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TEXTE - 3
 

B'tselem-Bericht zu Gaza:
"Ein großes Gefängnis"

Israel hat den Gaza-Streifen derart vom Rest der Welt abgeschnitten, dass es für Palästinenser leichter ist, Verwandte im Gefängnis zu besuchen als im Gaza-Streifen. Zu diesem Ergebnis kommt ein einhundert Seiten starker Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem. Der Bericht unter dem Titel "Ein großes Gefängnis" wurde am heutigen Dienstag vorgestellt. Die Strangulation des Gaza-Streifens werde auch nach der "Loslösung" weitergehen, so die Warnung des Berichts. Obwohl Erleichterungen in Bezug auf die Bewegungsfreiheit von den Israelis in Sharm el-Sheikh versprochen worden seien, sei davon bei den Palästinensern im Gaza-Streifen nichts zu spüren.
Als Ergebnis der wirtschaftlichen Belagerung lebten 77 % der Einwohner unter der Armutsgrenze, eine fast doppelt so hohe Zahl wie vor der Intifada. Ca. 23 % der Menschen leben, trotz internationaler Hilfen in "tiefer Armut".
Familien und in einigen Fällen auch Eheleute seien getrennt worden (durch Deportation in den Gaza-Streifen während Ehepartner oder Familienangehörige in der Westbank bleiben mussten).
Über ganze Gruppen würden Beschränkungen verhängt, Prüfungen, ob eine Maßnahme gegen ein Individuum - zum Beispiel aus Sicherheitsgründen - berechtigt ist, finden in der Regel nicht statt. Die meisten der Beschränkungen, denen die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen unterworfen ist, sind willkürlich und nach internationalem und israelischem Recht illegal. In einer Presseerklärung, die B'tselem zu dem Bericht herausgab, heißt es wörtlich: "Die Strangulierung des Gaza-Streifens hat sich nach palästinensischen Angriffen auf Zivilisten in Israel und den besetzten Gebieten in den vergangenen Jahren verschärft. Zivilisten anzugreifen ist ein 'Kriegsverbrechen' und nie zu rechtfertigen. Israel sollte, ja es ist sogar verpflichtet, seine Bürger zu schützen. Israels Recht auf Selbstverteidigung erlaubt aber nicht, die Rechte einer ganzen Bevölkerung mit Füßen zu treten. Israel hat erklärt, dass 'die Vollendung der Loslösung die Verantwortung Israels für die Palästinenser im Gaza-Streifen beendet'." Die Autoren des Berichts betonen, dass "das Leiden, das im Bericht beschrieben wird, wahrscheinlich nach der Loslösung nicht zu Ende sein wird, ja dass sich die Lage möglicherweise noch verschlechtern werde. Dafür wird Israel auch weiter dem Gesetz nach Verantwortung tragen." Quelle

Ist es Apartheid?
 Moshe Machover, NfW*

 In den letzten Monaten gab es unter Opponenten der israelischen Unterdrückung und den Verteidigern der palästinensischen Rechte eine wachsende Tendenz, die israelische Politik gegenüber Palästinensern als „Apartheid“ zu bezeichnen.

Die „Trennungsmauer“, die Israel auf palästinensischem Land baut, wird oft als „Apartheidmauer“ verurteilt. Eine internationale Konferenz über Palästina am 5.12.04 in der Schule für orientalische und afrikanische Studien in London wurde von seinen Organisatoren betitelt: „Widerstand gegen die israelische Apartheid: Strategien und Prinzipien“

Ich möchte vor einer gedankenlosen Verwendung dieser irreführenden Analogie zwischen israelischer Politik und dem nicht mehr ehemaligen Apartheidregime Südafrika warnen. Es ist theoretisch falsch und politisch schädlich.

Natürlich haben die beiden viele Charakterzüge gemeinsam. Beide sind bösartig rassistisch; beide errichten  ein ( spürbares) Maß an Trennung zwischen  beiden ethnischen Gruppen. Und das ist kein Zufall : beide sind Beispiele  für einen kolonialen Siedlerstaat.  ... mehr >>>

 

Ostergruß von Faten Mukarker

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

Will Scharon wirklich Frieden oder  glaubt nicht alles in den Medien

 

Alle arabischen Länder haben in Tunesien

bei dem Gipfeltreffen

Israel einen Frieden angeboten.

Das heisst Normalisierung der Beziehungen und politische Anerkennung.

Der Preis dafür ist, Ruckzug auf die Grenzen von 1967 und Abbau der Siedlungen.

 

Diese historische Geste wurde von Scharon

mit dem Bau von 3500 Neubauten in der Siedlung Male Adumim beantwortet.

Der Mauerbau geht auch immer weiter.

Immer mehr Land wird geteilt und zerteilt.

Der Haupteingang von Bethlehem besteht nur noch aus einer Öffnung, die die Breite der Strasse ausmacht.

Sonst ist links und rechts eine acht Meter hohe Mauer.

Die Medien in Deutschland berichten viel Positives über den sogenannten Friedensprozess.

Doch die Realität sieht anders aus.

 

Ich  möchte aber die Hoffnung auf einen Frieden behalten.

Mit dieser Hoffnung sende ich meinen Ostergruss an euch.
 

Salam Faten Mukarker

 

Ein Aufruf , die Besatzung zu beenden
Shamai Leibowitz

 Die Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri hat zu einer Explosion der „Volksmacht“ auf den Straßen Beiruts geführt, auf denen Hunderttausende von libanesischen Bürgern für ein Ende von Syriens Besatzung ihres Landes aufriefen. Diese Rufe fanden ihr Echo in anderen Hauptstädten und wurden dort gefeiert, ganz besonders in Washington. Es gibt im Nahen Osten jedoch noch ein anderes Gebiet, in dem ein Kampf um das Ende einer Besatzungsmacht  stattfindet, die der einheimischen Bevölkerung nur Tod und Zerstörung gebracht hat. Seit Jahrzehnten hat Israel die 3,5 Millionen Palästinenser unter militärischer Herrschaft zermalmt ( crushed), sie zur Unterwerfung gezwungen, während sie ihnen .....  Der ganze Artikel >>>
(dt. Ellen Rohlfs)
 

Muttertag in Palästina am 21.03.2005

 

Das palästinensische Büro für Statistische Erhebungen (PCBS) berichtet, dass die israelische Besatzungsmacht von September 2000 bis 8. März 2005 3.861 Palästinenser getötet habe. Das bedeutet, dass 3.861 palästinensische Mütter ihren Muttertag in Trauer verbrachten.

 

Palästinensische Mütter begingen den 21. März in Verzweiflung, da laut oben genanntem Bericht weitere 54.459 Palästinenser verletzt worden sind. Zählt man noch über 7.500 palästinensische politische Gefangene hinzu, wird offenbar, wie viele Mütter tief traurig sind.

 

Tausende palästinensischer Mütter verbrachten den Montag damit, Friedhöfe zu besuchen, Blumen auf die Gräber zu legen und Gott darum zu bitten, ihr Leben zu erleichtern.

 

66 Frauen waren die letzten Jahre dazu gezwungen, an israelischen Checkpoints zu gebären, was zu 38 Todgeburten führte, weil sie die Krankenhäuser nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Durch das Einatmen von Tränengas leiden 21 % der werdenden Mütter während ihrer Schwangerschaft an Blutarmut. Der PCBS-Bericht registrierte auch 128 palästinensische Frauen, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind und Kinder haben, die zu Hause auf sie warten.
 

Wisam Afifeh, Gazastadt

Aus Palestine News Network


Übersetzung: Gabriele Al Dahouk

Den Holocaust instrumentalisieren, um Kritik abzuwehren
Amira Hass, Haaretz, 16.3.05

Die Menge der Weltführer, die das neue Holocaust Museum in Yad Vashem besuchten, bestätigen die starke Position Israels im Westen.

Israel wird  in den Heimatländern dieser Führer oft  kritisiert, aber viele Israelis und Juden wollen – wie üblich – solche Kritik dem Antisemitismus zuordnen. Palästinenser und Leute vom linken Flügel, einschließlich Juden, werden entdecken, dass das Wissen über die israelische Besatzung in diesen Ländern  dürftig  und das Interesse der Öffentlichkeit dafür schwach ist.

Die Pilgerreise  von so vielen europäischen Führern nach Jerusalem zeigt, dass sie durch Kritik an Israel nicht abgeschreckt wurden – sie nahmen an einem Medienspektakel teil, was man nur als Unterstützung für Israel, so wie es heute ist, interpretieren kann.

Bestenfalls kann der Besuch als Ermutigung für beide Seite angesehen werden, am „erneuerten Friedensprozess“ festzuhalten. Aber Ermutigung für was? Für die Treffen zwischen Muhammad Dahlan und Nasser Yousef mit Shaul Mofaz? Für die Trennungsmauer, deren Weiterbau mit  viel Energie voranschreitet - im Widerspruch zum Beschluss des Internationalen Gerichtshofes (ICJ) in Den Haag? Für die gönnerhaften israelischen „Gesten“ – 200 weitere Passierscheine für Kaufleute, eine offene Straße für private palästinensische Autos, nicht nur für öffentliche Fahrzeuge? Oder für das fortgesetzte Abwürgen des palästinensischen Ost-Jerusalems und seine Abtrennung vom Rest des palästinensischen Gebietes – bei Verletzung der internationalen Forderung, dass ..... mehr >>>

Tanya Reinhart

Die bittere Realität

 

Prof. Tanya Reinhart, die israelische Friedensaktivistin, schrieb, wenn der Gipfel von Scharm el-Sheikh in den westlichen Medien als der "Beginn einer neuen Ära" begrüßt, werde, so sei dies "der Höhepunkt einer Welle des Optimismus, die seit dem Tode Arafats erzeugt wurde. In den letzten vier Jahren wählte die israelische Führung Arafat als das Haupthindernis für den Frieden aus. Indem sie die israelische Sicht übernimmt, glaubt die Medienwelt, daß sein Verschwinden eine Erneuerung des Friedensprozesses ermöglicht. Dies wird in der Medienwelt mit dem Glauben gekoppelt, daß Israel endlich von einem Mann des Friedens geführt wird. Scharon, der in der Vergangenheit einige Probleme gehabt haben mag, so lautete die Geschichte, hat seine Haut gewechselt und führt nun die Israelis zu schmerzhaften Zugeständnissen. Wenn man nach der optimistischen Sprache der Medien urteilt, existiert die neue Ära nicht nur auf der Ebene erklärter Pläne. Das Lob für Scharon, das Gefühl großen Fortschritts könnten einen fast glauben lassen, daß sich Dinge im Grunde bereits geändert haben - einige Siedlungen geräumt, die Besatzung fast vorüber, Ende der israelische Gewalt. Die palästinensischen Wahlen, zusammen mit den irakischen Wahlen, die ebenfalls im Januar stattfanden, wurden als ein großer Sieg der Demokratie bejubelt, ohne kaum eine Erwähnung der Tatsache, daß an beiden Orten dies Wahlen unter Besatzung waren. Im CNN-Report vom palästinensischen Wahltag sprach der enthusiastische Reporter über die künftigen Beziehungen zwischen den beiden 'Staaten' (Israel und Palästina), als ob der Palästina-Staat bereits auf befreitem Land gegründet ist. Aber die bittere Realität ist, daß sich nichts geändert hat. Die neuen 'Friedenspläne' sind nicht realer als die vorigen, und tatsächlich verlieren die Palästinenser mehr von ihrem Land und werden in kleiner und noch kleiner Gefängnisenklaven geschubst, umgeben von der neuen Mauer, deren Bau die Scharon-Regierung fortsetzt. Am Tage des Scharm-el-Scheich-Gipfels gaben israelische Quellen bekannt, daß selbst die illegalen Vorpostensiedlungen, die zu räumen sich Israel vor langer Zeit verpflichtet hatte, 'nach der Durchführung des Disengagement vom Gazastreifen nicht geräumt werden." Tanya Reinhart erinnerte an den April 2003: "Das waren die Tage eines anderen vielversprechenden 'Friedensplans' - der Roadmap. Genau wie heute wurde die neue Ära gefeiert, im Juni 2003, beim Gipfel in Aqaba mit Bush, Scharon und Abbas. Wenn wir wissen wollen, was Abbas erwartet, wäre es nützlich, im Detail zu untersuchen, was in jener vorigen Runde geschehen ist. Die Roadmap-Story enthält alle Elemente der israelischen Politik der letzten vier Jahre und dessen, was Israel weiterhin tun wird, wenn es von der internationalen Gemeinschaft nicht gestört wird".

