde einst von solchen Juristen regiert. Diese Zeit ist gottseidank vorbei.
Ich merkte, wie Ihnen der Atem stockte, als ich doch am Telefon war, nachdem Sie mich verleugnet haben. Ich werde noch weiter dafür sorgen, dass Ihnen der Atem stockt.
MfG Abraham Melzer - DER SEMIT -Unabhängige Jüdische Zeitschrift - Mitglied im Vorstand er Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.
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Georg Fritzen - Sehr geehrter Herr Hintzsche, Ihre Entscheidung, die Ausstellung über die Vertreibung der Palästinenser abbauen zu lassen, halte ich für falsch.
Wir haben die Ausstellung hier in Düren mit großem Erfolg präsentiert und fanden überwiegend Zustimmung, abgesehen von zwei Personen, die auch in der Vergangenheit gezeigt hatten, dass ihre blinde Verteidigung Israels so weit geht, dass sie sogar den Überfall auf Gaza rechtfertigten und die jegliche Kritik an Israel antisemitisch nennen.
Dass in der Ausstellung einige Fakten fehlen und sie nicht ausgewogen ist, darf ihr nicht als Nachteil angerechnet werden, erhebt sie doch nicht den Anspruch, ein Gesamtbild der Zeit darzustellen; sie widmet sich vielmehr einem Aspekt, der in der israelischen - und leider auch in der deutschen - Wahrnehmung und Darstellung fehlte.
Ich bedaure sehr, dass in Ihrer Stadt in solcher Weise Zenzur ausgeübt wird. Georg Fritzen |
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Hans-Dieter Schaffrath - Sehr geehrter Herr Hintzsche, mit Bedauern und Unverständnis habe ich von der Beendigung der Nakba-Ausstellung in der Volkshochschule Düsseldorf gehört. Es ist schon ein Trauerspiel deutschen Geschichtsverständnisses und Anbiederung an die israelische Regierung, wenn man zu solch undemokratischen Methoden greift! Dieser Schritt stellt eine zu tiefst zu verurteilende Unterstützung einer aggressiven, menschenverachtenden Politik des Staates Israel gegen das palästinensische Volk dar. Seien Sie sicher, auch dies wird die Wahrheit über den israelischen Terror nicht unterdrücken können.
Mit freundlichen Grüßen Hans-Dieter Schaffrath - FreieWählerGemeinschaft Aachen FWG - Mitglied des Rates der Stadt Aachen |
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Clemens Ronnefeldt -Sehr geehrter Herr Hintzsche, mit Bedauern habe ich erfahren, dass die in der VHS Düsseldorf geplante Nakba-Ausstellung von Ihnen abgesagt wurde.
Ich habe die Ausstellung selbst mehrfach gesehen, da ich als Referent von etlichen Veranstaltern eingeladen war, diese zu eröffnen oder im Begleitprogramm zur Ausstellung mitzuwirken.
Seit vielen Jahren bereise ich den Nahen Osten und beschäftige mich hauptberuflich mit der Thematik.
Die Nakba-Ausstellung hat bereits in vielen Städten dazu beitragen können, ein tieferes Verständnis für
den bis heute fortwährenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu erlangen.
Durch ihre Absage nehmen sie m.E. der Bevölkerung in Düsseldorf gerade in der jetzigen spannungsgeladen
Situation eine große Chance.
Daher möchte ich Sie bitten, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Interessieren würden mich ihre Gründe, die zur Absage geführt haben - und ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese kurz mitteilen könnten.
Mit freundlichen Grüßen Clemens Ronnefeldt, Dipl.-Theol., Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes
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Pr. Eberhard Ockel - Lieber Herr Hintzsche, ich denke Sie leisten dem Image Ihrer Landeshauptstadt einen schlechten Dienst, wenn Sie eine so wichtige Ausstellung wie die Nakba über die Vertreibung der Palästinenser vorzeitig beenden! Die Ausstellung klagt nicht an, sondern trägt Fakten zusammen und informiert über historische Zusammenhänge, die gerade angesichts des gegenwärtig schier unlösbaren Dilemmas im Konflikt zwischen Israel und Fatah einerseits und Hamas andererseits zur Aufklärung beitragen können. Deswegen kann ich ihre Entscheidung nicht verstehen, umso mehr als ich vermute, dass Sie selbst die Ausstellung gar nicht gesehen haben, sondern sich haben von dritter Seite zu ihrer Entscheidung bestimmen lassen.
Vor allem angesichts der vielen Ausstellungsorte - über 60 - in denen die Ausstellung gezeigt wurde, und angesichts der vielen dankbaren Besucher, ohne dass es irgendwo zu Protesten kam, halte ich Ihre Entscheidung für fatal. Mit besten Grüßen und Wünschen für künftig sachgemäßere kulturpolitische Entscheidungen, die nicht wie Zensur wirken Prof. Dr. Eberhard Ockel, Vechta
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Hans-Dieter Schaffrath - Sehr geehrter Herr Hintzsche, mit Bedauern und Unverständnis habe ich von der Beendigung der Nakba-Ausstellung in der Volkshochschule Düsseldorf gehört. Es ist schon ein Trauerspiel deutschen Geschichtsverständnisses und Anbiederung an die israelische Regierung, wenn man zu solch undemokratischen Methoden greift! Dieser Schritt stellt eine zu tiefst zu verurteilende Unterstützung einer aggressiven, menschenverachtenden Politik des Staates Israel gegen das palästinensische Volk dar. Seien Sie sicher, auch dies wird die Wahrheit über den israelischen Terror nicht unterdrücken können.
Mit freundlichen Grüßen Hans-Dieter Schaffrath - FreieWählerGemeinschaft Aachen FWG - Mitglied des Rates der Stadt Aachen |
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Prof. Heiner Schmitz - Sehr geehrter Herr Hintzsche, mit großem Befremden erfahre ich, dass Sie den Abbau der Nakba-Ausstellung verfügt haben und möchte ausdrücklich gegen diese nicht nachvollziehbare Entscheidung protestieren. Auch die Absage der für den 29. März in der VHS Düsseldorf vorgesehenen Diskussionveranstaltung lässt aus meiner Sicht die Vermutung zu, dass das Sozialamt keine Kompetenz besitzt, sich sachlich mit den geschichtlichen Gegebenheiten im Israel-Palästina Konflikt auseinanderzusetzen. Als deutscher Staatsbürger sehe ich mich aufgrund unserer unsäglichen Geschichte des Dritten Reiches moralisch nicht nur Israel sondern auch Palästina gegenüber verpflichtet. Das scheinen Sie anders zu sehen und wirft natürlich die Frage auf, wem Sie sich mit dieser Entscheidung verpflichtet fühlen, indem Sie Informationen und Diskussionen unterbinden.
Bei der Frage nach Demokratie muss man scheinbar nicht bis nach Nordafrika und den Nahen Osten denken, sondern kann in Düsseldorf bleiben. Mit freundlichen Gruß Prof. Heiner Schmitz |
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A. Fuchs - Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Hintzsche, mit außerordentlichem Befremden habe ich davon Kenntnis erhalten, dass die Nakba-Ausstellung in der VHS Düsseldorf bereits acht Tage nach Eröffnung wieder abgebaut wurde. Die Absetzung soll auf Betreiben eines Vertreters der jüdischen Gemeinde zustande gekommen sein. Ein solcher Vorgang muss den Eindruck erwecken, dass die Stadt Düsseldorf nicht in der Lage ist, die Unabhängigkeit ihrer Bildungseinrichtungen zu gewährleisten und dem Recht ihrer Bürger und Bürgerinnen auf unzensierte Information und freie Meinungsbildung gerecht zu werden. Wie Sie wissen dürften, hat auch der Freiburger Oberbürgermeister im vergangenen November versucht, in vergleichbarem Zusammenhang das Recht auf Informationsfreiheit und freie Meinungsäußerung zu beschneiden. Dagegen hat das Verwaltungsgericht Freiburg mit Urteil vom 10.11.2010 bestätigt, dass die Nakba-Ausstellung vom Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit gedeckt wird und nicht gegen Strafgesetze verstößt. Ich erlaube mir, Ihnen in der Anlage die bemerkenswerte Rede zur Kenntnis zu bringen, die Prof. Dr. Ernst Tugendhat, emeritierter Professor für Philosophie an der FU Berlin, als Schirmherr zur Eröffnung der Nakba-Ausstellung in Tübingen am 13.06.2010 gehalten hat. In der Hoffnung, dass Sie sich, wenn Sie sich auf Professor Tugendhats Überlegungen einlassen, veranlasst sehen, Ihre Entscheidung in geeigneter Weise zu korrigieren. verbleibe ich mit freundlichen Grüßen A. Fuchs |
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Günter Schenk - Sehr geehrter Herr Hintzsche, mit Bestürzung erfahre ich vom von Ihnen veranlassten Abbruch der lange geplanten und in den ersten Tagen ohne jeden Zwischenfall in den Räumen der "Brücke" stattgefundenen Ausstellung DIE NAKBA - FLUCHT UND VERTREIBUNG DER PALÄSTINENSER 1948 des "Vereins Flüchtlingskinder in Libanon e.V." in den Räumen der "Brücke" in Düsseldorf.
Es ist für mich, dem langjährigen Sozialdemokraten, besonderes beschämend, zu erfahren, dass hier ein Parteigenosse seine Amtststellung zum Versuch missbraucht, die notwendige und für einen verlässlichen Frieden förderliche Geschichtsaufarbeitung des seit einem Jahrhundert schwelenden - und seit über 60 Jahren ungelösten - Nahostkonfliktes aus der Sicht der Opfer des Konfliktes, der Palästinenser, in öffentlichen Räumen der Landeshauptstadt Düsseldorf zu verhindern.