 

(The Electronic Intifada am 11. Februar)

http://www.tau.ac.il/~reinhart/politica

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

"Inschalah"  oder wann werden sich unsere Lebensbedingungen endlich  ändern?

 

Das  Zeitgefühl  in der arabischen Welt ist ein anderes als in der westlichen Welt.

So höre ich es immer wieder.

Doch die Zeiten haben sich geändert.

Mein Mann ist in seiner Kindheit in Palästina ohne Medien aufgewachsen.

Wenn er seine Mutter fragte : " Wann werden wir endlich in Freiheit leben, ohne Unterdrückung und Besatzung." Dann pflegte sie ihm zu antworten:" Inschalah wird dieser  Tag bald kommen."

Doch die junge Generation heute in Palästina will sich mit dieser Inschalah Mentalitaet nicht  mehr arrangieren.

In Zeiten von Internet und Satelitenfernsehen weiß die Jugend in Palästina, dass Freiheit und Unabhängigkeit ein Recht fuer viele Menschen auf dieser Erde ist.

Sie wollen JETZT  leben.

In Freiheit und Wuerde und ohne Mauer.

 

Salam Faten Mukarker - 13.03.05


Jede hebräische Mutter sollte dies wissen

 Es geschieht sogar in einem Offizierskurs. Die Elitejungs, die einmal die zukünftige Generation der IDF kommandieren sollen. Mitglieder  von „Das Schweigen brechen“  stellten Zeugnisse von Kampfsoldaten zusammen, die in einem Offizierskurs über den Lauf der letzten vier Jahre, seitdem die Intifada begann, dienten. Ein besonders schmerzlicher Bericht illustriert die Situation mehr als  andere: ...... mehr >>>
 

Gewaltfreier Widerstand begegnet brutalen Schlägen seitens israelischer „Sicherheit“

 

Israels Brutalität gegenüber gewaltfreien Demonstranten - insbesondere das Schlagen von vier Buben aus Beit Surik (alle im Alter unter 17 Jahren – der Jüngste nur 12 Jahre alt), die an der gewaltfreien Bewegung teilnahmen - nimmt zu.

 

Die Buben saßen auf dem Hügel und beobachteten unter ihnen die Zerstörung des Ackerlandes ihres Dorfes, wo die israelischen Bautrupps die Mauer bauten. Sie waren nicht aggressiv gegen die Bautruppe noch gegen das israelische Militär und warfen auch keine Steine, wie behauptet wurde.

 

Sie wurden festgenommen durch als Zivilisten verkleidete, verdeckte Polizei, die unter den Dorfbewohnern aufgrund ihrer nicht vertrauten Gesichter Argwohn erregt hatten, von denen sie jedoch annahmen, dass sie gekommen waren, um anscheinend diese Demonstration zu unterstützen. Insbesondere wird dies zur Folge haben, dass die israelische Teilnahme an solchen Aktionen beschränkt werden wird, falls die Dorfbewohner nicht unterscheiden können zwischen denen, die kommen, um friedliche Demonstrationen zu unterstützen, und jenen, die dabei sind, um Demonstranten festzunehmen, mit Pistolen in die Menge zu schießen und als Provokateure aufzutreten.

 

Gemäß Augenzeugen und Aussagen des jüdischen Anwalts der Buben haben die festnehmenden und verhörenden Polizisten die Buben während ihrer Haft schwer geschlagen und sie mit dem Tode bedroht, falls sie nicht die in hebräischer Sprache abgefassten Erklärungen, die sie nicht lesen konnten, unterschreiben wollten. Solche Erklärungen werden routinemäßig in Militärgerichten vorgelegt. Die Buben werden heute vor Gericht gestellt.

 

Die israelische Nachbarstadt Mevasseret Zion unterstützt den Protest von Beit Surik gegen den Mauerverlauf 100 %ig und beteiligte sich an einer Klage, welche die Verlegung der Mauer auf die Grüne Linie vorsieht. Viele der Einwohner von Mevasseret Zion nehmen gemeinsam mit ihren palästinensischen Nachbarn an den friedlichen Protesten teil.

 

Der Bürgermeister von Beit Surik wurde bei der letzten Demonstration festgenommen und fälschlicherweise beschuldigt, einen Polizeibeamten angegriffen zu haben. Gemeinderäte von Mevasseret Zion, die mit dem Bürgermeister gut befreundet sind, haben Zeugenaussagen vorgelegt, um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls zu widerlegen. Im Zeitraum seiner Verhaftung hatte der Bürgermeister mit den Soldaten verhandelt, um den Mauerbau aufzuhalten und die Entscheidung des Gerichts zu überprüfen. Er ging freiwillig mit den Beamten mit, die ihn später verhafteten, und nahm an, dass sie ihn deshalb mitnähmen, um mit der Bauleitung Gespräche zu führen. Er war überrascht, als er sich auf einmal in Haft befand.

 

Israels Aktionen haben eine abschreckende Wirkung auf jeglichen gewaltfreien palästinensischen Widerstand. Die Botschaft Israels, die es mit Hilfe seiner verdeckten Sondereinheiten schickt, nämlich die Verhaftung friedlicher Demonstranten, das Schlagen von Kindern, das Missachten der eigenen Gerichtsentscheidungen, ist, dass es aussichtslos sei, sich zu widersetzen – sogar in einer gewaltfreien Art und Weise. Wenn der Preis, der für einen gewaltfreien Widerstand bezahlt wird, so hoch wie jener für einen bewaffneten Kampf ist, wie können die Anführer solcher Bewegungen gegenüber der Bevölkerung, die diesen Preis für ihre Entscheidung pro Gewaltfreiheit bezahlt, glaubhaft erscheinen? Es wäre verständlich, falls einige daraus schlössen, dass der bewaffnete – wenn auch ineffektive – Kampf zumindest einen Preis vom Gegner einfordern und für die Verteidiger ihrer Rechte das Gefühl, in der Opferrolle zu sein, umkehren würde.

 

Ist dies die Absicht Israels?

Übersetzung:
Gabriele Al Dahouk

 PNN (Palestine News Network) vom 07.03.2005 www.palestinenet.org/english/archive

 

Am Morgen des 18.Januar 2005 überfielen Sicherheitskräfte, die von Inspektoren des Innenministeriums  und der Jerusalemer  Stadtverwaltung begleitet wurden, das Dorf Wallajeh, erklärten es zum militärischen Gebiet und begannen mit einer Kampagne der Schikane und Zerstörung. Nach vier Stunden Verwüstung verschwanden sie wieder und hinterließen fünf zerstörte Häuser und sieben zerstörte Hühner- und Viehställe.

Für die Bewohner von Wallajeh war der Überfall nichts Neues. Die militärische Aktivität, die dem Überfall vorausgegangen war, ließ sie vermuten, dass die Bulldozer bald wieder kommen würden, um mit einer neuen Zerstörungswelle weiterzumachen.

Die Bewohner von Wallajeh, einem ländlichen Ort genau zwischen Beit Jala und Jerusalem, sind solch leidvolles Tun gewöhnt.....  mehr >>>

Palästinensische Flüchtlinge - eine vergessene Gruppe im Nahen Osten
mit Stefan Maier
Nahostkoordinator der Caritas Österreich und Leiter Auslandshilfe der Caritas Salzburg

Seit der Vertreibung der Palästinenser im Jahre 1948 lebt der Grossteil der Flüchtlinge in Lagern in den Nachbarstaaten. Wie werden die palästinensischen Flüchtlinge im Nahen Osten von ihren Nachbarn (den Bewohnern der Gastländer, in diesem Vortrag mit Fokus auf den Libanon) aufgenommen und wahrgenommen? Wie sind ihre Rechte als Flüchtlinge? Wie ist die humanitäre Situation in den Lagern? Welche Initiativen gibt es zur Verbesserung der Situation?

Donnerstag, den 10. März 2005, 19.30h

Haus der Begegnung,
Merianstr. 1, Heidelberg-Altstadt (neben dem Universitätsplatz)

mehr dazu

 

 

Bitte unterschreiben Sie/ unterschreibt hier, damit die Friedensaktivistin Tali Fahima, eine isr. Jüdin, die wegen Kontakten zu Palästinensern zu unrecht seit Monaten in Einzelhaft sitzt, wieder aus dem Gefängnis entlassen wird.

Weitere Informationen >>>>

 

 

 

ZUM TODE WISCHNEWSKIS
1922 - 2005

Hans-Jürgen Wischnewski

"The work is done"

Als legendärer Troubleshooter erlangte "Ben Wisch" Weltruhm. Sein Meisterstück lieferte er in den siebziger Jahren bei der Befreiung der gekaperten Lufthansa-Maschine "Landshut" ab. Heute ist der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewksi im Alter von 82 Jahren in Köln gestorben. Von Lisa Erdmann mehr...

Zum Abschied von Hans-Jürgen Wischnewski
Abdallah Frangi - Generaldelegierter Palästinas in Deutschland

Abschied- Schröder würdigt Wischnewski als großen Staatsmann

Trauer: SPD-Politiker Wischnewski gestorbenVideo zeigen...

DANKESBRIEF AN WISCHNEWSKI
"Er hat uns rausgehauen"

Stuttgarter Zeitung online - Hans-Jürgen Wischnewski gestorben


Briefmarken die Arafat zum fünfundsiebzigsten Geburtstags von H. J. Wischnewski drucken ließ.

 

Die Nachbarn auf der anderen Straßenseite
von Gideon Levy

Auf der einen Seite private Villen – auf der anderen Blechhütten. Sichere Straßen auf der einen Seite – auf der anderen Absperrung. Auf der einen Seite internationale Beachtung – auf der anderen völlige Nichtbeachtung: von den 8500 Palästinensern hat noch niemand gehört.

Es gibt Ober-Gush-Kativ, dessen Einwohner sich frei in ihrem Gebiet bewegen können, umgeben von unglaublicher Sicherheit und die im Mittelpunkt weltweiter Aufmerksamkeit stehen. Einige der Bewohner leben in freundlichen Häusern mit viel Platz; sie gehen zu Veranstaltungen ins Gemeindezentrum, werden zu den Schulen und anderen Freizeitaktivitäten gefahren: alle erfreuen sich vollkommener Bewegungsfreiheit und den meisten gehr es sehr gut. Sie leben noch nicht lange in diesem Gebiet. Nun sind sie die Opfer, die großzügig kompensiert werden, die mit Mitleid und Sensibilität behandelt werden.

Und dann gibt es „Unter-Gush-Kativ" dessen Einwohner ein Spiegelbild der anderen sind. Alles, was die Bewohner von Ober-Gush-Kativ haben, haben die von Unter-Gush-Kativ nicht, obwohl sie ein viel älteres Anrecht auf dieses schöne und fruchtbare Stück Land an der Küste Gazas zwischen .... mehr >>>

In dieser Woche geschehen:

Israelischer Soldat wird befördert, nachdem er 20mal auf ein 13jähriges Mädchen geschossen hat.

Palestine News Network

 

Nach einer kurzen Bewährungsfrist setzte die israelische Besatzungsmacht den Soldat, der im November auf die 13jährige Iman Alhams in Rafah geschossen und sie getötet hatte, mit einer Beförderung wieder ein.