Gerade für die großartige Einrichtung "DIE BRÜCKE", mit dem Ziel der Förderung des interkulturellen Verständnisses, verdient die Landeshauptadt Düsseldorf größtes Lob. Die NAKBA-Ausstellung ist geradezu idealtypisch für die Zielsetzung dieses Hauses. Ich selbst hab zahlreiche Eröffnungen der o.g. Ausstellung miterlebt, und biete mich gern als Garant für die Seriösität und die wissenschaftliche Genauigkeit der Ausstellung an. Auch wird In keiner Weise das große, von Deutschen und Europäern zu verantwortende unendliche Leid an europäischen Juden infrage gestellt. Das ist auch nicht das Thema
der Ausstellung.
Die Behauptung eines Vertreters der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die Ausstellung vernachlässige die Information über die nach der eigenständigen Unabhängigkeitserklärung durch Ben Gurion, einen Tag vor Abzug der britischen Mandatstruppen - und der selbst da bereits schon getätigten Vertreibung zahlreicher Palästinenser und der Vernichtung ihrer Ortschaften - begonnenen Kampfhandlungen von Truppen arabischer Nachbarstaaten ist hanebüchen. Genau dies erwähnt die Ausstellung
Mit seiner Behauptung zeigt der Vertreter der Jüdischen Gemeinde, auf dessen "Meldung" Sie Ihre bedauernswerte Entscheidung gründet, lediglich, dass er die Ausstellung mit Sicherheit nicht ernsthaft angesehen hat, gewiss nicht vollständig.
Das sei einem Lobbyisten anheimgestellt und - wenn auch kritisierbar - ist aber nicht das eigentliche Problem. Sehr schlimm ist es, dass Sie ohne sich selbst über die Stichhaltigkeit der kalamitösen Kritik, diese zu eigen gemacht haben und, schlimmer noch, dies zur Grundlage Ihrer bedenklichen - und gewiss rechtlich anfechtbaren Entscheidung - gemacht zu haben. Das ist besonders bedrohlich, soweit es Ihre Amtshandlung betrifft.
Anlässlich der Eröffnung der gleichen Ausstellung in der Universitätsstadt Tübingen im Jahr 1010 - ich war anwesend - hielt der große jüdische Philosoph Professor Tugendhat eine Eröffnungsrede, die genau das Gegenteil dessen ausdrückt, was ein subalterner Vertreter eine Kultusgemeinde in Düsseldorf behauptet. Wegen der seltenen Qualität der Rede erlaube ich mir sie Ihnen in ihrer Gänze als Dokument - angehängt an diese Mail - zuzusenden.
Ganz gewiss wäre es ein Skandal, wenn der von Ihnen zu verantwortende Abbruch einer der geschichtlichen Aufarbeitung eines bisher aus der Sicht der Opfer dienenden Ausstellung Schule machen würde. Die Grundlagen unserer demokratischen Selbstverständnisses selbst würden damit in Frage gestellt und ich kann nur hoffen (ja, ich bin sicher), dass sich - falls notwendig - andere Gerichte dem Verwaltungsgericht Freiburg anschließen, welches explizit die von Ihnen nun verhinderte Ausstellung auf dem Boden unserer Verfassung verortete.
Sollte der Verein Flüchtlingskinder in Libanon e.V. gerichtliche Schritte gegen Ihre unerhörte Entscheidung einleiten, stehe ich ihm gern als Zeuge zur Verfügung.
Ich weiß nicht, wie Sie nun, nachdem Sie für das Zerschlagen von so wertvollem Porzellan wie der Meinungsfreiheit, den von Ihnen zu verantwortenden Schaden reparieren wollen. Es wird gewiss Ihrer großen moralischen wie auch juristischen Anstrengung bedürfen. Keinesfalls darf es dazu kommen, dass an wichtigen Amtspersonen der Landeshauptstadt Düsseldorf der Geruch von Geschichtsleugnung kleben bleibt.
Sie, als der zuständige Referent der Stadt Düsseldorf, sind nun in der Pflicht, weiteren Schaden von Demokratie und dem Ruf der Landeshauptstadt Düsseldorf abzuwenden und damit der "BRÜCKE" ihre wichtige ursprüngliche Bedeutung zurückzugeben.
Mit besten Grüßen Günter Schenk - - Collectif Judéo-Arabe et Citoyen pour la Paix - - Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (1966) - - Mitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft e.V. Berlin |
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Isam Kamel - Sehr geehrte Herren, warum mussten Sie die Schließung der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ des Vereins "Flüchtlingskinder im Libanon e.V. beschließen?
Ihre Entscheidung ist besorgniserregend in der Tat. Solange wir Ihre Argumente nicht kennen, müssen wir darin einen schwerwiegenden Akt der Zensur und der Behinderung der Menschen bei ihrer Urteilsfindung sehen. Was befürchten Sie denn eigentlich, falls Menschen diese Ausstellung sehen? Halten Sie Ihre Mitbürger für so unreif und so wenig urteilsfähig, dass diese nicht in der Lage sein sollen, eventuelle Schwächen der Argumentation der Ausstellung zu sehen und sich darüber ihre eigene Meinung zu bilden?
Wo soll diese Art von Meinungszensur enden? Wollen Sie auch Literatur, die sich kritisch mit der Frage der Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Land beschäftigt, aus Ihren öffentlichen Bibliotheken verbannen?
Wollen Sie den Lehrern in Ihrer Stadt untersagen, im Schulunterricht neben all den ausführlichen Darstellungen des Holocaust auch einmal ein kritisches Wort über die Gewalt gegen die Palästinenser (in Geschichte und Gegenwart) zu sagen?
Uns scheint, Sie haben sich mit Ihrer Entscheidung auf einen ganz gefährlichen, unserer Vorstellung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit, von Freiheit und Mündigkeit des Einzelnen widersprechenden Weg begeben. Sowohl zu diesen grundsätzlichen Fragen als auch zu den konkreten Fragen zu dem Beschluss, die Ausstellung zu schließen, erwarten wir mit großer Spannung Ihre baldige Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Isam Kamel Brückenbauer EUROPA für Frieden |
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Angelika Schneider - Sehr geehrter Herr Hitzsche, es ist äußerst bedauerlich, dass immer wieder der Staat Israel die historischen und gegenwärtigen Tatsachen aus seiner Sicht unangefochten darstellen darf - jetzt wieder die neu aufflammende Gewalt zwischen Israel und dem Gazastreifen - , dieses Recht den Palästinensern aber nicht zugestanden wird. Sie haben völlig recht, dass mehrere arabische Länder gemeinsam Israel angegriffen haben. Allerdings hatten die israelischen Führer bereits vorher in ihrem "Plan Dalet" beschlossen, die Palästinenser ganz zu vertreiben. Der israelische Historiker Ilan Pappe hat in seinem Buch "The Ethnic Cleansing of Palestine" die schriftlichen Unterlagen zur Staatsgründung, darunter auch Ben Gurions Tagebücher, ausgewertet und klar bewiesen, dass ein Zusammenleben mit den Palästinensern als unmöglich gesehen wurde und keinerlei Bemühungen in diese Richtung unternommen wurden. Dabei gab es unter den gebildeten Palästinensern zahlreiche, die durchaus auch Vorteile in der jüdischen Besiedlung sahen. Wie es ja auch häufig von den Israelis dargestellt wird: sie hätten ja durchaus auch Entwicklung und Vorteile für die Palästinenser bringen wollen.
Vor allem der Anführer der Zionisten, Wladimir Jabotinsky, hatte mit seinem Aufsatz, "Die eiserne Mauer", in welchem er darlegte dass die Palästinenser niemals einen jüdischen Staat auf ihrem Territorium dulden würden, sehr großen Einfluss auf die Haltung der Juden. Die einzige Unterschiede zwischen der gewaltsamen Gründung Israels und der ebenso gewaltsamen Gründung der vielen europäischen Kolonien im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren, dass die Palästinenser ihren Widerstand nicht aufgegeben haben, und dass die Kolonien inzwischen alle ihre Selbständigkeit erreicht haben.
Es kann dem Friedensprozess im nahen Osten nicht dienlich sein, wenn die Tatsachen immer nur aus israelischer Sicht dargestellt werden, schon gar nicht wenn dabei der Hauptgrund für den heutigen Konflikt verschleiert wird. Mit freundlichen Grüßen, Angelika Schneider |
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29.3.2011 - Abraham Melzer - Vorstand der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.
An den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf
Herrn Dirk Elbers
Und den Sozialdezernenten der Stadt Düsseldorf
Herrn Burkhard Hintzsche
Rathausufer 8
40213 Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Elbers,
sehr geehrter Herr Sozialdezernent Hintzsche,
wir haben erfahren, dass Sie, Herr Hintzsche, namens der Stadt Düsseldorf die weitere Durchführung der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ des Vereins "Flüchtlingskinder im Libanon e.V." untersagt haben.
Ihre Entscheidung beunruhigt uns. Dies ist ein Akt der Zensur. Schlimmer noch: Es ist ein Fehler, da das Gegenteil dessen bewirkt wird, was beabsichtigt ist.
Wir, die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.", sind der Überzeugung, dass es nur dann Frieden im Nahen Osten geben kann, wenn sich beide Seiten aufeinander zubewegen und jede Seite die Sichtweise der anderen Seite als legitim akzeptiert. Es wird für eine solche Entwicklung unabdingbar sein, dass die israelische Seite sich zu ihrer Verantwortung für die Vertreibung der Palästinenser und die Enteignung ihrer Ländereien bekennen wird. Die Ausstellung "Die Nakba" macht auf diesen schmerzhaften Punkt aufmerksam.
Die gegenwärtige Tendenz der Politik in Israel ist leider diesem Ziel der Aussöhnung diametral entgegengesetzt. Dort hat die Partei des Außenministers Lieberman in der Knesset ein Gesetz eingebracht, das bereits das öffentliche Gedenken der Nakba verbietet. Eine solche Politik ist offensichtlich nicht auf friedlichen Ausgleich gerichtet.
In dieser Lage verbieten Sie nun Ihrerseits die Erinnerung an die Nakba. Sie glauben, damit den Interessen der Juden in Deutschland zu dienen.