 

Das Mädchen war auf dem Weg von ihrer Wohnung in der Nähe von Tel Al Sultan zu ihrer Grundschule als der israelische Soldat 20mal auf sie schoss, darunter fünfmal in ihren Kopf. Einige Augenzeugen bestätigten damals diesen Vorfall, den auch ein israelischer Soldat bezeugte, der jedoch später von seiner Aussage abrückte. Übersetzung, Gabriele Al Dahouk

Komm bete mit uns und dann erzähl uns.....!"Wie man Kollaborateure macht*
von Amira Hass

 „Sechs Tage lang war ich in einem Hotel – im Beer-Sheva-Gefängnishotel. Jeden Tag konnte ich duschen, hatte gutes Essen, Snacks, Fernsehen, Obst, normale Kleidung", erzählte D. ein junger Palästinenser aus Ramallah. Er war 40 Tage lang verhaftet und verhört worden, ab Mitte November, nachdem er 6 Tage im Beer Shefa-Gefängnis war. Erst an seinem letzten Tag dort, bevor er ins Askalon-Gefängnis verlegt wurde, wurde ihm klar, dass das „Hotel", in dem er zunächst gehalten wurde, nicht zum regulären Flügel des Gefängnisses gehört, sondern vielmehr für die „Asafir" , nach palästinensischem Slang „Vögel" gedacht ist, die die Aufgabe hatten, Gefangene .... mehr >>>>

Das Blut von Iman al-Hamas
von Amira Hass

Und das Blut von Iman al-Hamas – an wessen Händen klebt es? Mit oder ohne „bestätigtes Töten“, töteten die Soldaten am Giritposten in Rafah in R’s Einheit - mit ihm oder ohne ihn -das 13 jährige Mädchen, das am 15. Oktober 2004 mit der Schultasche am hellerlichten Tage dort vorbeiging.

Sie versuchte nicht, sich mitten in der Nacht heimlich durchzuschleichen, um Arbeit in Israel zu finden. Irgendwer bei den IDF gab Befehle aus, die Soldaten erlauben, auf Palästinenser zu schießen, die sich mitten auf einem, (oft auf ihrem) Feld in der Nähe eines Militärpostens oder einer Siedlung, die auf diesem Feld gebaut wurde, befinden. Auf jeden Fall gab jemand an diesem Tag den Befehl, das Mädchen zu erschießen. Jemand führte den Befehl aus. Ob mit oder ohne Meineid - das Mädchen wird dadurch nicht mehr lebendig. Wie ist es möglich, dass Soldaten einer Armee, die stolz auf ihre Nachtsichtgeräte und auf ihre gute Scharfschützenausrüstung sind – nicht sehen können, dass es sich hier um ein kleines Mädchen gehandelt hat? Imans Name wurde wegen der Meineide der Soldaten bekannt. Über ihren sinnlosen Tod wurde in den israelischen Medien berichtet, die sehr selten über tote Palästinenser berichten. Es gibt eine lange Liste von palästinensischen Zivilisten, deren Blut nicht in einer .....  mehr >>>

Liebe Freunde in der Ferne
Palästina, den 8. Feb. 2005


Ein Aufruf an die Friedfertigen oder ein Tag der Hoffnung

Der Graben zwischen uns ist tief
 - doch wir Können springen.

Die Trauer über die Toten ist groß
- doch wir können vergeben.

Die Häuser sind zerstört
 - doch wir können wieder aufbauen.

Die Olivenbäume sind ausgerissen
 - doch wir können neue pflanzen.

Das Leid ist groß
 - doch wir können verzeihen.

Die Wunden hinterlassen Narben
 - doch wir können vergessen.

Die Gegenwart ist dunkel
 - doch wir können träumen.

Die Seelen beider Völker sind verletzt
 - lasst uns sie gemeinsam heilen.

FRIEDEN bedeutet LEBEN
 – lasst uns um ihn kämpfen!!!

Salam Faten Mukarker

Dunum um Dunum*
 
Uri Avnery, 5.2.05

Was würde man wohl sagen, wenn eine amerikanische Institution, die ein Siebtel des ganzen Landes verwaltet, Richtlinien akzeptieren würde, die es ihr erlauben, Land nur an weiße, angelsächsisch-stämmige Protestanten zu verkaufen oder zu verpachten?
Wir würden dies sicher nicht glauben. Und eigentlich sollte  so etwas  auch  nicht möglich sein
Doch eine  derartige Situation besteht  in Israel. Sie verursacht gerade eine stürmische öffentliche Debatte...... mehr >>>

 

Israel wie Südafrika behandeln!
- Ilan Pappe

Es  ist falsch, die Haltung der israelischen Regierung als "Abweichung", als  einen dramatischen Umschwung in der Politik Israels anzusehen. Die von  Premierminister Ariel Sharon geführte Regierung verkörpert die israelische  Politik eher als dass sie davon abweicht.  Sharon hat auch etwas gelernt, was er in seiner ersten Regierung nicht  verstand - wenn man Worte anwendet wie Rückzug, Palästinenserstaat und  "Friede", kann man seinen eigenen Mittelweg vorgeben - Teile des  Westjordanlandes in einer Weise an Israel annektieren, dass es nicht  fanatisch oder extrem ausschaut, sondern es der einzige Weg zum Frieden ist.    Und daher unterstützen die UNO und natürlich die USA und die EU Sharons  "Friedensplan".

Und der Friedensplan von Sharon ist sehr klar - er war  darüber sehr ehrlich - er will die Siedlungen in Gaza nicht, er will nur die  Hälfte des Westjordanlandes.  Die Arbeiterpartei hat ihre Begründung gefunden, ,  ... mehr >>>

Der Landraub geht weiter.

Laut eines Beschlusses der israelischen Regierung vom 8.7.04 wird Land das durch den Mauerbau für die Bauern nicht mehr erreichbar ist enteignet.
Die Zuständigkeit der Treuhandschaft für das Eigentum von Abwesenden wird nun auch auf Ost-Jerusalem ausgedehnt werden.

Man beruft sich, wie schon wiederholt, auf die Reglung vom März 1950 die es "erlaubt" das Eigentum von "Abwesenden" zu enteignen, es "fällt an Israel". Für viele Bauern sind so ihre Olivenhaine nicht nur unerreichbar, ihr Land wird ihnen entgegen aller internationalen Regeln gestohlen.

Dies, obwohl in Bezug auf Jerusalem schon 1968 dieser Beschluss außer Kraft gesetzt wurde.
Teile der isr. Öffentlichkeit protestieren dagegen, das die israelische Generalstaatsanwaltschaft  angeblich diese Regierungsentscheidung mitträgt. Sie ist nie offiziell im Amtsblatt veröffentlicht wurde aber auch von einem Regierungssprecher als rechtskonform bezeichnet. Haaretz spricht in einem Kommentar von Diebstahl.

Lese auch:

Palästinensischer Besitz: Israels Generalstaatsanwalt hält Enteignungen für illegal

Israel beschlagnahmt Land in Ost-Jerusalem im großen Stil

Brief aus Israel 28.01.28
 

 Aber es gibt auch etwas selten Positives zu lesen: ein Bericht über einen "Hand in Hand" zweisprachigen Kindergarten, in dem das Kind von Freunden in einem Jahr gelernt hat, Arabisch zu verstehen, in der Sprache zu singen und zählen und immer mehr zu sprechen. Die kleine Noah hat jüdische und arabische Freunde, hat jüdische und arabische Familien besucht und jüdische, arabische und christliche Feiertage mitgefeiert. Der anfangs skeptisch Vater sagte nach seinem ersten Besuch, "innerhalb einer halben Stunde im Kindergarten war ich überzeugt, ---- mehr >>>
 


.....Wie oft sind Sie auf der Straße 443 gefahren und haben sich nach links und rechts umgeschaut? Wie oft haben sie diese Schnellstraße von Maccabim-Reut nach Jerusalem benutzt und über den Zehntausenden von Einwohnern nach gedacht, die ihretwegen gefangen sind. Wie oft sind Ihnen die 12 blockierten Straßen aufgefallen, die in sie einmünden, wie oft haben sie den Bewohnern der 22 umliegenden Dörfern Aufmerksamkeit geschenkt, die durch die steinigen Berge zu Fuß gehen. ..... . mehr >>>
 

Wer hat hier das Sagen?
 Amira Hass, 19.1.05

 Die Offiziellen des israelischen Geheimdienstes und diejenigen, die sie  in der Presse zitieren, haben recht, wenn sie behaupten, nicht Abu Mazen und nicht die Sicherheitsdienste der palästinensischen Behörde haben den Gazastreifen unter Kontrolle. Die geheimdienstlichen Quellen und diejenigen, die sie zitieren, sind jedoch irreführend, wenn sie sagen, dass bewaffnete Banden und die Hamas Gaza beherrschen. Die IDF beherrscht Gaza.

 Nicht nur entsprechend dem internationalen Gesetz, nicht nur im Sinne der Oslo-Abkommen, die die IDF als oberste Herrschaftsbehörde im ganzen Gazastreifen und der Westbank weiterhin belässt, vielmehr ... mehr >>>


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung,  ... mehr >>>

Offener Brief an den Bundespräsidenten Horst Köhler.


 

Bundespräsident Horst Köhler wird darüber entscheiden, ob er bei seinem Besuch in Israel vor der Knesseth deutsch oder englisch sprechen wird. Im Vorfeld ist darüber in Israel eine heftige Diskussion entbrannt, denn man will dort die deutsche Sprache nicht mehr hören müssen.

 

Wie er sich auch entscheiden wird; einige Ausschnitte aus der Dankesrede von Elfriede Jelinek anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises möchte ich ihm zur Entscheidungsfindung ans Herz legen.

 

"....Es läuft zur Sicherheit, nicht nur um mich zu behüten, meine Sprache neben mir her und kontrolliert, ob ich es auch richtig mache. Ob ich es auch richtig falsch mache, die Wirklichkeit zu beschreiben, denn sie muss immer falsch beschrieben werden, sie kann nicht anders, aber so falsch, dass jeder, der sie liest oder hört, ihre Falschheit sofort bemerkt. Die lügt ja. Und dieser Hund Sprache, der mich beschützen soll, dafür habe ich ihn ja, der schnappt jetzt nach mir. Dieser Schutz will mich beißen. Mein einziger Schutz vor dem Beschriebenwerden, die Sprache, die umgekehrt zum Beschreiben von etwas Anderem, das nicht ich bin, da ist. Dafür beschreibe ich ja so viel Papier.

Mein einziger Schutz kehrt sich also gegen mich (...) Meine Sprache ist ja süchtig nach Liebkosungen. Das hält sie davon ab, den Toten nachzuschauen, auf die ich dafür schauen muss, das bleibt dann natürlich an mir hängen. Daher hatte ich ja keine Zeit, meine Sprache im Zaum zu halten, die sich jetzt schamlos unter den Händen der Streichler wälzt. Es gibt einfach zu viele Tote, auf die ich schauen muss, das ist ein österreichischer Fachausdruck für: um die ich mich kümmern, die ich gut behandeln muss, aber dafür sind wir ja berühmt, dass wir alle immer gut behandeln. Die Welt schaut schon auf uns, nur keine Sorge. Das müssen wir nicht selber besorgen. (...) .Niemand hat schuld. Auch ich, zerzaust wie ich und mein Haar sind, habe keine Schuld, dass die Toten tot bleiben. Ich will, dass die Sprache dort drüben endlich aufhört, sich zur Sklavin fremder Hände zu machen, auch wenn sie ihr noch so wohl tun, ich will, dass sie anfangen soll, keine Forderungen zu stellen, sondern selbst eine Forderung zu werden, sich endlich zu stellen, nicht dem Liebkosen, sondern einer Forderung, zu mir zurückzukommen, denn stellen muss die Sprache sich immer, sie weiß es allerdings oft nicht und hört mir nicht zu. (...) Je mehr Leute also die Aufforderung meiner Sprache annehmen, sie am Bauch zu kratzen, etwas zu zausen, ihre Zutraulichkeit liebevoll anzunehmen, desto weiter stolpere ich davon, ich habe meine Sprache endgültig an die verloren, die sie besser behandeln, ich fliege schon fast, wo war doch gleich dieser Weg, den ich zum Nacheilen brauche? (...)   -
(C) DIE NOBELSTIFTUNG 2004
Gabriele Al Dahouk


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung, die einen Monat früher im ministeriellen Komitee für Jerusalem getroffen wurde. Die Entscheidung wurde dem Ministerpräsidenten und Staatsanwalt vorgestellt und fand ihren Beifall; die Entscheidung wurde aber bis jetzt nicht veröffentlicht und auch nicht auf der Website des Ministerpräsidenten aufgelistet.