Das ist aber ein Irrtum. Vielmehr schadet Ihr Eingriff nicht nur dem Ziel eines friedlichen Ausgleichs in Palästina, sondern auch den Interessen der Juden in Deutschland.
Denn die Bevölkerung Deutschlands befürwortet mehrheitlich einen friedlichen Ausgleich in Palästina und nimmt zu Recht mehrheitlich die gegenwärtigen Maßnahmen Israels als ungeeignet für ein friedliches Zusammenleben wahr.
Wenn nun Sie als deutsche Politiker sich gegen solche Positionen stellen – so wie die meisten aktiven deutschen Politiker – dann entsteht dadurch ein Glaubwürdigkeitsproblem für deutsche Politiker und für die öffentliche Ordnung. Dieses Glaubwürdig¬keitsproblem wird nur wenig dadurch gemindert, dass die Mehrheit der Ex-Politiker eine vernünftigere Position einnimmt (vgl. den Brief der „Weisen“ Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Romano Prodi u.a. an die EU) – zeigt dies doch eher noch mehr die Relativität öffentlich geäußerter Solidaritätsbekenntnisse.
Was glauben Sie, wie Ihr Verhalten von der Bevölkerung interpretiert wird? Dort fragt man sich selbstverständlich: Vor wem oder vor was haben Sie als aktive Politiker eigentlich solche Angst? Und die naheliegende Antwort ist dann: Vor "den Juden". Was glauben Sie, was dieses Verhalten für die Einstellung der Bevölkerung uns Juden gegenüber bewirkt?
Wir haben nun erfahren, dass Ihre Entscheidung erst gefallen ist, nachdem mit Herrn Szentei-Heise, als Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, zusammen mit Vertretern der Stadt und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft – die diese Ausstellung zu verantworten haben – eine „Begehung“ stattgefunden hat. Wir fragen uns zu welchem Zweck eine solche Begehung unternommen wurde. Sollte ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde die Ausstellung begutachten und genehmigen? Schließlich werden auch keine palästinensischen Gutachter eingeladen, Ausstellungen wie z.B. „Zug der Erinnerung“ zu begehen. Und falls doch, dann können Sie davon ausgehen, dass die Jüdische Gemeinde und Herr Szentei-Heise sich dagegen vehement zu Wehr setzen werden. Und mit Recht. Dasselbe Recht müssen Sie aber auch den Palästinensern zugestehen, ihre traumatische Geschichte darzustellen. Ihre Entscheidung ist eine politische Entscheidung, die von einer politischen Justiz heute gedeckt worden ist.
Daher: Ihre Entscheidung, die Nakba-Ausstellung in städtischen Räumen zu untersagen, erscheint uns nicht nur als Willkürakt der Zensur, sondern auch als politisch unklug: als geeignet, Bemühungen für friedliche Verständigung im Äußeren und im Inneren der Bundesrepublik Deutschland zu unterminieren.
Wir appellieren daher an Ihre Verantwortung, die Sie für das Gemeinwohl tragen: Machen Sie diese Entscheidung rückgängig.
Mit freundlichen Grüßen
Abraham Melzer
Vorstand der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.
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Inga Gelsdorf - Sehr geehrter Herr Hintzsche,
mit Bedauern und zugleich auch Schaudern habe ich von der Weigerung der Stadt Düsseldorf erfahren, diese Ausstellung zu zeigen.
Ich frage mich, weshalb? Sie wurde schon in vielen Städten im In- und Ausland gezeigt. Jeder, der sie sah, war zutiefst betroffen. Selbst die Stadt Freiburg musste letztlich die Ausstellung zeigen, nachdem sie zunächst, genau wie Sie nun, die Ausstellung verbieten wollte.
Warum meinen Sie bzw. alle für die Verweigerung Verantwortlichen, dass wir, die deutschen Bürger, UNMÜDIG sind?
Warum überlassen Sie es nicht jedem Einzelnen von uns, sich sein Urteil über die Ausstellung selbst zu bilden? Fast alle kennen sie sowieso bereits aus dem Internet und die Fakten über das Leid der Palästinenser sind hinreichend bekannt.
Einseitig ist sie, ja, genauso wie alles, was wir bisher von der anderen, der jüdischen Seite erfahren haben.
Trotz der schrecklichen Vergangenheit Deutschlands, dem Leiden der Juden, dem Holocaust, der unfassbar ist - aber nun einmal leider Gottes stattgefunden hat (keiner kann die Toten mehr lebendig machen...) -darf man nicht die Augen verschließen vor dem Leiden eines anderen Volkes, der Palästinenser. Ja, sogar Israel darin unterstützen, dieses zu leugnen. (was unmenschlich und unfassbar ist)
Mittlerweile nimmt sogar unsere Regierung kein Blatt mehr vor den Mund. Der "Freibrief" Israels gilt nicht mehr. Jeder kann sehen, was sich dort abspielt. Es lässt sich nicht mehr verleugnen.
Gottlob gibt es hier bei uns in Deutschland das Recht auf FREIE MEINUNGSÄUSSERUNG. Wollen Sie das etwa ändern?
Es gibt wohl in ganz Deutschland keinen einzigen Menschen, der nicht die Geschichte der Juden, vor allem das, was Deutschland ihnen angetan hat, durch Schule, Medien etc. kennt und auch die Entstehung des Staates Israel.
Die Version von seiten der Juden kennen wir also. In keiner dieser Berichte wird auch nur erwähnt, geschweige denn in Ausstellungen gezeigt, was das palästinensische Volk erlitten hat. Die NAKBA wird verschwiegen, weshalb?
Jedes Jahr gibt es zig Filme, Bücher, Foto u. andere Ausstellungen über das Leiden der Juden, nicht zu vergessen das Holocaust-Denkmal in Berlin. Ich bin sicher, dass dies auch in Zukunft so sein wird.-
Weil wir die Deutschen die Juden vertrieben haben, flüchteten sie nach Palästina. Dort sollten sie AUCH ein Wohnrecht haben, neben den arabischen Einwohnern. Jeder sollte den anderen respektieren, tolerieren. Beide hielten sich nicht daran. Aber Fakt ist, dass min. 500 pal. Dörfer und deren Bewohner getötet oder vertrieben wurden. Israel./jüd. u.intern. Historiker bezeugen dies, ausserdem ehemalige israel. Soldaten und "Terroristen (?)" (Irgun). Noch leben diese Zeitzeugen. Sie waren dabei, gehorchten den Befehlen... Heute sind sie darüber entsetzt. Deshalb setzen sie sich für ein "anderes" Israel ein.
Keiner bezweifelt das Ausmaß des Holocaust, das unermessliche Leid des jüdischen Volkes - aber das darf nicht bedeuten, dass wir das große Leid verschweigen - oder sogar verleugnen, das dem in Palästina lebenden arabischen Volk durch eben diese unsere Schuld widerfahren ist - und noch widerfährt bis zum heutigen Tage! Schlimm genug, dass niemand diesen Wahnsinn stoppt! -
Es ist interessant zu sehen, wie weit der Einfluß der jüdischen Lobby selbst bei uns reicht, dass Düsseldorf sich dem Druck der jüdischen Gemeinde unterordnet.
Wer bedroht in Deutschland die Freiheit des Redens, der Meinung, der Presse...?
Diese Art Verbote geben mir sehr zu denken...
Meine Lehre aus dem Holocaust bedeutet: NIE ZU SCHWEIGEN! (Übrigens, ich bin 1944 geboren - also schuldfrei und ändern kann ich leider nichts mehr an dem, was war!)
Unter anderem werde ich alles dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen diese Ausstellung sehen, wenn nicht in Düsseldorf, dann eben anderswo. Heutzutage ist die Entfernung kaum ein Problem.
Sehr geehrter Herr Hintzsche, sagen Sie nicht, Sie hätten es nicht gewusst, Schweigen macht zum Mittäter!
Fragen Sie einmal ihr Gewissen, ob das dem Gebot der Freiheit und der Demokratie entspricht - Beweisen Sie Größe, indem Sie die Ausstellung zeigen. Wir Bürger sind volljährig, wir müssen das Recht haben, selbst zu entscheiden, was wir sehen und wem oder was wir glauben.
Sie können durch ihre Weigerung die Wahrheit nicht verschleiern. Ihr Image eines unvoreingenommenen und neutralen Entscheidungsträgers dürfte sich dadurch gravierend ändern.
Trotz allem bin ich jedoch fest davon überzeugt, dass Sie aufgrund Ihrer Weigerung ungewollt die Werbetrommel FÜR die Ausstellung gerührt haben und dadurch noch mehr Menschen auf diese aufmerksam werden.
Dafür danke ich Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen
Inga Gelsdorf
PS. Es gibt auch bei uns die Juden für einen GERECHTEN Frieden. Diese Juden sagen: "Nicht in unserm Namen!" Sie bejahen die Nakba und wissen, dass Frieden für beide Völker nur dann möglich ist, wenn Israel/Juden auch das Leid der Palästinenser anerkennt/anerkennen und nicht sein/ihr eigenes "instrumentalisiert/-en" und das der anderen verleugnet. |
29.3.2011 -
»Dort, wo man
Bücher verbrennt,
verbrennt man
am Ende auch
Menschen.« [Heinrich
Heine]
Dort wo man
Ausstellungen verbannt, verbannt man am Ende auch Menschen - E. Arendt

Düsseldorf setzt
Ausstellung
zu Palästina
willkürlich
ab
- Zur willkürlichen
und frühzeitigen
Absetzung der
Wanderausstellung
„Die Nakba –
Flucht und Vertreibung
der Palästinenser
1948“ des Vereins
„Flüchtlingskinder
im Libanon e.V.“
durch die Volkshochschule
Düsseldorf am
vergangenen
Donnerstag erklärt
der Generaldelegierte
Palästinas,
Salah Abdel
Shafi: „Mit
Bestürzung und
mit Fassungslosigkeit
habe ich von
der willkürlichen
und frühzeitigen
Absetzung der
Wanderausstellung
„Die Nakba –
Flucht und Vertreibung
der Palästinenser
1948“ durch
die Volkshochschule
Düsseldorf erfahren.