Das Gesetz von 1950, in dem es um den Besitz Abwesender geht, das u.a. bestimmt, ein Abwesender sei jemand, der zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sich in keinem Teil von Israel, der sich also außerhalb von Israel befand – dh. in der Westbank und im Gazastreifen.

Nach dem Gesetz wird Besitz von Abwesenden an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ transferiert, ohne den abwesenden Besitzern eine Kompensation zu schulden. Als Ost-Jerusalem unter das israelische Gesetz fiel, ordnete der damalige Justizminister an, dass dies die Bewohner der Westbank nicht betrifft, die Besitz in Teilen Ost-Jerusalems haben, die nun zu einem Teil des Staates Israel geworden sind. Ministerpräsident Yitzak Rabin hat diese Direktive 1993 erneuert.

Mit dem Bau des „Trennungszaunes“ im Raum Jerusalem erbaten sich palästinensische Landbesitzer aus Bethlehem und Beit Jala die Genehmigung, ihre Felder weiterbearbeiten zu können, die innerhalb der Jerusalemer Gemeindejurisdiktion liegen. Die Antwort des Staates war, dass „ihnen das Land nicht länger gehört, sondern dass es an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ übergeben wurde. Es handelt sich um Tausende von Dunum landwirtschaftlich genutzten Landes, auf dem Palästinenser seit Jahren Oliven und Wein anbauten.

„Der Besitz dieser Leute wurde immer als Besitz Abwesender betrachtet, aber solange kein Zaun existierte, konnten die Leute zu ihrem Land gelangen und – nach ihrem Standpunkt – war alles in Ordnung“, sagte ein hochrangiger Justizbeamter, der sich mit dieser Sache befassen muss. „Der Zaun ist die Folge von Terror. Es ist nicht fair, dass jemand zum „Abwesenden“ wird, weil seine Verbindungen zum Land abgeschnitten werden, ohne dass er schuldig wurde. Aber Moral ist eine Sache – und was in unseren Gesetzen geschrieben ist, ist eine andere Sache“

Die palästinensischen Landbesitzer und ihre israelischen Anwälte bezeichnen dies als „Landraub“ und fürchten, dass die nächsten Pläne des Bebauungsministeriums auf Teilen des Landes der „Abwesenden“ bauen wollen.  - Dt. Ellen Rohlfs

 

17.01.2005

Israelische Bagger zerstören Häuser in Walaja

Fadi Abu Sa’ada für PNN

 

Am Montagmorgen zerstörten israelische Besatzungssoldaten mindestens vier Häuser in Walaja westlich von Bethlehem. Israelische Bagger zerstörten ebenfalls mehrere Scheunen nebst Wohngebäuden in Ein Jaweizeh. Die Israelis annektierten die freigewordene Fläche auf Anordnung der Stadtverwaltung in Jerusalem, welche auf sie als Teil des Jüdischen Staates Anspruch erhebt. Die Bewohner wurden aus ihren Wohnungen heraus verhaftet, weil sie einen Westbank-Ausweis hatten, als die Israelis entschieden, die Bodenfläche als zu Jerusalem gehörig einzugliedern, was wiederum einen anderen Ausweis erfordert.

 

Laut den Bewohnern haben die israelischen Besatzungssoldaten die Ortschaft bereits in der Nacht zum Montag eingekreist und alle Zugänge zum Ort abgeriegelt.

 

Israelische Besatzungssoldaten greifen die Ortschaft regelmäßig an, um die Apartheidmauer errichten zu können, eine illegale Siedlung auszudehnen bzw. die Ortschaft als Teil der Jerusalemer Stadtverwaltung zu beanspruchen.

 

Besatzungssoldaten hinderten Journalisten und Menschenrechtsbeobachter daran, die Ortschaft zu erreichen.

 

Ebenfalls am Montagmorgen in Bethlehem: Israelische Soldaten drangen in das Aida-Flüchtlingslager ein und verschleppten zwei Angehörige der Al Jawarish-Familie an unbekannte Orte. Israel beschuldigt sie der Mitgliedschaft des Widerstandes. - Quelle

 

Übersetzung: Gabriele Al Dahouk

 

Die jüngste weibliche Gefangene in israelischen Gefängnissen ist gerade 14 Jahre alt

 

Laut statistischen Erhebungen gab es im Jahre 2004 eine starke Zunahme weiblicher palästinensischer Gefangener. Gemäß einem Bericht der Palestinian Prisoners Society (Gesellschaft für Palästinensische Gefangene) nahmen israelische Besatzungssoldaten 61 Frauen gefangen, darunter die Frauen von Gefangenen and Selbstmordattentätern (wörtlich: Märtyrern).

 

Vierzehn Frauen sind minderjährig, die jüngste ist die 14jährige Ghada Abu Hamiid, die am 09. September 2004 aus der elterlichen Wohnung in Hebron ins Gefängnis verbracht wurde.

 

Gegenwärtig teilen sich 120 weibliche Gefangene auf die israelischen Gefängnisse Telmund und Ramle auf.

 

Zwanzig von ihnen sind Mütter, fünfzehn weitere Frauen sind schwer erkrankt.

 

Zwei Babys leben innerhalb der Gefängnisse. Baby Wa’el (männlich) lebt mit seiner Mutter Mirva Taha zusammen, Baby Nour (weiblich) lebt mit seiner Mutter Manal Ghanam zusammen in der Zelle.

 

Israelische Gefängnispolizei und „Spezialkräfte“ haben mindestens fünf Mal Frauen ernstlich angegriffen. Weibliche Gefangene werden ebenfalls routinemäßig dazu gezwungen, sich für erniedrigende Untersuchungen zu entkleiden.

 

Viele der Frauen dürfen keine Besuche ihrer Familien empfangen, und diejenigen, welche Besuche bekommen, können ihre Kinder nicht umarmen, weil sie durch eine dicke Scheibe von ihnen getrennt sind.

 

 Quelle   Übersetzung:Gabriele Al Dahouk

 


A
ngst

Ich gehe durch Strassen gehe Schritt um Schritt immer weiter
ergründe entwirre das Leben
um Ecken stehen Gewehre Soldaten
schauen lachen einer wirft eine Mütze zu Boden
ich erstarre gleich wird er mich packen erschießen
ohne langes Lebensziel geworden zu Asche
ohne Fische ist das Meer öde
ich schwimme Schulter an Schulter
berühre Wörter Zungen
Münder die offen die Frucht empfangen
ich deute eine Qual bitte meinen Wasserfall
zu tröpfeln die Kraft der Tränen zu senden
Quelle
 


Als die Menschen von Beit Lahia am Dienstagmorgen aufwachten, ereignete sich ein Massaker. Die israelischen Besatzungssoldaten feuerten drei Panzergranaten auf eine Menschengruppe, die dadurch in Stücke zerrissen wurde. Augenzeugen aus der Stadt im nördlichen Gazastreifen sagten, dass sie den Morgen damit verbrachten, die Körperteile einzusammeln. Aus medizinischen Quellen des Kamal-Adwan-Hospitals verlautete, dass eine Anzahl Menschen verletzt wurde, darunter ein Kind, das sein Bein verlor.

Israelische Besatzungssoldaten feuerten im Gebiet Fedous in Beit Lahia. Von den Geschossen wurden Leute in der Nähe der Häuser der Familien Al Kasia, Ghriban und Azaro getroffen. Der Panzer schoss auf eine Gruppe Teenager, die versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Die israelischen Besatzungssoldaten töteten drei Brüder, den 17 Jahre alten Hani Khamal Ghroban, den 16 Jahre alten Basam Kamal Ghroban und noch einen weiteren Bruder. Sie töteten ebenfalls drei ihrer Cousins, den 13jährigen Mohammed Hasan Ghroban, den 16jährigen Raja Ghassan Ghroban und den 17jährigen Jabar Abdullah Ghroban. Die israelischen Besatzungssoldaten töteten auch den 16 Jahre alten Jabril Al Qassieh sowie eine weitere Person, deren Name unbekannt ist.  Quelle  - Übersetzt vonGabriele Al Dahouk

Annan besorgt über israelische Offensive im Gazastreifen

Sieben Palästinenser im Gaza-Streifen getötet
 


Der Berg und die Maus
 Uri Avnery, 18.12.04

.....Einige  Gräueltaten, die die Armee begangen hat, hat die israelische Öffentlichkeit schockiert. Kein einziger Siedler wurde umgesiedelt. Im Gegenteil, neue Siedler sind angekommen.

 All dies weist  auf  keine wirkliche Entscheidung hin, den versprochenen Abzug zu erfüllen. Sharons Aktionen auf der Westbank  dagegen zeigen  einen festen Entschluss, hier seinen Plan zu erfüllen.

In der Westbank hat sich die Besatzung(spolitik)  verschlimmert..Die mörderischen Checkpoints behindern weiterhin die Möglichkeit eines normalen Lebens. Das Foto, das einen palästinensischen Geiger zeigt, wie er von Soldaten  am Checkpoint zum Spielen gezwungen wird, weckt in vielen Israelis schreckliche Erinnerungen. Der Bau der Annexionsmauer geht weiter – mit ein paar kleinen Veränderungen der Route, um den Israelischen Gerichtshof zu beschwichtigen, mehr >>>

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

Das fünfte Weihnachtsfest oder Bethlehem zwischen Erwartung und Hoffnungslosigkeit

 

Wie unter einem Trauermantel liegt Bethlehem.

Ist es die Trauerzeit über Arafat oder die Hoffnungslosigkeit der Situation,

in der die Menschen seit fünf  Jahren leben?

Ich versuche mich zu erinnern, wie Bethlehem früher um die Weihnachtszeit war.

Ein hektisches Treiben, die Geschäfte geschmückt und vor allem voller Menschen, die wie überall auf der Welt ihre Weihnachtseinkäufe gemacht haben.

Die Strassen voller Touristen und Pilger, die auf  ihrer Reise ins Heilige Land besonderes um Weihnachten in Bethlehem inne hielten.

Heute ist es still in Bethlehem.

Die Frage, die wie überall auch in Palästina die Menschen beschäftigt:

Wie wird es weitergehen?

Viele setzen ihre Hoffnungen auf die Wahlen.

Wenn Abu Mazen gewinnen würde, hätte der Friede ein Chance - sagt man uns.

Doch wird Scharon ihm eine geben.

Denn wenn keine Änderung in den Lebensverhältnissen der Palästinenser eintritt, sozusagen in Realität, das heisst wenn die Checkpoints nicht weichen und die Menschen weiter ohne Existenzgrundlage leben, wird es kaum für sie  möglich sein, friedliche Gefühle zu entwickeln.

Tod und Zerstörung gehören immer noch, auch nach Arafats Tod, zum Alltag der Palästinenser.

Die Mauer, die um Bethlehem gebaut wird, soll nach israelischen Angaben im nächsten Jahr fertig sein.

Ich versuche sie aus meinem Leben auszublenden, ich sehe sie vor mir, begreife sie aber nicht.

Ich versuche an ihr vorbei zu schauen, um mir noch einen Hauch von Hoffnung zu bewahren.

Und glaube an ein Wunder, denn wer im Land der Wunder nicht an Wunder glaubt ist kein Realist.

Mein Wunsch zu Weihnachten wäre, dass alle meine Freunde mit mir diesen Glauben an ein Wunder teilen würden.

Salam
 

Faten Mukarker

Beit-Jala/ Bethlehem

 

 


.....Kanan, hat uns so einige Geschichten erzählt, die wesentlich anders verliefen, als unsere An- und Abreise. In einem der letzten Winter war er eines Tages früh morgens nach Nablus aufgebrochen, um Winterkleidung für seinen kleinen Sohn zu kaufen. Für den Rückweg wählte er nicht den Weg über den Checkpoint, sondern einen anderen durch ein Tal zwischen Nablus und Assira. Es war um die Mittagszeit, als er auf Soldaten traf. Diese nahmen ihm seinen Ausweis ab, um ihn zu checken. Dieses dauerte ca. 2 Stunden, in denen er sich recht angeregt mit dem commander über alles mögliche unterhielt.

Dann änderte sich irgendwann die Atmosphäre, die Soldaten zwangen Kanan, sich komplett auszuziehen, dies, nachdem er sich geweigert hatte, vor laufender Videokamera abfällige Bemerkungen über Palästinenser auf hebräischer Sprache zu wiederholen. Sie schlugen ihn und zwangen ihn dann, sich auf den Boden in eine Wasserpfütze zu legen. Dort musste er die nächste Stunde ausharren. Während dieser wurde er ständig gefilmt und fotografiert, noch immer nackt. Dann fuhr ein Panzer vor, die Soldaten drohten nun, ihn zu überrollen. Er bat den commander, die gekauften Kinderkleider wenigstens seiner Frau in Assira zukommen zu lassen. Daraufhin verbrannten die Soldaten die gekauften Dinge, danach auch seine Kleidung.

Im Endeffekt haben sie ihn dann nicht mit dem Panzer überrollt. Sie packten ihn und warfen ihn den Berghang hinunter, er stürzte und kam auf einem Felsvorsprung zum Liegen. Dabei brach er sich unter anderem den Arm. Die Bewohner eines in der Nähe liegenden Hauses fanden ihn und versorgten ihn mit dem Nötigsten. Es war inzwischen fast Mitternacht. Die Foto- und Filmaufnahmen existieren noch immer. Es gibt viele Soldaten , die solche Streifen als Trophäe aufbewahren.. mehr >>>
 

 


Der Film Chekpoint ist im Handel

Um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen, müssen alle Palästinenser diese Kontrollstellen passieren – oder besser: versuchen zu passieren. Ein krankes Kind muss zum Arzt ins nächste Dorf, eine schwangere Frau ist auf dem Weg ins Krankenhaus, Männer gehen zur Arbeit, Kinder fahren mit dem Bus zur Schule – sie alle müssen durch die »Checkpoints«. Ob sie passieren dürfen oder nicht, hängt häufig vom Goodwill der israelischen Posten ab. Die hierbei entstandenen Bilder sprechen für sich. Jeder Kommentar ist überflüssig. Die Gespräche zwischen israelischen Besatzungssoldaten und Palästinensern werden mit Hilfe von Untertiteln übersetzt – wahlweise in Deutsch oder Englisch. mehr >>

Checkpoint ....... Immer wieder werden Geister aus der „jüdischen Vergangenheit“ durch eine verachtenswürdige Tat in den besetzten Gebieten heraufbeschworen. Irgend jemandem ist es gelungen, diese zu fotografieren. Da gibt es dann dramatische Schlagzeilen darüber , wie im Fall des jungen Palästinensers, dem befohlen worden sei, Geige zu spielen. Aber schnell wurde diese Angelegenheit eine „Ausnahme“. Die meisten Soldaten zwingen keinen Geiger, am Checkpoint zu spielen. Die meisten Soldaten töten keine kleinen Mädchen. Die meisten Soldaten „bestätigen nicht das Töten“ (durch das Leerschießen eines Magazins in den Körper eines Erschossenen). Aber die Melodramen helfen die umfassenderen Wahrheiten zu verschleiern. Israelis lieben die Wahrheit nicht. Und die Wahrheit der Israelis kann tief innerhalb der besetzten Gebiete gefunden werden.

 Wenn sich Israelis nicht selbst täuschen wollen, dann hätten sie längst begriffen, was jeder Palästinenser weiß: sie  hätten  ihrem  Wortschatz während der letzten 13 Jahre ein neues Wort hinzugefügt Al-mahsum ( pl. Almahasim), die arabisierte Form für das hebräische Wort für Kontrollpunkt (mahsom) .

Tatsächlich sind die Kontrollpunkte nicht eine Folge der Intifada. Wenn einmal die Wahrheit über die Geschichte der Kontrollpunkte geschrieben werden wird – und nicht nur von den Aufzeichnungen der Militärkommandeure übernommen wird – dann wird klar werden, dass die Kontrollpunkte  zum Ausbruch der Intifada mit beigetragen haben ..... mehr >>>
 


Einmal etwas anderes

Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in
seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein und alt und schwach.
Sein Sohn studiert im Paris. Er schreibt eine Email an seinen Sohn und
erklärt ihm das Problem.

'Lieber Ahmed, ich bin sehr traurig, weil ich in meinem Garten keine
Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärest, du könntest
mir helfen, und könntest für mich den Garten umgraben.

Ich liebe Dich.
Dein Vater.'

Am folgenden Tag erhält der alte Mann eine Email :
'Lieber Vater, bitte berühre nicht den Garten. Dort habe ich *die
Sache* versteckt.

Ich liebe Dich auch. Ahmed'.

Um 4 Uhr morgens kommen die US Army, die Marines, das FBI, die CIA und die
RANGERS zu dem Haus des alten Mannes.

Sie suchen überall, nehmen den ganzen Garten auseinander, suchen jeden
Millimeter ab, aber finden gar nichts. Enttäuscht gehen sie weg.

Am folgenden Tag erhält der alter Mann wieder eine Email vom Sohn :

'Lieber Vater, sicherlich ist jetzt der Garten voll umgegraben und du kannst
die Kartoffeln pflanzen. Mehr konnte ich für dich nicht tun.

Ich liebe Dich. Ahmed'.

Quelle www.nahost-journal.com
 


"....Da gab es keine wirklichen Überraschungen, als die (Straßen-)Karte vor zwei Monaten von israelischen Offiziellen den Vertretern der Weltbank und durch diese den Geberländern vorgelegt wurde. Auf dieser Karte ist ein System von 16 Passagen – Tunnel oder Brücken – und Straßen in der Westbank eingezeichnet, das dafür vorgesehen ist, verbessert oder gebaut zu werden. Die Passagen sind dafür bestimmt, die palästinensischen und israelischen Fahrzeuge weit auseinander zu halten, in dem man die palästinensischen Fahrzeuge auf Nebenstraßen umleitet. Israelis, d.h. Juden, werden zum größten Teil auf einem System guter Schnellstraßen fahren können. Die Einstellung jüdischer Siedler über ethnische Trennung,  ... 
mehr >>>
 

 


Es kann hier geschehen
 Haaretz, 22.11.04 (ohne Name des Verfassers)

 Vor sechs Monaten hatten aus der Armee entlassene Soldaten eine Ausstellung eröffnet, die sie „Das Schweigen brechen“ nannten. In ihr gaben sie Zeugnis ab über schwere Brutalitäten gegen  Palästinenser, wie sie sie während ihres Militärdienstes  in Hebron miterlebt haben. Die Reaktion des Generalstabschefs war, die Militärpolizei dorthin zu senden, um alles Material zu konfiszieren.  Der Zorn über die Veröffentlichung wurde zu Scham und bis heute gibt es von Seiten der Armee keine Information, ob man daraus gelernt habe oder ob rechtliche  Schritte  gegen jene unternommen worden seien, die für diese Brutalitäten verantwortlich sind.

 Jeder, der über die in Yedioth Ahronoth(YA)  am Freitag veröffentlichten, entsetzlichen Zeugnisse überrascht worden ist  - nämlich über die Leichenschändung von palästinensischen Militanten oder unschuldigen Opfern.....
 



Heute (1.November 04) im Askar Flüchtlingslager bei Nablus wurde ein 12-jähriger Junge, Bashar Jebarra, erschossen durch einen Brustschuss, als er und andere Kinder Steine auf einen fahrenden Jeep warfen.
Am Samstag, 30. Oktober haben israelische Besatzungssoldaten einen anderen 12-jährigen Jungen, Ibrahim Muhammad Kamel in Jenin erschossen.  Er hat mit anderen Kindern auf dem Schulweg Steine auf Soldaten geworfen, die ein Gebäude in der Nähe der Schule besetzt hatten.

Am 28. Oktober wurde die 8-jährige Rania Arram durch Schüsse getötet in Khan Younis Flüchtlingslager im Gazastreifen auf dem Schulweg erschossen.  Die Soldaten schossen vom Rand der illegalen israelischen Siedlung gush Katif.

Andere Schulkinder die in jüngster Zeit durch die Besatzungsarmee erschossen wurden sind das 13-jährige Mädchen Sameer al-Hams, auf dem Schulweg von Scharfschützen angeschossen und dann aus der Nähe von einem israelischen Kommandant durch 20 Kugeln getötet, die 9-jährige ghadeer Jaber Mukhaimer und die 10-jährige Raghda Adnan al-Assar, in den Bauch bzw. den Kopf geschossen als sie an ihrem Platz im
Klassenzimmer saßen.

Ferner wurde der 17-jährige Mohammad Abu Aita, durch einen Angriff in Jenin am 28. Oktober verletzt durch Kugeln in den Oberschenkel und den Bauch.  Sanitäter haben das Bluten gestillt. Er war in stabilisierter Lage und konnte seine Daten an den Krankenwagenfahrer Muntaser' Abd Ar-Rahim geben.

Auf dem Weg ins Krankenhaus haben sechs Jeeps der Armee den Krankenwagen umringt und ihn zum Halten gezwungen.  Der Fahrer berichtete dass die Sanitäter den Wagen verlassen und sich auf die Erde legen mussten während sie durchsucht wurden.  Soldaten öfffneten den hinteren Teil des Krankenwagens und Ar-Rahim versuchte sie zu
überreden, den Jungen ins Krankenhaus bringen zu lassen.  Die israelischen Soldaten sagten, sie würden ihn in ein israelisches Krankenhaus bringen.  Sie brachten ihn in ein Militärfahrzeug mit einem Davidsstern drauf, wie er sowohl auf Angriffs- wie auch
Krankenfahrzeugen gebräuchlich ist. Die Soldaten hielten Ar-Rahim etwa eine Stunde fest.  Als er freigelassen wurde war er schockiert zu erfahren, dass Israelis die
palästinensische Seite angerufen hatten, die Leiche des Jungen abzuholen.  Ärzte berichteten, dass er durch Schüsse in Brust und Bauch getötet worden war. Mord an einem Verletzten ist ein Kriegsverbrechen unter der Vierten Genfer Konvention.  Kaltblutiger Mord an Kindern ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.
Quelle

Freue dich nicht
Uri Avnery, 13.11.04*

 „Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück; der Herr könnte es sehen und Missfallen daran haben .“  (Sprüche Salomos, 24,17)

Dieses biblische Gebot ist eines der tiefsinnigsten jüdischen moralischen Lehrsätze.

In diesem Zusammenhang  wäre  Israel weit davon entfernt, ein „jüdischer Staat“ zu sein, wie er sich selbst gerne definiert. Die widerlichen unflätigen Ausdrücke, die in den letzten Tagen über Arafat praktisch in allen israelischen Medien  verbreitet wurden, lassen mich als Israeli vor Scham erröten.

Die Dämonisierung des palästinensischen Nationalführers, die seit Jahrzehnten ein Kernstück israelischer Propaganda gewesen ist, geht nun  auch noch über seinen Tod hinaus. Es scheint, dass die 37 Jahre als Besatzer unsere Gesellschaft entmenschlicht und ihr sogar das allgemeine Anstandsgefühl genommen haben.

Minister und Fischverkäufer, TV-Ikonen und Universitätsprofessoren, „Linke“ und  totale Faschisten versuchten mit vulgärsten Ausdrücken einander zu überbieten.

Niemals war die tiefe  Kluft in der Wahrnehmung  beider Völker deutlicher als an Arafats Beerdigungstag. Während israelische Kommentatoren und „Experten für arabische Angelegenheiten“ – die meisten   mehr >>>

 

Die UN-Hilfsorganisation, die eine Großteil der Einwohner von Gaza mit Lebensmittel versorgt, hat eine Pressemitteilung herausgegeben, nachdem vor wenigen Tagen das zweite Mädchen totgeschossen wurde auf ihrer Schulbank. Der UNRWA-Sprecher wird zitiert: "Das zwei junge Kinder an ihren Tischen in UNRWA-Schulen im letzten Monat erschossen wurden ist nach jedermanns moralischem Standard grauenvoll. Schulen sollen Friedensorte sein. Außerhalb der Schulen nimmt die Todesrate von Kindern in Gaza in entsetzlichem Maße zu. Die grundlegensten Rechte der Kinder - auf Leben - werden fast täglich verletzt." Die UNRWA hat die israelische Regierung immer wieder während der letzten Jahre aufgerufen. Schüsse auf Schulen einzustellen....... mehr >>>

Olivenernte - Hanan aus Nablus

"...Der Tag verlief alles andere als friedlich. Die Bilanz sind 4 verhaftete und nach einigen Stunden wieder freigelassene Internationale, 4 verhaftete und noch nicht wieder freigelassene Palästinenser, 2 ganz schön verprügelte Internationale, viele frustrierte Menschen um mich herum, viele aggressive Soldaten, die uns nun alle kennen und noch kein Kontakt mit Siedlern.