Die am letzten
Donnerstag gefällte
Entscheidung
ist nicht nachvollziehbar
und der von
der Stadt Düsseldorf
gefasste Beschluss
entbehrt jeglicher
Grundlage.
Hermann
Dierkes -
Werter Herr
Oberbürgermeister,
ich frage
mich, was
die
Düsseldorfer
Stadtverwaltung
zu der
Entscheidung
bewegt hat,
die bereits
in vielen
Städten
gezeigte
hervorragende
Ausstellung
über die
palästinensische
Nakba nach 8
Tagen in
städtischen
Räumen zu
untersagen.
Diese
Entscheidung
ist nicht
nur der
Sache nach
eine Schande
für die
Stadt
Heinrich
Heines, sie
ist
verfassungswidrige
Zensur!
Begreifen
Sie doch
endlich,
dass zur
ganzen
historischen
Wahrheit
nicht nur
die
Vernichtung
der
europäischen
Juden durch
das
Nazisystem
gehört,
sondern auch
die
koloniale
Eroberung
Palästinas,
die
Vertreibung
von über
700.000
Bewohnern,
die
Zerstörung
von über 500
Dörfern und
die
systematische
Auslöschung
aller Spuren
arabischen
Kulturlebens
im Namen
"biblischer"
Ansprüche
durch die
zionistische
Siedlerbewegung.
Begreifen
Sie doch
endlich,
dass es
feige und
verwerflich
ist, aus
deutscher
Sicht die
Palästinenser
für die
Verbrechen
unserer
unsäglichen
Geschichte
büssen zu
lassen!
Sie machen
sich zu
Komplizen
eines
Staatswesens
und einer
Staatsdoktrin,
die alles
daran
setzen, dem
palästinensischen
Volk seine
Lebensgrundlagen,
Würde und
Geschichte,
seine
Selbstbestimmung
und
staatliche
Eigenständigkeit
auf Dauer zu
nehmen. Per
Gesetz wird
derzeit
durch die
israelische
Knesseth auf
Betreiben
des rechten
und
rechtsradikalen
Flügels das
Gedenken an
die Nakba
verboten und
unter Strafe
gestellt.
Und Sie
spielen den
verlängerten
Arm! Welche
eine reife
Leistung,
welch ein
demokratischer
Einsatz,
meine
Herren! Doch
auch diese
Politik wird
letztendlich
scheitern,
genauso wie
derzeit die
arabischen
Diktaturen -
von
Deutschland
und dem
Westen
jahrzehntelang
als
"Stabilitätsfaktor"
ausgehalten,
derzeit der
Reihe nach
scheitern.
Ich selbst
habe gute
Freunde in
Israel und
in
Palästina.
Jenseits des
israelischen
Mainstreams
mit seiner
völker- und
menschenrechtswidrigen
Politik gibt
es ein
anderes
Israel, das
auf
gerechten
Ausgleich
und
Versöhnung
aus ist. Und
genau das
ist auch die
einzig
richtige
Konsequenz,
die Deutsche
aus dem
Holocaust
ziehen
müssen.
Menschen-
und
Völkerrecht
sind
universale
Werte. Sie
gelten für
alle oder
gar nicht.
Ich fordere
Sie auf, das
faktische
Ausstellungszensur
umgehend
rückgängig
zu machen
und sich für
Ihr
Fehlverhalten
öffentlich
zu
entschuldigen!
Mit
freundlichen
Grüssen,
Hermann
Dierkes
Vorsitzender
der
Ratsfraktion
DIE LINKE
Duisburg
28.3.2011 -
Düsseldorf setzt
Ausstellung
zu Palästina
willkürlich
ab
- Zur willkürlichen
und frühzeitigen
Absetzung der
Wanderausstellung
„Die Nakba –
Flucht und Vertreibung
der Palästinenser
1948“ des Vereins
„Flüchtlingskinder
im Libanon e.V.“
durch die Volkshochschule
Düsseldorf am
vergangenen
Donnerstag erklärt
der Generaldelegierte
Palästinas,
Salah Abdel
Shafi: „Mit
Bestürzung und
mit Fassungslosigkeit
habe ich von
der willkürlichen
und frühzeitigen
Absetzung der
Wanderausstellung
„Die Nakba –
Flucht und Vertreibung
der Palästinenser
1948“ durch
die Volkshochschule
Düsseldorf erfahren.
Die am letzten
Donnerstag gefällte
Entscheidung
ist nicht nachvollziehbar
und der von
der Stadt Düsseldorf
gefasste Beschluss
entbehrt jeglicher
Grundlage
|
27.3.2011 - Renate und Frank Dörfel - An den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Herrn Dirk Elbers
An den Sozialdezernenten der Stadt Düsseldorf, Herr Burkhard Hintzsche
Email-Adressen:
Sozialdezernent: burkhard.hintzsche@duesseldorf.de
Oberbürgermeister: ObDirkElbers@duesseldorf.de
Sehr geehrte Herren,
Soeben erreicht uns die Nachricht, dass die Stadt Düsseldorf durch Sie, Herrn Hintzsche, die weitere Durchführung der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ des Vereins "Flüchtlingskinder im Libanon e.V. verhindert hat.
Von den Widerständen gegen diese Ausstellung erfuhren wir am Donnerstag, 24.3., als uns ein „Aufruf“, der leider keine Autorenangabe enthielt, zugeschickt wurde, in dem zu einer Kundgebung gegen die Ausstellung am Samstag, 26.3., aufgerufen wurde.
Bevor wir von Ihrer Entscheidung, die Ausstellung zu schließen, erfuhren, hatten wir diesen „Aufruf“ gelesen und kommentiert. Wir vermuten, dass Ihre Gründe für die Schließung der Ausstellung den im „Aufruf“ genannten Argumenten sehr ähnlich sind. Deshalb senden wir Ihnen hier unsere Kommentare zu der Argumentation des „Aufrufes“. Nachstehend (und als Anlage) findet sich der Text des „Aufrufs“ und unsere, durch Kursivschrift gekennzeichneten, Kommentare.
Ihre Entscheidung beunruhigt uns. Solange wir Ihre Argumente nicht kennen, müssen wir darin einen schwerwiegenden Akt der Zensur und der Behinderung der Menschen bei ihrer Urteilsfindung sehen. Was befürchten Sie denn eigentlich, falls Menschen diese Ausstellung sehen? Halten Sie Ihre Mitbürger für so unreif und so wenig urteilsfähig, dass diese nicht in der Lage sein sollen, eventuelle Schwächen der Argumentation der Ausstellung zu sehen und sich darüber ihre eigene Meinung zu bilden. Wo soll diese Art von Meinungszensur enden? Wollen Sie auch Literatur, die sich kritisch mit der Frage der Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Land beschäftigt, aus Ihren öffentlichen Bibliotheken verbannen? Wollen Sie den Lehrern in Ihrer Stadt untersagen, im Schulunterricht neben all den ausführlichen Darstellungen des Holocaust auch einmal ein kritisches Wort über die Gewalt gegen die Palästinenser (in Geschichte und Gegenwart) zu sagen? Uns scheint, Sie haben sich mit Ihrer Entscheidung auf einen ganz gefährlichen, unserer Vorstellung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit, von Freiheit und Mündigkeit des Einzelnen widersprechenden Weg begeben.
Sowohl zu diesen grundsätzlichen Fragen als auch zu den konkreten Fragen zu dem Beschluss, die Ausstellung zu schließen, erwarten wir mit großer Spannung Ihre baldige Antwort.
Mit freundlichen Grüßen, Renate und Frank Dörfel -
Berlin
Aufruf:
Es ist nur bekannt, dass dieser Aufruf über zumindest einen Verteiler an der Uni Bonn gegangen ist. Ob es auch gedruckte Exemplare, Handzettel etc. gab, wissen wir nicht.
you can´t be neutral on a moving train.
Das stimmt, auch wir sind nicht „neutral“, insbesondere da der „moving train“ die Menschen in Palästina immer schneller zum Abgrund von Vertreibung und Auslöschung bringt.
Israel und die Nakba.
Bilder einer Ausstellung.
Vom 16. bis 31.3 präsentiert die Düsseldorfer Volkshochschule in ihren Räumlichkeiten die Wanderausstellung "Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948". Seit einigen Jahren tingelt die vom Verein "Flüchtlingskinder im Libanon" konzipierte Ausstellung bereits durch Deutschland - und sorgt (berechtigterweise) für einige Kritik.
Der Begriff "Nakba" stammt ursprünglich von dem syrischen Historiker Constantin Zureiq - einem intellektuellen Befürworter der Ausbildung einer "arabischen Nationalphilosophie". In seinem bereits 1948 erschienen Werk "The Meaning of the Disaster" definiert er diesen als politischen Kampfbegriff - als "moralisches Gegengewicht" - gegen den ungeheuer aufgeladenen Begriff der Shoa.
Die hier gezeigte Ausstellung folgt dieser Linie: Die "Nakba" wird als nationale Katastrophe konstruiert und implizit werden Analogien zur Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden gezogen, während der Zionismus gleichzeitig als perfide ideologische Grundlage zur "Landnahme" und "Vertreibung" charakterisiert wird.
Wenn es so wäre, dass hier ein “politischer Kampfbegriff”, nämlich Nakba, einem anderen politischen Kampfbegriff, Shoa, gegenübergestellt würde, so wäre das natürlich im Sinne derer, die die “Unvergleichbarkeit” der Shoa vertreten, schon ein Sakrileg. Shoa in irgendeinem Zusammenhang als dem der Einmaligkeit zu nennen, ist grundsätzlich verwerflich, meinen diese. Wir wollen es dennoch tun, auf die Gefahr hin, als „Antisemiten“ abqualifiziert zu werden:
Vergleichbar sind beide Ereignisse darin, dass bei beiden große Teile eines Volkes betroffen sind und somit beide Ereignisse zu Recht Teil des kollektiven Bewusstseins dieser Völker sind.