Es ist ziemlich viel schief gegangen heute, viele der Aktivisten sind gerade erst angekommen und daher noch unerfahren, zwei - die mit mir waren - sind schwerhörig und es stellte sich als sehr schwierig heraus, ihnen die ständig wechselnde Situation zu erklären. Das war besonders frustrierend für mich, als wir nach einem in unserer Gegend ruhigen Tag letztendlich von Soldaten gefunden wurden, mit denen ich auch recht ruhig verhandeln konnte. Die 2 Familien, die wir begleiteten, konnten in Ruhe ihre Oliven einpacken  ... mehr >>>

Filastin

 

Durch ein Inferno ist meine Kindheit gegangen.

Sie hing an hauchzarten, seidenen Fäden,

hat sich in Ausgangssperren und Checkpoints verfangen

und hockte hinter türkisgrünen Läden.

 

Ziellos schlich meine Jugend entlang leerer Straßen,

sich unter Bulldozern und Panzern windend.

Blickte die Mauer hoch. Sie zerschnitt uns’re Gassen.

Olivenhaine dahinter verschwindend.

 

Früchte – tiefschwarz und glänzend - uralter Bestände

umschlossen Generationen erntender Hände,

legten bedächtig sie zu Wasser, Käse und Brot.

Dir Allah sei Dank, der Du uns beschützt vor der Not!

 

Den Vater fuhren sie mit verbund’nen Augen fort

ins Gelobte Land an einen unbekannten Ort.

Für Mutter und beide Schwestern sorgte ich allein

und stellte zornig mich neben mein Erwachsensein.

 

Tod, Du? Merkwürdig, wie satt Du aussiehst und wie rund.

Rund wie die Kugel, die aus des Gewehres Mund

mich trifft …!

 

Mein Blut tränkt den Schutt und die schwache Pflanze, die treibt

aus Dir, Filastin … falls Dir noch was bleibt.

 

© Gabriele Al Dahouk

Glaubt nicht ein einziges Wort!
Oder „ Wer einmal lügt, .....!“*
Uri Avnery,  9.10.2004

 Als Ariel Sharon seinen Plan für einen „einseitigen“ Abzug  aus dem Gazastreifen verkündigte, berichteten die Medien, die  Peace Now-Bewegung bereite sich auf eine große öffentliche Kampagne vor, die den Plan unterstütze. Das Büro des Ministerpräsidenten bat sie darum, davon Abstand zu nehmen, da es fürchtete, solch eine Kampagne  würde bei der extremen Rechten Widerstand hervorrufen.

Peace Now war nicht die einzige „linke“ Gruppe, die von dem Plan eingenommen war.

Die Führer der Laborpartei erklärten, dies sei  tatsächlich ihr eigener Plan  und  es deshalb ihre Pflicht sei, sich der Regierung anzuschließen und Sharon zu helfen, diesen Plan zu erfüllen.

Ich war einer der wenigen, die sofort ihre Stimme gegen den Plan erhoben. ( www.gush-shalom.org/ archives/article282.html)   Ich argumentierte, dies sei in Wirklichkeit ein Plan des rechten Flügels, damit der größte Teil der Westbank  annektiert werden könne, um den Friedensprozess zu begraben und die Öffentlichkeit in Israel und im Ausland zu täuschen.

Ich war mir sicher, weil ich Sharon kenne. Ich beobachtete den Mann seit 50 Jahren und habe drei biographische Aufsätze über ihn geschrieben. Ich weiß, was er denkt, und ich weiß, wie er handelt. ....... mehr >>>

 

Das Ariel Ashamnu
– ein (fiktives) israelisches Beichtgebet (der Bewohner von Ariel) - an Yom Kippur 5765  ( 2004)

 

Von zwei jüdischen Frauen, die in einem palästinensischen Dorf bei Ariel wohnen

 ( Im Englischen nach dem Alphabet von appropriated bis Zionismus)

 

Wir haben Land enteignet (a)

Wir haben Olivenbäume verbrannt (b)

Wir haben Apartheidmauern gebaut (c)

Wir haben unsern Müll im Dorf Marda abgelagert

Wir haben die Geschichte Palästinas ausradiert

Wir haben die Lehre der Torah verfälscht

Wir haben die arabischen Völker alle über einen Kamm geschert.

Wir haben die Menschen wegen ihrer Rasse gehasst.

Wir haben das Leiden unserer Nachbarn ignoriert

Wir haben palästinensische Gebiete judaisiert.

Wir haben Kinder getötet.

Wir haben unsere Geschichte falsch dargestellt.

Wir haben die öffentliche Meinung manipuliert

Wir  trugen zu wenig Verantwortung, um für Gerechtigkeit zu arbeiten.

Wir blockierten das Rückkehrrecht der Flüchtlinge

Wir führten Kollektivstrafen aus.

Wir haben unauffällig Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben.

Wir haben die Bewegungsfreiheit der Palästinenser eingeschränkt

Wir haben uns von unsern Nachbarn abgeriegelt

Wir haben Friedensinitiativen hintertrieben

Wir haben ungerechterweise Leute des Antisemitismus angeklagt.

Wir haben vandaliert

Wir haben unsere Kinder falsch erzogen

Wir haben von Straßenschildern das Arabische gelöscht.

Wir haben rassistische Beinamen hinausgeschrieen

Wir haben den Zionismus unterstützt.

 

Wir haben Dinge geduldet, von denen wir wussten, dass sie falsch sind. (A)

Wir weigerten uns, Kompromisse zu schließen  (R)

Wir initiierten falsche Überzeugungen (I)

Wir ließen Hauszerstörungen zu (E)

Wir haben unser Menschlichkeit verloren (L)

 

 

Für all diese Sünden, die wir gegen Gott und unsere palästinensischen Nachbarn begangen haben, bitten wir um Verzeihung und Gewährung von Buße!
 

 

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs – In Klammern Gesetztes von der Übersetzerin  eingefügt)

 

..... Ein Soldat mit einer blauen Sonnenbrille stand uns die ganze zeit gegenüber und schien sich prächtig zu amüsieren- er grinste die ganze Zeit. Sein Grinsen wurde vor allem dann noch breiter, als zwei seiner "Mannschaft" auf einmal Monsoor, den einzigen Palästinenser aus unserer Gruppe herauszogen und auf ihn einzuschlagen begannen. Es brach ein unglaubliches Chaos aus. Die Australierin und ich stürzten uns auf Monsoor um seine Festnahme und seine Misshandlung - anders kann man es nicht nennen - zu verhindern.

Es war schrecklich, wir alle wurden geschlagen, getreten, mit Knüppeln verprügelt, an den Haaren gezogen, auf den Boden geschmissen.........   mehr >>>


Heute am Donnerstag, den 23. September sollten mithilfe eines gewaltlosen Protestes die Bauarbeiten für die illegale Apartheitmauer gestoppt werden. Um ungefähr 10.30 morgens begaben sich ungefähr 1200 Bewohner des Dorfes Beit Awwa- unter ihnen waren mindestens 500 Schulmädchen der Schule vor Ort- in Richtung Baustelle der Mauer. Begleitet wurden sie von ungefähr 15 Internationalen und israelischen Friedensaktivisten. Die illegale Mauer wird sie über 100 Dunum ihres Landes  berauben.

Kurz nachdem die Demonstration den Dorfrand passiert hatte, begannen die Armee und die Border Police große Mengen an Tränengas direkt in die Menschenmenge zu schießen. Dies geschah, obwohl die Demonstranten- allen voraus die Schulmädchen- noch kilometerweit von der Baustelle enfernt waren.

Als sich die Demonstranten  den Hügel hinauf bewegten- wo sich die Soldaten und in einiger Entfernung die Baustelle befanden- wurden sie von Rubber Bullets (Metallgeschosse, mit Gummimantel) beschossen. Die Soldaten zielten dabei nicht nur auf steineschmeissende Jugendliche ab, ihre Opfer waren hauptsächlich die Schulmädchen. Auch ältere Menschen, Frauen, Internationale und israelische Friedensaktivisten   wurden nicht verschont. Unabhängig davon, ob Steine von Jugendlichen auf die Soldaten geschmissen wurden oder nicht, schossen diese eine unglaubliche Menge an Rubberbullets, Sound Bombs und Tränengas in die Menge. Überall brachen die Mädchen in ihren Schuluniformen unter den Tränengasattacken zusammen. Einige wurden von den Tränengasgeschossen, die mit hoher Geschwindigkeit ..... mehr >>>

Es geht mir weniger darum, Euch ein Bild von meiner Tätigkeit hier zu machen, als vielmehr darum , dass Ihr einen Eindruck davon bekommt, wie hier mit Menschen umgegangen wird, zu was für Grausamkeiten das Militär in der Lage ist und wie schnell es gehen kann, dass Menschen nun für lange Zeit traumatisiert sein werden. Zu verdanken haben sie dies meiner Meinung nach nicht ihren eigen Leuten, die auf ihre Art und Weise versuchen, für die Befreiung Palästinas von der Okkupation zu kämpfen, sondern den Methoden, die die Soldaten der israelischen Armee an Unbeteiligten anwenden......... Um 4.45 drangen Soldaten in sein Haus ein, verschafften sich gewalttätig Zugang zu den Kinderzimmern, in dem zu dem Zeitpunkt die Kinder schliefen. Die Frau bat, sie vorher herausholen zu dürfen, dies wurde ihr verweigert. Die ganze Familie wurde dann in die Küche gesperrt, während die Scharfschützen Stellung bezogen. Nach nur 5 Minuten begannen extrem schwere Gefechte, ausgehend von ihrem und den umliegenden Häusern, die nur in den ersten paar Minuten noch von den Palästinensern beantwortet wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Scharfschützen wie gesagt auch in drei umliegenden Häusern und der Kirche Stellung bezogen. Nach ca. 25 Minuten Minuten flauten die Gefechte etwas ab, es wird allgemein angenommen, dass die 5 zu diesem Zeitpunkt bereits tot waren. Während der Schusswechsel, tauschten die Soldaten vor den Augen der Kinder  ... mehr >>>

  Leserbriefe zu einem Interview mit Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) in Israel

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister!

 Was wir über Ihren Besuch in Israel in unseren Medien lasen und hörten, hat uns nur fassungslos und wütend gemacht. Ich gehöre  - als aktives Mitglied  von Gush Shalom, der israelischen Friedensgruppe an und zu denen, die nicht nur die Mauer und den Zaun in Palästina aus eigener Anschauung an verschiednen Stellen entsetzt  wahr nahmen, sondern auch gegen sie demonstrieren, wo immer es angebracht ist. Die 8m hohe Mauer, eine Schandmauer, zuweilen ein raffiniert ausstaffierter „Zaun“ , ein monströses Bauwerk auf einem 20-100m breiten zerstörten  Landstreifen wurde nicht nur aus Sicherheitsgründen gebaut – sonst wäre sie/ er auf der sog. Grünen Linie (Grenze vor dem 4.6.67) errichtet worden - wie die Berliner Mauer auf der Grenze errichtet wurde. Sie wurde nur an wenigen Stellen auf der Grenze, meist aber einige bis viele km östlich davon gebaut, um sich möglichst viel Land und Quellen anzueignen, um die Menschen östlich der Mauer – von allem beraubt - derart in Bedrängnis und Nöte zu bringen, dass sie „freiwillig“ das Land verlassen = Transfer = Vertreibung = ethnische Säuberung. Städte wie Qalqilia, Bethlehem und viele Dörfer sind wie der Gazastreifen buchstäblich zu Gefängnissen geworden.

Gegen diese Mauer zu sein ist nicht unrealistisch (wie Sie sagten) – im Gegenteil: jeder vernünftige und politisch denkende Mensch muss gegen diese Mauer sein, muss gegen die Besatzung, gegen die Checkpoints, gegen das Demütigen, das Verletzen,  gegen die Massenverhaftung, das Foltern, gegen das gezielte Töten, gegen die Zerstörung der Häuser ( siehe Mail von ICAHD), gegen die systematische Zerstörung .......  mehr >>>

Samstag, 25. September 2004
Aktionstag gegen Krieg und Besatzung
Stoppt die Mauer in Palästina
Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel

Demonstrationen und Kundgebungen in: Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Magdeburg, Stuttgart, Wien
Infos auf www.freepalestine.de

  Dieser Aufruf wird von über 60 Organisationen und Gruppen unterstützt (weitere Unterstützer sind weiterhin willkommen). Der Aktionstag und auch die Gründung des Koordinationskreises waren am 6. Juni 2004 im Anschluss an die Konferenz "Stop the Wall in Palestine" in Köln beschlossen worden.

  • Berlin: 17 Uhr, Kundgebung und Kulturprogramm, Breitscheidplatz

  • Hamburg: 11-18 Uhr, Kundgebung, Sternschanze am S-Bahnhof (Informationsstände, Redebeiträge, Musik und Tanz)

  • Hannover: Kundgebung, genaue Daten in Kürze

  • Köln: 13 Uhr, Demonstration, am Dom (nahe Hauptbahnhof)

  • Köln: 10-12 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Felicia Langer (veranstaltet von IPPNW)

  • Magdeburg: 14 Uhr, Demonstration, Alter Markt

  • Stuttgart: Demonstration, 13 Uhr, Lautenschlagerstrasse (Hauptbahnhof)

  • Stuttgart: 18.9. Palästina Film Abend & 21.9. Theaterstück: The Betlehem Diaries (aus London)

  • Wien: 15 Uhr, Stephansplatz

 

"Gott will es!"

.......Eine religiöse Lehre, die im Namen Gottes zum Töten von Zivilisten aufruft, muss sehr ernst genommen werden. Solch ein  von Rabbinern der „Arrangierten Jeshivot“ unterzeichnetes Dekret ist zehnmal schlimmer.

Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass diese Jeshivot in Wirklichkeit militärische Einheiten sind. Sie stellen ein einzigartiges Phänomen der israelischen  Armee dar: ganze Einheiten, die sich auf eine politisch-ideologische Basis gründen, gehorchen ihren eigenen Führern.

Als David Ben-Gurion mitten im 48er-Krieg die israelische Armee (offiziell die Israelische Verteidigungsarmee - IDF –genannt) aufbaute, war er entschlossen, alle politischen Gruppierungen   zu eliminieren. Deshalb löste er die  Palmach auf, die legendäre Elitegruppe , die sich auf die Kibbuzim gründete und nach links tendierte.

Die jetzige Einrichtung  wurde offiziell geschaffen, um  Studenten jüdisch-religiöser Seminare  in die Lage zu versetzen, in der Armee zu dienen, ohne ihre Studien zu unterbrechen. In der Praxis sieht es aber so aus, dass sie eine Miliz von Rechtsradikalen - besonders Siedler – darstellen. Während sie in der Armee dienen, stehen sie nominell  unter der Befehlskette der Armee, praktisch sind sie  aber den Rabbinern unterstellt, deren Position an politische Kommissare der  Roten Armee erinnern. Falls es jemals einen Konflikt  .......  mehr >>>

 

 Solange die Sharon-Regierung mit der aktiven Unterstützung von Präsident Bush  die Siedlungen weiter vergrößert, die Mauer  weiter baut und all die anderen Aktionen der Annexionen weiter verfolgt, gibt es nichts, was die palästinensische öffentliche Meinung dahin bringt, der Gewalt den Rücken zu kehren. Und nur ein entscheidender Wechsel in der palästinensischen öffentlichen Meinung kann die Selbstmordattentate  zu einem Ende bringen.. Keine Mauer wird Leute, die zu sterben bereit sind, daran hindern, einen Angriff auszuführen.. Und die Palästinenser haben schon bewiesen, dass es jede Menge solcher Leute unter ihnen gibt .

 Ehud Barak, eine sehr gewalttätige Person, hat einmal gesagt, dass er, wenn er ein junger Palästinenser wäre, sich einer Terrororganisation angeschlossen hätte. Offensichtlich glaubt er nicht daran, dass Gewaltlosigkeit gegenüber der israelischen Armee Erfolg hat. Und er sollte es wissen.

 Ich war von der Lehre Mahatma Gandhis beeindruckt . Er war der größte Befreier des 20. Jahrhunderts. Er erreichte Freiheit für den ganzen indischen Subkontinent, einschließlich des heutigen Pakistan und Bangladesh. (Aber Gandhi sagte auch, dass Hitler nur mit gewaltfreien Mitteln bekämpft werden könne – und selbst seine größten Bewunderer hatten Mühe, dies zu akzeptieren)

In meiner Jugend schloss ich mich zwei sehr gewalttätigen Organisationen an (der Irgun und der israelischen Armee), aber nachdem ich zum Ende des 48er Krieges verwundet wurde, gab es einige Monate, in denen der pure Gedanke an Kampf mir körperliche Übelkeit verursachte. Ich verabscheue Gewalt in jeder Form  - aber wie kann sie gestoppt werden?

  Es gibt Leute unter uns, die für einen Kompromissfrieden bereit wären, die aber dahin gebracht wurden ... mehr >>>

 

Zerstörte Häuser in den besetzten Gebieten 2000-2004

Amos Gvirtz, ICAHD ( Israeli Center against  House Demolitions), August 2004

 

Liebe Freunde,

 allein während der letzten Intifada hat Israel mehr als 4500 palästinensische Häuser in den besetzten Gebieten demoliert. Die meisten dieser Häuser wurden nicht während Kriegshandlungen zerstört, sondern als Teil von Israels Politik, die Kontrolle über diese Gebiete weiterhin zu beanspruchen.

Rafah im Gazastreifen erhielt in dieser Beziehung besondere Beachtung dank Israels einseitiger Entscheidung, ihn von der Grenze mit Ägypten völlig abzuschneiden. Aus diesem Grund hat Israel  in diesem winzigen, aber dicht bevölkerten Gebiet etwa 1500 Häuser zerstört  -- einem Gebiet, dessen Bewohner zu Flüchtlingen  und  immer wieder  von Israel obdachlos gemacht wurden. Dieses Mal wurden 15000 Menschen vertrieben und obdachlos. Israels Politik der Hauszerstörungen ist ein Kriegsakt gegen nicht kämpfende palästinensische Zivilisten, eine fundamentale Verletzung des internationalen Rechtes und der Kriegsmoral.

 

Für Sie alle, die Sie dies lesen, ist ein Nach-Hause-kommen eine Selbstverständlichkeit. Für die meisten Palästinenser ist dies nicht der Fall. Mehr als 40 000 Palästinenser haben in den vergangenen  vier Jahren ihr Zu-Hause verloren. Etwa 11 000 palästinensische Wohnungen  sind seit 1967 in den besetzten Gebieten  zerstört worden. Tausende von unschuldigen Familien leben unter ständiger Bedrohung, dass ihre Wohnung und ihr Leben zerstört wird.

 

Wir bitten Sie, uns in unserem Kampf gegen die fortgesetzte Politik der Hauszerstörungen zu helfen und die zu entschädigen, die schon ihre Wohnung verloren haben. Wir bitten Sie, die israelische Regierung, Ihr Außenministerium, Ihre Bundestagsabgeordneten anzuschreiben und diese darum zu bitten, diese illegale Politik stoppen  und die Opfer  entschädigen zu lassen.

 

Israel: Bis wohin? Und wie lange noch ?

 Über Arroganz, Straffreiheit und Zynismus
Michel Barak, Union der französischen Juden für den Frieden ( UJFP), 17.8.2004

 Die verblendete, sture israelische Politik macht ungestraft weiter: Zerstörung von Häusern, mit Panzern gegen Kinder, die mit  Steinen lächerlich „bewaffnet“ sind, das ist das tägliche Bild, das uns auf allen Fernsehschirmen gezeigt wird.

Diese Politik schändet die einfachsten Grundrechte und ignoriert die Resolutionen, die von internationalen Organisationen (UNO, Internationaler Gerichtshof) immer wieder festgelegt werden.

In diesem Gefängnis unter offenem Himmel, nämlich dem Gazastreifen, wo riesige Bulldozer des Militärs weiter zerstören; wo die politischen, palästinensischen  Gefangenen  einen Hungerstreik durchführen, um die Umsetzung der von der Genfer Konvention garantierten Rechte zu erreichen, und das Ende der Isolierung, der Demütigungen, der Schläge. Seitdem sind sie dem Sadismus  ihrer Wächter ausgesetzt.

Morgen werden sie vielleicht zu den Toten der Westbankstraßen  die Toten aus den barbarischen Gefängnissen Israels dazulegen. Man denkt  unweigerlich an das Zuchthaus von Hassan II., unserm Freund dem König von Marokko, an Tazmarmart und die anderen.

 Der große israelische Theologe/ Wissenschaftler Leibowitz wagte vom Judäo-Nazi-Staat zu reden. Wir, die wir  Krieg und Besatzung gekannt haben,  und  - da wir Juden waren – auch die Todesdrohung,  müssen noch einmal unseren Ekel und unsere Empörung  vor einem Staat wie Israel aussprechen, der nur Hass säen kann, und dem die zunehmende Barbarei nicht genügt und einen Betrug nach dem anderen begeht.

 Wir fordern das Ende des Massakers und das Ende der völligen Straffreiheit derjenigen, die damit verbunden sind.

 Wir fordern, dass das Gewissen der Juden, Christen und Atheisten aufwacht und sich erhebt, um  den „sanften“ (schleichenden) Völkermord, ein nachweisliches Verbrechen gegen die Menschheit, zu  beenden.

 Michel Barak, (Aus dem Französischen: Ellen Rohlfs)

 Gartenstadt und Gefängnisstadt : eine Lektion in Heuchelei

Die UNESCO hat kürzlich Tel Avivs „Weiße Stadt“- Gegend den Status des Weltkulturerbes zuerkannt. Diese Anerkennung hat finanzielle Hilfe zur Folge, lässt die lokale Tourismusbranche in die Höhe schnellen und bringt ein hohes Mediumprofil für die Stadt mit sich. Dieser Preis wurde Tel Aviv als 1.Gartenstadt zuerkannt, für ihre vielen Gebäude im Bauhausstil, die die UNESCO als ein hervorragendes architektonisches Beispiel der modernen Bewegung in einem neuen kulturellen Kontext betrachtet.  Die israelischen Behörden hatten während der letzten vier Jahre große Anstrengungen unternommen, um diesen begehrten Preis zu erlangen, der nicht nur ihren Versuch rechtfertigt, Tel Avivs archetektonische Bedeutung zu vermarkten, sondern auch die lange Geschichte der Stadt als erste exklusiv jüdische Stadt, die in Palästina gebaut wurde: der Stolz des zionistischen Projektes und das letzte Symbol des Europäismus inmitten der arabischen Welt.