Unterschiede sind zu sehen:
a) ein zeitlicher Unterschied:
Die Shoa ist ein historisch abgeschlossenes Ereignis, für uns Deutsche sicher ein extrem prägendes, unser Selbstbild nachhaltig befleckendes, dennoch eines, das –allen apokalyptischen Beschwörungen von Vernichtungsängsten zum Trotz – der Vergangenheit angehört.
Die Nakba geht weiter.
Beispiele:
-
die gegenwärtige Vertreibung von Palästinensern aus Ost-Jerusalem,
-
die Vernichtung der Lebensgrundlagen der palästinensischen Bevölkerung in der Westbank durch Mauer- und Straßenbau, durch Siedlungen, durch Abschneiden der Wasservorräte etc., die bei vielen Palästinenser als einzige Zukunftsperspektive nur noch die der Migration realistisch erscheinen lässt,
-
die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen im Gaza-Streifen
b) ein räumlicher Unterschied:
Die Täter der Shoa sind, soweit sie noch leben, weit weg von den Opfern, sie begegnen den Opfern nur in Form von Erinnerungen, fast nie in der Gestalt von realen Menschen. Die Täter der Nakba sind allgegenwärtig für die Menschen in Palästina, als Besatzungssoldaten, als Gefängniswärter (in fast jeder palästinensischen Familie gibt es Menschen, die Erfahrungen mit israelischen Gefängnissen machen mussten); glücklicherweise gibt es auch die „anderen Israelis“, die (viel zu wenigen), die die Gewalt gegen ihre palästinensischen Mitmenschen ablehnen, die sich aktiv für diese einsetzen,
c) ein Unterschied in den Zielen:
Die hinter Shoa und Nakba liegenden Ziele unterscheiden sich:
der Shoa liegt eine unmenschliche Ideologie des Rassenhasses und eine mit unvorstellbar inhumaner Brutalität umgesetzte Idee der „Reinheit“ von Rasse zugrunde,
der Nakba liegt – allen anders lautenden Texten zum Trotz, die auch hier rassistische Motive vermuten lassen – eine Vorstellung von Landbesitz und Ansiedlung zugrunde, vergleichbar mit der Ideologie der Weißen, die als Herrenmenschen die Ureinwohner Amerikas bedrängten und schließlich weitgehend ausrotteten.
Die völlig entkontextualisierte und den historischen Fakten widersprechende Darstellung der Ereignisse muss als offen geschichtsrevisionistisch und antijüdisch bezeichnet werden.
Seltsam, der Autor scheint sich die Ausstellung nicht angesehen zu haben. Gerade die „Kontextualisierung“, d.h. wohl die Sicht der Fakten in jeweiligen historischen Zusammenhängen zeichnet diese Arbeit aus, und auch uns als Nicht-Historikern wird anhand der Darstellungen der historische Zusammenhang der Ereignisse deutlich.
Einige Beispiele?
Seit etwa 1936 häuften sich im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina antisemitische Pogrome, die von der palästinensischen Führung mit teils nationalistischer, teils religiös-islamistischer Propaganda angestachelt wurden. In der Wanderausstellung werden diese jedoch euphemistisch als "palästinensisch-arabischer Widerstand" gefeiert. Der Großmufti von Jerusalem, Amin-al-Husseini, wird aus guten Gründen mit keinem Wort erwähnt: Seine antisemitischen Hetztiraden, seine Verantwortung für die Pogrome und seine offene Kollaboration mit Nazi-Deutschland vor und während des Zweiten Weltkriegs würden das sorgsam geklitterte Geschichtsbild auch empfindlich stören.
Gerade dieser Aspekt der Geschichte Palästinas erscheint in der Ausstellung gut dokumentiert (s, Tafel 2). Es stimmt, dass die Beziehungen von Amin-al-Husseini zu den Nazis nicht erwähnt werden – doch was hätte dies zum Thema beigetragen? Es bedurfte doch nicht eines Muftis, zudem noch eines mit Beziehungen zu den Nazis, um das Unbehagen der Palästinenser über die immer weitergehende Übernahme von Land durch die Zionisten und die Ausgrenzung von Nichtjuden aus den entstehenden modernen Wirtschaftstrukturen in Wut und die Wut in Aktion umschlagen zu lassen. Hier nun eine Nazi-Verschwörung zu konstruieren, ist einfach absurd!
Die Darstellung des Israelisch-arabischen Krieges von 1948 beginnt mit der durchaus richtigen Feststellung, dass die palästinensische Führung den UN-Teilungsplan rundheraus ablehnte, während sich Israel einverstanden erklärte. Daraufhin erklärten die arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Transjordanien, Saudi-Arabien, Libanon und Irak dem neu gegründeten Staat Israel den Krieg. Soweit, so unleugbar. Hieraus wird jedoch nicht die einzig logische Schlussfolgerung gezogen - dass das kompromisslose Verhalten der palästinensischen und arabischen Führung zumindest mitverantwortlich ist für die Vertreibung von etwa 750000 Palästinensern (die nur im Kontext des Krieges erklärt werden kann).
Stattdessen werden die arabischen Staaten im Rahmen dieser Ausstellung perfider Weise für ihr "zu zögerliches militärisches Eingreifen" gerügt.
So ungenau kann man sein, wenn man gegen etwas polemisieren will. In der kritisierten Ausstellung wird sehr sorgfältig und angesichts der nötigen Straffung auch sehr ausgewogen die Geschichte der Teilung Palästinas dargestellt. Der Autor lässt „Israel“, das es zu dieser Zeit noch gar nicht gab, sich einverstanden erklären, die Gründe für die Ablehnung durch die arabische Bevölkerung Palästinas, die in der Ausstellung durchaus genannt werden, nämlich die horrende Ungerechtigkeit in der Verteilung des Landes, wird durch den Autor nicht erwähnt.
„Mitverantwortlich“ seien die Araber an der Nakba? Das ist, wie wenn man ein sich wehrendes Opfer eines Überfalls mitverantwortlich macht, wenn seine Gegenwehr dazu führt, dass es umgebracht wird.
Es ist doch zu fragen, inwieweit die Aussage, die Vertreibung sei „nur im Kontext des Krieges“ zu erklären, also die Aussage, die Vertreibung sei eine Folge des Krieges, der historischen Überprüfung standhält: Ilan Pappé beschreibt in seinem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ wie gründlich die Vertreibung schon vor dem Krieg von zionistischer Seite vorbereitet wurde. Eher scheint es uns, als sei der Krieg eine Folge der Entschlossenheit, die Vertreibung durchzuführen.
Die „perfide Rüge“ gegen die arabischen Staaten wegen ihres „zu zögerlichen Eingreifens“ können wir in den Ausstellungstexten nicht finden, wohl aber den Hinweis, dass die arabischen Truppen nie die von der UNO gezogene Trennungslinie überschritten hätten, während die jüdisch-zionistischen Truppen offenbar auf maximale Landeroberung aus waren.
Dass es während des Bürgerkrieges im britischen Mandatsgebiet ab 1947 zudem viele von arabischen Milizen begangene Massaker in jüdischen Dörfern gegeben hat, wie z.B. 1948 in Kfar Etzion, wird ausgeblendet.
Ja, es wäre sicher erhellend gewesen, auch die übrigen Massaker während des sog. Unabhängigkeitskrieges zu thematisieren, z.B. die Vergeltung für Kfar Etzion, der vermutlich rund 500 Menschen zum Opfer fielen.
Unerwähnt bleibt im Kontext dieser Ausstellung zudem die konkrete Politik der arabischen Staaten gegenüber den palästinensischen Menschen: Die kriegführenden Staaten forderten die palästinensische Bevölkerung schon vor Kriegsbeginn dazu auf ihre Dörfer zu verlassen, um sie als Manövriermasse gegen Israel in der Hand zu halten.
Diese Anmerkung stellt eine Ablenkung vom Thema der Ausstellung dar. Dennoch sollte man ihr nachgehen. Es wäre sicher wichtig, Belege für diese Behauptung zu finden, die kriegführenden Staaten (gemeint sich ja wohl die arabischen Staaten…?) hätten die palästinensische Bevölkerung zur Flucht veranlasst. Wo ist dies belegt? Und die Begründung mit der „Manövriermasse“ ist uns unverständlich.
Zudem verweigerten (außer Jordanien) sämtliche arabische Staaten die Anerkennung der palästinensischen Flüchtlinge als gleichberechtigte Staatsbürger. Bis heute leben sie (so beispielsweise in Ägypten und im Libanon) in Lagern - als "Bürger" zweiter Klasse.
Ja, das ist sicher eine Kritik, nicht aber eine Kritik an der Ausstellung, denn diese beschreibt ja auch die Zustände in den Flüchtlingslagern deutlich, wohl aber eine Kritik an den angesprochenen Staaten. Doch ist nicht einzusehen, inwiefern dies nun als Kritik an der Ausstellung herhalten soll.
Was aber würde passieren, sollte die ethno-deterministische und im Grunde einer aggressiven Blut-und-Boden-Ideologie verhaftete Forderung nach einer Rückkehr der seit über 60 Jahren (das heißt seit cirka drei Generationen) in anderen Ländern lebenden Flüchtlinge politische Wirklichkeit werden? Die Rückkehr von schätzungsweise 5 Millionen palästinensischen "Flüchtlingen" ins israelische Kernland hätte ohne jeden Zweifel ein Ende des Staates Israel zur Folge. Jedes weitere Bemühen um Annäherung und ein Gelingen des Friedensprozesses wäre damit endgültig hinfällig.
Das mit der Blut-und-Boden-Ideologie gilt wohl für die Zionisten in verstärktem Maße. „Übersetzen“ wir den Text: Eine Rückkehr nach 2000 Jahren, also noch ca. 70 Generationen, hatte ohne jeden Zweifel ein Ende der in Jahrhunderten gewachsenen Kultur der Bewohner in Palästina zur Folge.
Dabei sollte auch in besonderer Weise dargestellt werden, welche eklatanten Unterschiede zwischen den Vergesellschaftungsformen der arabischen Staaten und der palästinensischen Verwaltung auf der einen und dem israelischen Staat auf der anderen Seite bestehen. Der Staat Israel hat sich vor dem Hintergrund reiner Negativität gegründet – vor dem Hintergrund einer jahrhundertealten Verfolgungsgeschichte, sowohl in den bürgerlichen Gesellschaften des Westens als auch den arabischen des Nahen Ostens. Es war und ist kein Zufall, dass (neben dem in der deutschen Volksgemeinschaft stets seinen gefährlichsten Aggregatzustand erreichenden Antisemitismus) gerade die arabische Welt einen in weiten Schichten verbreiteten Judenhass seit langem kultiviert und radikalisiert. Wenn die Hamas in ihrem Programm verkündet die "Juden ins Meer werfen" zu wollen und eben jene Organisation weite Teile der palästinensischen Gebiete kontrolliert bzw. kontrollieren kann, so ist dies nicht Ausdruck eines Widerspruchs sondern einer Zwangsläufigkeit. Dementsprechend gilt es die konkrete Politik Israels im Kontext seiner Geschichte als Projekt der Überlebenden, als Rettungsinsel der von globalen antisemitischen Angriffen (und damit vom kollektiven Mord) Bedrohten nachzuvollziehen. Israel ist ein kleiner Staat, der sich seit seinem Bestehen vieler Angriffe erwehren musste und der gerade in der Phase seiner äußerlichen und innerlichen Konstituierung mit Sicherheit keine expansionistisch-imperialistischen Ziele verfolgte. Das Ziel das dieser Staat vielmehr seit seiner Gründung verfolgt ist die (endliche) Einlösung des bürgerlichen Glücksversprechens für seine Bewohner. Dies gilt es anzuerkennen, bevor man sich daran macht über Geschichte und Rolle des israelischen Staates zu urteilen oder gar eine Ausstellung zu konzipieren, in der von "Landnahme", "Terrorakten" und "Vertreibung" die Rede ist.
Hier müsste man nun im Detail einsteigen: hier wird wieder die Opfer-Rolle der nach Palästina eindringenden Juden herangezogen, hier wird der Mythos vom arabischen Antisemitismus fortgesponnen (in konsequenter Fortführung der Gleichsetzung von Israel-Kritik mit Antisemitismus), hier wird das Stereotyp des Willens der Hamas, Israel zu vernichten, fortgeführt ohne auch nur im Geringsten auf die Geschichte der letzten 6 Jahre einzugehen, in denen sich auch die Hamas verändert hat, positiv, allen Versuchen Israels durch Mordaktionen die führenden Köpfe dieser Bewegung auszuschalten). Das alles hat mit der Ausstellung eigentlich kaum zu tun. Aber es ist gut, dass der Autor es geschrieben hat, weil so deutlich wird, aus welcher Position heraus er urteilt und verurteilt.
Geradezu absurd erscheint es, wenn der Autor behauptet, Israel als „kleiner Staat, der sich seit seinem Bestehen vieler Angriffe erwehren musste“ habe „gerade in der Phase seiner äußerlichen und innerlichen Konstituierung mit Sicherheit keine expansionistisch-imperialistischen Ziele verfolgt“.
Israel könnte ja die Besonderheit seiner „Vergesellschaftungsform“ dadurch unter Beweis stellen, dass es sich aus den besetzten Gebieten zurückzieht und den Palästinensern wenigstens für die seit 1967 erlittenen Schäden ersetzt.
Wem aber dienen eine solche Ausstellung und die darin transportierten Inhalte letztlich? Ähnlich wie Mythen und Stilisierung der deutschen Vertriebenenverbände dient die Instrumentalisierung der Nakba der Manifestation und infernalen Festschreibung eines verlorengegangenen Anspruchs. Sie dient einer rückwärtsgewandten Stabilisierung. Die Angst aus der Geschichte herauszufallen wird auf diese Weise gebannt und der palästinensische Opfermythos zur steten Drohung gegenüber allen, die mit den realen politischen Gegebenheiten leben oder gar zu einem friedlichen Miteinander fortschreiten wollen. So bleibt die permanente Thematisierung der Nakba (zumal in der hier gezeigten Form - als krude Aneinanderreihung historisch einseitiger Auslegungen und bewusst lückenhafter Darstellungen) ein Menetekel über dem Haupt Israels. Und dies gilt es in jedem Falle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu kritisieren! Denn jenseits des historisierten Nakba-Diskurses geht es schließlich um die praktische Parteinahme für den Staat Israel und für die Sicherheit und Souveränität der israelischen Bevölkerung.
Hier wird der Autor nun ganz deutlich: der Anspruch (der Palästinenser) auf ihr Land ist „verlorengegangen“. So schnell geht Geschichte! So schnell verjähren historische Ansprüche… Und „rückwärtsgewandt“ ist eine Stabilisierung immer nur, wenn es die anderen, die störenden Restbestände der ansonsten vertriebenen Bevölkerung betrifft. Die Rückwärtswendung der Zionisten, wenn es gilt, den Anspruch auf dieses Stück Land zu begründen, ist doch kaum zu überbieten. Und dass im Zusammenhang mit Palästinensern und Palästina von Opfermythos die Rede ist durch Leute, die ein Erbrecht darauf zu haben glauben, Opfer zu sein, ist absurd. Man könnte in „Übersetzung“ des Textes ja auch von permanenter Thematisierung der Shoa reden.
Nein, solange sich Israels Führung der Diskussion über Ursachen und Folgen der Nakba verweigert, was sie nun noch durch die Kriminalisierung auch nur der Erwähnung der Nakba tut, wird diese Geschichte auf dem Staat Israel und seinen Menschen lasten.
Und was der drohende Hinweis „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ aussagt, was dieser Satz an Drohpotential enthält, muss jeder selbst spüren.
Es geht dem Autor, wie der klar sagt, „um die praktische Parteinahme für den Staat Israel und für die Sicherheit und Souveränität der israelischen Bevölkerung“, wobei ihm offenbar nicht deutlich ist, dass er gerade durch diese Einseitigkeit große Gefahren für den Frieden und damit für die Sicherheit der israelischen Bevölkerung heraufbeschwört.
„Menetekel“ – ja, die Anmaßung der sogenannten Israelfreunde, die nicht spüren, wie sie die Menschen in Israel allein lassen und ihnen letztlich schaden, lässt an das Buch Daniel denken.
In diesem Sinne back to where we started: you can´t be neutral on a moving train...
Assoziation gegen Antisemitismus und Israelkritik NRW // 03/11
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Ist Osnabrück eine Ausnahme? - Nazih Musharbash - Hier konnte die Nakba-Ausstellung ohne Vorbehalte gezeigt werden - Obwohl die Vorbereitungen der Nakba-Ausstellung in Osnabrück unter dem Schatten der Auseinandersetzungen in Tübingen und anderen Städten stattfanden, ließen sich die drei Veranstalter (Deutsch- Palästinensische Gesellschaft, Erich-Maria-Remarque Friedenszentrum und die Volkshochschule Osnabrück) davon nicht beeindrucken. In Osnabrück, der Stadt des Westfälischen Friedens, hat es lange zuvor Gespräche mit allen betroffenen Stellen gegeben. Selbst der Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) war vorab darüber informiert und der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans Gert Pöttering, gebeten worden, ein Grußwort zu übermitteln. Insofern ist die Teilnahme des ersten DIG-Vorsitzenden bei der offiziellen Eröffnung der Nakba-Ausstellung in Osnabrück ein Schritt, der nicht groß genug betont werden.
Die bundesweit als einseitig kritisierte Wanderausstellung hatte in Osnabrück das Ziel, die Geschichte der Vertreibung der Palästinenser zu versachlichen und nicht zu provozieren. Der Regionalgruppe Osnabrück und Umgebung der DPG ist es seit ihrer Gründung vor zwei Jahren gelungen, die Palästinafrage stets sachlich mit allen Seiten zu diskutieren. In Osnabrück genießt die Regionalgruppe ein hohes Ansehen, da sie die festgefahrene Diskussion um die Verabschiedung einer gemeinsamen Osnabrücker Erklärung zum Nahostkonflikt mit den Friedensgesellschaften der Stadt und mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erneut diskutieren und zum Abschluss bringen konnte.
Anlässlich der Gründung der RG Osnabrück und Umgebung gab es einen offiziellen Empfang im Historischen Rathaus durch den Osnabrücker Oberbürgermeister und des Landrates des Landkreises Osnabrück. Zuvor wurde Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, ein hochgeschätzter Friedenstheologe, zweiter Vorsitzender der Regionalgruppe Osnabrück der DIG bei der konstituierenden Wahl der DPG-Regionalgruppe Osnabrück auch als zweiter Vorsitzender gewählt – Ein bundesweites Novum! Nur einige Wochen danach führten DIG und DPG eine gemeinsame Podiumsdiskussion in der UNI Osnabrück durch und konnten der Öffentlichkeit zeigen, dass es zwischen ihnen große Differenzen, aber auch gemeinsame Interessen gibt.
Im Mai 2011werden DPG, DIG und VHS Osnabrück ein Wochenendseminar zur gesamten Problematik veranstalten. Relevante Themen des Israel-Palästina-Konfliktes werden in getrennten Räumen und parallel jeweils aus zwei Perspektiven aufgearbeitet, bevor sie im Plenum diskutiert werden.
Die große Beteiligung von über 120 Personen alleine bei der Eröffnungsfeier der Nakba-Ausstellung im kommunalen Remarque-Friedenszentrum und bei den Diskussionen im Rahmen der Ausstellung ist ein deutlicher Beleg für eine Akzeptanz unserer Arbeit. Osnabrück ist nur deshalb eine Ausnahme, weil im Vorfeld intensiv daran gearbeitet wurde.
Für einen Dialog ist die eigene Identität unerlässlich. Auch die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte ist Aufarbeitung von Identität. Diesen notwendigen Prozess zu verhindern, ja sogar mit Verordnungen zu verbieten, anstatt eine kritische Diskussion zu ermöglichen, ist mehr geradezu kontraproduktiv. Deshalb haben wir für die Entscheidung in Düsseldorf, die Nakba Wanderausstellung auf Intervision der jüdischen Gemeinde vorzeitig abzuhängen kein Verständnis! |
Subject: IPK-Rundbrief 2011.2 - Zensurskandal in Düsseldorf - Institut für Palästinakunde
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.
(Heinrich Heine: Nachtgedanken, 1843)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
wir möchten Sie mit diesem außerplanmäßigen Rundbrief auf einen Zensurskandal hinweisen, der sich am vergangenen Donnerstag in Düsseldorf zugetragen hat.
Dort, in der Geburtsstadt Heinrich Heines, fiel die Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ des Vereins "Flüchtlingskinder im Libanon e.V." acht Tage nach ihrer Eröffnung der Zensur des Sozialdezernenten der Stadt zum Opfer.Eine Ausstellung, die aus palästinensischer Perspektive zeigt, was um 1948 in Palästina geschah; ein Stück historischer Aufklärung im besten Sinne.
In der Erklärung zur Schließung der Ausstellung verlautbarte die Stadt, dass sie Vertretern der jüdischen Gemeinde missfallen habe, mit denen dazu eigens eine Begutachtung durchführt wurde.
I. Falsche Behauptungen
In der Begründung heisst es, ein Herr Szentei-Heise habe festgestellt "dass ... ein entscheidender Fakt in der Ausstellung fehle. Explizit gehe es um die Aussage, dass der junge Staat Israel unmittelbar nach seiner Gründung von den Armeen sechs arabischer Staaten angegriffen worden sei."
Diese Behauptung ist falsch, wie man hier leicht nachprüfen kann.
Weiterhin heisst es in der Begründung: "In der Ausstellung könne der Eindruck entstehen, dass die Juden alleine für Elend und Vertreibung der Palästinenser verantwortlich wären."
Auch diese Behauptung trifft in dieser Eindimensionalität nicht zu. Im Vordergrund der Ausstellung stehen keine pauschalen Schuldzuweisungen - schon gar nicht an das Kollektiv der Juden oder Herrn Szentei-Heise - sondern belegbare Fakten, die das israelische Narrativ üblicherweise unterschlägt.
Dazu zählt, dass die nakba, die erste ethnische Säuberung Palästinas, zum Zeitpunkt des militärischen Eingreifens der arabischen Nachbarstaaten bereits in vollem Gang war und dass es zahllose Belege dafür gibt, dass die zionistische Führung die nakba gewollt, geplant und kaltblütig durchgeführt hat. Alles in dem Wissen, dass dies zu einem militärischen Eingreifen der arabischen Nachbarstaaten führen würde, wobei man mit dem bedeutendsten Gegner, Jordanien, zuvor Absprachen getroffen hatte.
Wie der Besucher diese Fakten interpretiert, welche Schlüsse er daraus zieht bleibt ihm überlassen. Das diese Schlüsse Herrn Szentei-Heise eventuell nicht gefallen ist nachvollziehbar. Aber das ändert nichts an den Fakten und rechtfertigt keine Zensur.
Aus wissenschaftlicher Sicht gesehen besteht die Aufgabe der Ausstellung ganz allein darin, den Stand der historischen Forschung ohne grobe Verfälschungen wiederzugeben und das Präsentierte zu belegen. Genau das haben die Austellungsmacher nachweislich getan.
II. Unzulässige Zensur
Was bei der Auseinandersetzung mit den Befindlichkeiten von Herrn Szentei-Heise leicht aus den Augen gerät, ist dass auch die Behörden dem Grundgesetz unterworfen sind. Dieses besagt in Artikel 5: "Eine Zensur findet nicht statt".
Aufklärung - das Gegenteil von Zensur - bedeutet in einer pluralen Gesellschaft, dass alle Parteien zu Wort kommen dürfen. Sie kann nicht durch die Zensur einer Behörde herbeigeführt werden, die nur solche Darstellungen zulässt, denen alle Parteien zustimmen. Überdies ist kein Fall bekannt, in dem Veranstaltungen von israelfreundlichen Organisationen behördlich zensiert und von Vertretern der palästinensischen Gemeinde begutachtet wurden, obgleich das dort Präsentierte häufig von erheblicher Einseitigkeit geprägt ist.
Es auch nicht die Aufgabe der Behörden, Ausstellungen nach deren wissenschaftlichen oder politischen Inhalten zu zensieren. Ihre Aufgabe besteht allein darin, die Befolgung der geltenden Gesetze und Normen zu garantieren; nicht darin, partikulare Interessen durchzusetzen, etwa die des israelischen Staates oder seiner Lobbyisten.
Bezeichnenderweise ist in der Erklärung zur Schliessung der Ausstellung von bestehenden oder drohenden Gesetzesverstößen nirgendwo die Rede.
III. Empört euch!
Dass sich die Stadt Düsseldorf im Interesse der israelischen Staatsraison an der Verdunklung der Geschichte der nakba beteiligt, ist einer pluralen, liberalen Demokratie unwürdig. Heinrich Heine würde sich im Grab umdrehen.
Zensur - besagt das Grundgesetz lapidar - findet nicht statt. Dieser Grundsatz ist in Gefahr und das keinesfalls nur in Düsseldorf.
Wenn Sie Ihren Protest gegen die Bevormundung der Öffentlichkeit - also auch gegen Ihre potentielle Bevormundung - äussern möchten, dann schreiben Sie bitte den Verantwortlichen der Stadt Düsseldorf: dem Sozialdezernenten und dem Oberbürgermeister, deren Adresse Sie im folgenden finden.
Mit freundlichen Grüßen IPK-Vorstand
Email-Adressen:
Anhänge:
26.3.2011 - Nakba-Ausstellung: Auch Düsseldorf lässt sich von der Israel-Lobby vorführen - Institut für Palästinakunde
Die Stadt Düsseldorf hat sich dazu entschlossen, sich der Stadt Freiburg anzuschliessen, um ihren Bürgern nach Freiburger Vorbild den Sack des israelischen Staats-Interesses über den Kopf zu ziehen. Besonders pikant dabei ist, dass die iraelische Knesset ziemlich genau zum selben Zeitpunkt ein "Gesetz" erliess, das die Erwähnung der nakba in Israel unter bestimmten Umständen unter Strafe stellt.
Während die Freiburger in vorauseilendem Gehorsam schon vor der Eröffnung tätig wurden und dazu die Veranstalter mit Dreck bewarfen, war die Ausstellung (unten) in Düsseldorf immerhin 7 Tage zu sehen, um dann durch die Entscheidung des Sozialdezernenten abgeräumt zu werden.
Auslöser der Zensur war nach Aktenlage ein Herr der jüdischen Gemeinde, für den eigens (!) eine Begehung organisiert wurde. Dieser vermochte es mit einer ebenso simplen wie falschen Behauptung den Sozialdezernenten der Stadt, Hr. Hintzsche, in's Bockshorn zu jagen.
Jener Herr S. stellte fest "dass ... ein entscheidender Fakt in der Ausstellung fehle. Explizit gehe es um die Aussage, dass der junge Staat Israel unmittelbar nach seiner Gründung von den Armeen sechs arabischer Staaten angegriffen worden sei." Der geneigte Leser kann hier feststellen, dass das nicht zutrifft.
Das IPK hat zu diesem Thema hier schon einmal alle notwendige gesagt.
Angefügt sei hier nur, dass die Vorwürfe des Herrn S. in jedem anderen Fall völlig bedeutungslos wären, bzw. es hätten sein müssen.
Es es nämlich nicht Aufgabe einer Behörde, Ausstellungen wegen der Vorurteile, der Dummheit oder den Interessen einzelner Besucher zu schliessen. Auch dann nicht, wenn es sich um Vertreter der jüd. Gemeinde handelt. Aufgabe der Behörden ist vielmehr dem Recht und den Gesetzen Geltung zu verschaffen. In dieser Hinsicht hatte die Behörde an der Ausstellung jedoch nichts zu beanstanden, weshalb sie mit ihrem ebenso lächerlichen wie feigen Zensurversuch vor dem Verwaltungsgericht scheitern wird.
Das IPK wünscht den Klägern viel Erfolg. (ts) |
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27.3.2011 - Protest der Deutsch-Arabischen Gesellschaft - Harald Moritz Bock - Gesendet: 25.03.2011 13:18:27 An: rainer.hartmann@duesseldorf.de
Protest gegen das behördliche Verbot, die Nakba-Ausstellung in öffentlichen Ausstellungshallen - Internationales Bildungszentrum "Die Brücke"- der Stadt Düsseldorf zu zeigen
Sehr geehrter Herr Hartmann!
Welch eine Schande für eine freie Stadt, für die Stadt des Freigeistes Heinrich Heine!
Welch eine Schande für die Landeshauptstadt Düsseldorf, die jetzt durch behördliche Denkverbote ihr Gesicht verliert!
Ich bin empört und protestiere namens der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, in der Deutsche und andere Europäer, Araber, aber auch Israelis, Christen, Muslime, Juden und religiöse Freigeister zusammenarbeiten!
Die Verantwortlichen des Düsseldorfer Magistrats und alle jene, die diesen Maulkorb gegen die Wahrheit gebastelt haben, unterscheiden sich in ihrer 'Kühnheit' nicht von jenen, die während der schlimmsten Jahren der deutschen Geschichte die Gardinen zugezogen haben und die Fensterläden schlossen, als die Sammeltrecks gen Osten zusammengestellt wurden und das Stadtgebiet durch den braunen Mob gekärchert wurde.
Wann endlich wird Deutschland erwachsen?
Diese politische Kaste vertritt nicht mehr unser Land!
Beste Grüße |

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27.3.2011 - Der Fall Michael Szentei-Heise - Thomas Immanuel Steinberg - Düsseldorf kuscht, weil ein Verhaltensgestörter pfeiftDie Stadt Düsseldorf hat die Wanderausstellung in der örtlichen Volkshochschule über die Nakba, die Vertreibung der Palästinenser aus dem heutigen israelischen Staatsgebiet, vorzeitig geschlossen – offenbar auf Wunsch von Michael Szentei-Heise. Er behauptet, daß
ein entscheidender Fakt in der Ausstellung fehle. Explizit gehe es um die Aussage, dass der junge Staat Israel unmittelbar nach seiner Gründung von den Armeen sechs arabischer Staaten angegriffen worden sei. In der Ausstellung könne der Eindruck entstehen, dass die Juden alleine für Elend und Vertreibung der Palästinenser verantwortlich wären.
Diese Behauptung ist falsch, stellt der Arbeitskreis Palästina NRW e.V. in einer Presseerklärung fest.
Herr Szentei-Heise hat offensichtlich nur bis zu Tafel 4 gelesen, Tafel 6 behandelt ausführlich den ersten israelisch-arabischen Krieg von 1948. Vermutlich ist ihm nicht bekannt, dass wesentliche Ereignisse bereits lange vor diesem Krieg stattfanden, nämlich zwischen der Verabschiedung der Teilungsresolution im November 1947 und der Ausrufung des Staates Israel bzw. dem Beginn des Krieges im Mai 1948. Diese entscheidende Phase wird auf den Tafeln 4 und 5 abgehandelt.
Weitere Gründe wurden für das Absetzen der Ausstellung nicht angeführt. (1)
Michael Szentei-Heises Einwand gegen die Ausstellung ist offensichtlich unbegründet. Dennoch hat die Stadt Düsseldorf die Ausstellung abgebrochen. Wer ist Michael Szentei-Heise? Als Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf hatte er laut Rheinischer Post vom 10. März 2008 über den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG verkündet:
Wenn Herr Mehdorn im Dritten Reich in derselben Position gewesen wäre wie heute, hätte er mit großer Überzeugung Deportationen angeordnet. (2)
Laut Spiegel vom 17. April 2008 befand die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, diese oder ähnliche Äußerungen von mehr |
Sehr geehrter Herr Hintzsche,
gern gehe ich als Dortmunderin nach Düsseldorf, schaue mir Ausstellungen an und nehme an vielen kulturellen Angeboten unserer Landeshauptstadt teil.
Ich war lange Zeit Hochschullehrein an der Uni Dortmund und habe dort viele Partnerschaften mit arabischen Universitäten angeregt und betreut, auch die mit der Birzeit in Palästina geleitet und dort gelehrt. Zwei Jahre war ich Regierungsbeauftragte zur Beratung des Wohnungs- und Bauministeriums in Gaza und Ramallah und habe Realtität und Geschichte dieses armen Volkes, das seit 1948 alles verloren hat und das den einst durch die UN versprochenen Staat bis heute nicht bekommen hat, kennengelernt.
Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass auch dieses Kapitel der Geschichte, nämlich die Gründung des Staates Israel auf Kosten der Palästinenser durch die Nakbe Ausstellung von Frau Rumpf in Düsseldorf zu sehen ist und nicht nur die israelische Geschichtsdarstellung, die wir als Deutsche mit unserer Geschichte ja nun wirklich vor allem sehr verklärt sehen.
Als ehemalige Grünen Abgeordnete im Rat der Stadt Dortmund weiss ich allerdings, dass die hiesigen organisierten deutschen Juden eine Art Lobby für Israel darstellen und jedwede kritische Betrachtung ihrer modernen, eigenen Geschichte dort oder einen freundschaftlichen Kontakt mit Paästinensern vehement bekämpfen. Es war z.B. zunächst schwer eine so simple Idee, eine Fussballmannschaft aus Um el Fahem zum Training nach Dortmund zum BVB zu bekommen, was dieses Team aus einer palästinensischen Kleinstadt mit einer guten Mannschaft sich so sehr gewünscht hatte. Aber es ging schließlich doch.
Haben Sie nie mitbekommen, dass der berühmte Landesvater Rau sehr gute und helfende Beziehungen zur West Bank und den palästinensischen Vertretern hatte? In Jericho ist der zentrale Platz durch NRW gestaltet worden und sein Name steht dort sichtbar.
Ich denke, dass es schade ist, wenn Düsseldorf so kleinkariert wird und so wenig offen , dass ein kleiner Hinweis von jüdischer Seite z.B. als öffentliche Einrichtung in die Knie zwingt und einer wirklich infam arbeitenden Lobby beigibt, die Wahrheiten nicht ertragen kann. Nicht jede Ausstellung kann alles zeigen - aber jede Ausstellung, die über konkrete Sachverhalte informiert, hat ihre Berechtigung. Wir haben jetzt jüdische Wochen in ganz NRW - sind Sie offen für palästinensische Wochen? Ich wäre gern behilflich.
Mit freundlichen Grüßen und großem Bedauern
Gertrud Nehls
- 25.3.2011
Sehr
geehrter Herr Hintzsche,
als ich von der
Nakba-Ausstellung in
Düsseldorf gehört habe,
war ich froh, dass es
endlich in dieser Stadt
möglich war, die
Vertreibung der
Palästinenser
mythenfrei, aber
historisch belegt, zu
zeigen. Die Ausstellung
ist mit instruktiven,
sachlichen Vorträgen in
vielen deutschen Städten
gezeigt worden und hat
zu einem ehrlicheren
Verhältnis und klaren
Worten mit vielen Juden
in unserem Land
beigetragen. Dabei
erinnere ich mich an
Daniel Cil Brecher, der
in Düsseldorf
aufgewachsen ist. Als
Jude der zweiten
Generation und
Historiker, weiß er über
die Geschichte des
Dritten Reiches
Bescheid, die
Vertreibung der
Palästinenser heißt er
aber deshalb nicht gut.
Er könnte ein Vermittler
sein im Streit um
diesen, nach meiner
Ansicht, sehr einseitig
motivierten Beschluss.
Vielleicht sind zwei
andere Argumente
überlegenswert:
1. mit dem Abhängen der
Ausstellung haben Sie
endlich die
Aufmerksamkeit erregt,
die von den meisten
Medien unterdrückt wird.
Vielleicht hätten Sie
sich vorher bei Ihrem
Freiburger Kollegen
informieren sollen.
Immerhin haben die
Juristen den Maulkorb,
der politisch wachen
Bürgern umgebunden wird,
erkannt und verurteilt.
2.Die Behauptung von
Herrn Szentei-Heise ist
anscheinend nicht
geprüft worden! Welche
Gründe können Sie dafür,
vor allem bei der
jüngeren Generation,
anführen?
Es ist an der Zeit, dass
Palästina seine
Sichtweise der
Geschichte bei uns in
einer Ausstellung zeigen
darf, ohne dass falsche
Behauptungen wieder neue
Mythen begünstigen!
Quellen dafür könnten
sein:
- Ilan Pappé's Buch von
der ethnischen Säuberung
Palästinas , wie in der
Ausstellung angeführt:
oder- Shlomo Sand: "wie
der jüdische Staat
erfunden wurde"
Mit freundlichen Grüße!
G.Nehls
Sabine Böhnke-Egbaria - Arbeitskreis Palästina NRW e.V. - 25.3.2011
Sehr geehrter Herr Hinztsche,
am gestrigen Donnerstag veranlassten Sie ohne triftigen Grund den Abbau der Ausstellung "Die Nakba". Seit ca. 3 Jahren wird diese sehr fundierte und detaillierte Zusammenstellung der Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus Palästina an den verschiedensten Orten in ganz Deutschland gezeigt. Die vom evangelischen Entwicklungsdienst und der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg geförderte Ausstellung wurde durch den renommierten Verein "Flüchtlingskinder im Libanon e.V. entwickelt und zusammengestellt. Nicht nur die Ausstellung, sondern auch die damit verbundene Veranstaltung wurde untersagt. Einzig und allein die Einwände von Herrn Zentai-Heise und seine sicherlich nicht historisch objektiven Beweggründe haben zu diesem Vorgehen geführt. In anderen Städten waren öffentlich geführte Diskussionen möglich, da kamen Juden, Moslems, Christen, Deutsche, Araber zusammen und sprachen miteinander. Ja, sie stritten auch - aber sie redeten miteinander. Sie machen solche Begegnungen unmöglich, weil sie die Einwände einer Interessensgruppe (die der jüdischen Gemeinde) über die Interessen aller anderen stellen. Ohne jede objektive Begründung.
Unfassbar!!! Was befürchten Sie? Die Ausstellung ist weder rassistisch noch menschenverachtend. Es gibt keine rechtliche Grundlage, diese Ausstellung zu verbieten.
Ihre Entscheidung ist weder demokratisch noch ein Beispiel für die Achtung von Meinungsfreiheit. Die Verantwortlichen dieser Ausstellung und auch die Verantwortlichen vor Ort sind alle gestandene Bürger und Bürgerinnen, die Ihr Recht auf Anteilnahme am politischen Leben wahrnehmen. Wie behandeln Sie uns eigentlich und für wen halten Sie uns?! Ihr Verhalten brüskiert persönlich. Wir sind konstruktiven Auseinandersetzungen gewachsen, wir gehen diesen auch nicht aus dem Weg und wir verhindern Sie auch durch solche Methoden.
Es wäre also nur angebracht, Ihre Entscheidung zu korrigieren und sowohl die Ausstellung als auch die Veranstaltung wieder zuzulassen.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Böhnke-Egbaria
Arbeitskreis Palästina NRW e.V.

Weiterführende
Links:
Chronologie der Diffamierung der
Nakba-Ausstellung - Flüchtlingshilfe
Libanon >>>
Nakba Ausstellung Köln 11.6.
2012
Nakba Ausstellung Freiburg
12.11.2010
Nakba-Ausstellung Düsseldorf
24.3.2011
Flüchtlingskinder im
Libanon e.V. >>>
Wanderausstellung zur
Nakba - "Die Nakba - Flucht und
Vertreibung der Palästinenser 1948"
- Flüchtlingskinder im Libanon e.V.
>>>
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