 Ziemlich zur selben Zeit wurde der Welt eine andere zionistisch städtische Erfindung gezeigt: die Gefängnisstadt. Es ist eine Weiterentwicklung eines Themas von 1993 – das regionale Gefängnis, das ausgeführt wurde, als der Gazastreifen nach dem Osloer Friedensprozess mit einer Gefängnismauer abgesperrt wurde. Die Gefängnisstadt wird nun an verschiedenen  Orten geschaffen, auch in Vorstädten von Jerusalems und den Städten von Kalkilia und Tulkarem – und es sieht so aus, als kommen noch mehr dazu. Beide Städte, Kalkilia und Tulkarem sind von einer hohen Gefängnismauer umgeben, die so nah wie möglich an die Häuser des Stadtrandes gebaut wurden, dass nicht einmal mehr ein schmaler Streifen zwischen den Mauertürmen der Besatzer und den  Häusern der Besetzten blieb. Israelis, die auf der Straße 6  der neuen auf konfisziertem Land gebauten Umgehungsstraße fahren – sie verbindet den Norden Israels mit dem Süden – können noch immer diese Mauer sehen. Da man sehr eifrig darum bemüht ist, Erdwälle davor zu errichten und diese mit Bäumen zu bepflanzen, werden die beiden Gefängnisstädte   bald für vorbeifahrende Autofahrer nicht mehr zu sehen sein ........ mehr >>>

Trotz Gerichtsverfügungen foltert der Shin Bet weiter

 Yuval Yoaz, Haaretz, 19.8.04

 Der Shin-Bet (Geheim-) Dienst  wendet  bei seinen Verhören  von Verdächtigen weiter Gewalt an, obwohl  eine Verfügung des Obersten Gerichtshofes 1999 gewalttätige Verhöre verboten hat, mit Ausnahme von Fällen einer „tickenden Bombe“. Dies enthüllt ein Shin Bet Dokument, das Haaretz erhalten hat.

Das Dokument ist die erste offizielle Bestätigung durch den Shin Bet über zahllose mündliche Aussagen von Palästinensern, die von der dauernden Anwendung  von Methoden   berichten, die das Gericht als Folter  definiert. Man erfährt es aus der Geheimdienst-Akte über das Verhör des Hamasaktivisten Hussam Atef Badran; es wurde von „oz“ geschrieben, der der Shin-Bet-Verhörabteilung des Samaria Distriktes vorsteht.

Das Dokument beschreibt die Shin-Bet-Anwendung  gegenüber  Badran als einer  schmerzhaften Technik, die „Hatayat gav“ genannt wird (Zurückbiegen). Der Gefangene wird nach hinten gebogen und eine halbe Stunde in dieser Position festgehalten.

Das Dokument bestätigt, dass diese Technik angewandt wurde, weil man glaubte, dass Badran eine nötige Information hatte, um einen drohenden Terroranschlag zu verhindern. Das Dokument wurde ursprünglich von Badrans Anwalt  erworben und dann an das Öffentliche Komitee gegen Folter (PCATI) weitergereicht. Das Komitee forderte den Staatsanwalt Menachem Mazuz vor zwei Wochen auf, eine Ermittlung in dieser Angelegenheit anzustellen ; es hat aber noch keine Antwort erhalten.

PCATI  glaubt, dass die Anwendung von Gewalt bei Badrans Verhör kein Einzelfall ist,  da viele palästinensische Gefangene  schon Ähnliches behauptet haben.  dt. ellen rohlfs

 

„Laternen“ lassen Ramallah aufleuchten

 Noam Ben Ze’ev, Haaretz, 13.8.04

 Palästinensische Künstler hatten vor drei Jahren die Idee, ein umfangreiches, echtes professionelles Musical zu produzieren : so wurde „Fawanees“(„Laternen“) geboren.

 Ramallah, August 2004  - Wie sieht eine Kindheit ohne Musik aus? Wie sieht eine Welt  für Kinder aus, die in der Schule nicht lernen dürfen, wie man der Musik lauscht, ein Instrument lernt oder in einem Chor singt? Wenige werden später in der Lage sein, als Erwachsene sich selbst durch Musik auszudrücken. In solch einer Welt bleiben  Begriffe wie „Konzert“, „Oper“ und „Musical“ für Kinder, die nie vor einer Bühne gesessen und den Darstellern applaudiert haben, unbekannt. Und der Gedanke, selbst auf der Bühne zu erscheinen und vor einem Publikum zu handeln, zu singen und Musik zu machen und  Beifall zu erhalten, kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn. Die Möglichkeit, im Gymnasium in einem Musikzweig oder an einer Kunstakademie Musik zu studieren oder gar eine musikalische Karriere zu machen, gehört in den Bereich der Phantasie.

Das Fehlen musikalischer Hoffnungen scheint aber heute geradezu trivial zu klingen, wenn man an die sehr ernsten Probleme denkt, unter denen eine Million palästinensischer Kinder in der Westbank und im Gazastreifen leiden. Doch jeder, der den Wert musikalischer Erziehung kennt, weiß, welche Bedeutung  und welchen Reichtum sie schenken kann. Aus dieser Erkenntnis über den Wert  der Musik und ihre Bedeutung für  Kinder  und  allgemein für die Gesellschaft wurde vor zehn Jahren ein palästinensisches Konservatorium gegründet. Das Nationale Konservatorium hat seinen Sitz in Ost-Jerusalem und zwei Filialen, eine in Ramallah und eine andere in Bethlehem. Dort lernen 440 Schüler ein Musikinstrument spielen.

Vor drei Jahren entschied man sich, dass dies nicht genügt: die Kinder sollen auch  Darstellungskunst lernen. Bei einer Konferenz von vielen  palästinensischen Künstlern wurde die Idee für eine umfangreiche, echte, eindeutig professionelle  Musical-Produktion geboren,   mehr >>>

 

Nächtlicher Angriff in dem Dorf Marda,
bei dem Soldaten Bäume entwurzelten, "sound bombs" abfeuerten und Sirenen aufheulen ließen. Die so genannten Zivile Admistration (Israels über die besetzten Gebieten) gab auf Beschwerden die Information, dass ein oder mehrere Autos mit Steinen beworfen worden waren am Eingang zum Dorf. Dorothy schreibt dazu: "Keiner bemühte sich festzustellen, wer die Steine geworfen hatte (wenn überhaupt), ob es Leute aus dem Dorf gewesen waren. Wie auch immer, welches Recht gibt dass, mitten in der Nacht eine Kollektivstrafe durchzuführen - Bäume auszureißen, die nicht wieder eingepflanzt werden können und die Leute gehören die zweifellos nicht involviert waren! Was hieltet ihr davon, wenn jemand in ihre Wohnung käme und anfing, sie auseinander zu reißen wegen etwas, was die Nachbarn vielleicht getan hatten?...Vielleicht sollten die Palästinenser eine Mauer um Israel bauen? Wer schützt überhaupt Palästinenser??""

Brief aus Israel - 27.07.04
http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

UNICEF: Zur Situation palästinensischer Kinder

Kinder zahlen den höchsten Preis für die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Seit Beginn der so genannten Al-Aksa-Intifada im September 2000 wurden über 650 Kinder getötet. Mindestens 552 kamen aus dem Gazastreifen und der Westbank, 105 aus Israel, zwei Kinder aus dem Ausland. Tausende Minderjährige wurden bei Kämpfen und Anschlägen verletzt. Der Alltag von 1,6 Millionen Kindern und Jugendlichen in den palästinensischen Autonomiegebieten ist geprägt durch wachsende Armut, Hoffnungslosigkeit und Gewalt. In Israel leben Heranwachsende in ständiger Angst vor Anschlägen.

UNICEF unterstützt seit dem Oslo-Abkommen von 1993 den Aufbau einer sozialen Grundversorgung der Kinder in den palästinensischen Autonomiegebieten. Doch das faktische Ende des Friedensprozesses und die Zerstörung von Teilen der Infrastruktur zwingen UNICEF dazu, auch Nothilfeprogramme zur Versorgung mit Medikamenten und Impfstoffen durchzuführen. Ein Schwerpunkt der UNICEF-Arbeit sind heute psychosoziale Hilfen für palästinensische Kinder in Jugendgruppen. ....  mehr >>>

GLEICHER  ALS  ANDERE

.......Der zur Spruchweisheit gewordene Satz aus Orwells Roman "Farm der Tiere", wonach "alle Tiere gleich - einige aber gleicher" seien als die anderen, wird künftig wieder des Öfteren - und nicht nur von den Feinden Israels - zitiert werden, angesichts der strikten Weigerung der Regierung Scharon, das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag zu akzeptieren, wonach die israelischen Sperranlagen zum Westjordanland internationalem Recht widersprächen und deshalb abgebaut werden müssten.

 Das Schlimme daran ist, dass die rechtslastige Regierung in Jerusalem das Ganze noch toppt, indem sie dem Haager Gerichtshof rundweg das Recht zu einer Entscheidung abspricht. Damit liefert sie nicht nur Israels Todfeinden quasi frei Haus  neue Munition, sondern macht es auch seinen Freunden immer schwerer, Partei für den jüdischen Staat zu ergreifen. Das Gutachten wurde nämlich von der UN-Vollversammlung im vergangenen Dezember beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der obersten Rechtsinstanz der Vereinten Nationen, in Auftrag gegeben. Die Frage muss also schon erlaubt sein, wessen Schiedsspruch Israel denn geneigt ist, sich zu beugen? Oder erhebt es den Anspruch "gleicher zu sein als andere"?mehr >>>

 

...Die größte ideologische Waffe im zionistischen Arsenal ist der Vorwurf des Antisemitismus. STudenten und Lehrkräfte in Harvard begannen eine Kampagne, um die Universität zu bewegen, seine Aktien von Firmen die Waffen nach Israel liefern, zu verkaufen (nach dm Muster vergangener Kampagne um Divestment in Südafrika), und der Präsident von Harvard verurteilt die Organisatore der Kampagne als "antisemitisch in ihrer Wirkung, wenn nicht in ihrer Absicht". Ein Komittee des Lehrkörpers am Massachusetts College of Art lädt den anerkannten Dichter Amiri Baraka zu einem Vortrag, und Mitglieder des Lehrkörpers verbreiten eine Petition, die den Präsidenten des Colleges aufrufen, Baraka als Antisemit zu denunzieren. Ihr Hauptbeweisstück ist ein Gedicht über die historische Unterdrückung der Schwarzen, in dem er Handlungen der israelischen Regierung erwähnt, vor dem World Trade Center Angriff. Wie der israelische Kommentator Ran HaCohen zeigt:

Wenn Palästinenser Soldaten der israelischen Besatzungsarmee in ihrem eigenen Dorf angreifen, ist es Antisemitismus. Wenn die Generalversammlung der UNO 133 zu 4 votiert, Israels Entscheidung zum Mord an dem gewählten Anführer der Palästinenser, bedeutet das, dass jedes Land der Welt außer der USA, Micronesien und die Marshall Inseln antisemitisch ist. Dies ist ironisch, sagt er, angesichts der gegenwärtigen Wirklichkeit:

Mit einer bedeutenden Außnahme (Israel, wo nichtorthodoxe Juden diskriminiert werden), genießen Juden volle Religionsfreiheit überall wo sie sich befinden. Sie haben die volle Staatsbürgerschaft wo auch immer sie wohnen, mit vollen politischen, zivilen und Menschenrechte wie jeder andere Bürger.

Heute kann ein orthodoxer Jude sich um das mächtigste Amt der Welt bewerben, der Präsidentschaft der USA. Ein Jude kann Bürgermeister von Amsterdam im "antisemitischen" Holland sein, ein Minister im "antisemtischen" Großbritannien, ein führender Intellektueller im "antisemitischen" Frankreich, Präsident des "antisemitischen" Schweiz, Chefredakteur einer großen Tageszeitung im "antisemitischen" Dänemark oder Industriekapitän im "antisemitischen" Russland. Das antisemitische Deutschland gibt Israel drei militärische Uboote, das antisemitische Frankreich hat Israel die Kerntechnologie für seine Massenvernichtungswaffen geliefert, ....  mehr >>>
 

 Gate Mean Time

Heute in Palästina ist es Gate Mean Time: das ganze Leben der BewohnerInnen von Orten an der Mauer richtet sich nach den Öffnungszeiten der Tore. Zwischen 7 und 8 Uhr wird das"eiserne Tor" in der Trennungsmauer, der Eingang zu fünf Dörfern südlich der Stadt Qalquilia geöffnet wird. Dutzende PalästinenserInnen, Bauern, STudenten, Männer und Frauen kommen zusammen und warten, dass die soldaten das Tor öffnen, um zu ihren Schulen und Arbeitsstellen zu laufen. Das Unglaubliche an dieser täglichen Tragödie ist dass die BwohnerInnen dieser Dörfer gwzungen sind, ihre Krankheiten, ARbiet, Familienbesuche und alle Lebensaspekte programmieren müssen um sich den 3 täglichen Öffnungszeiten morgens mittags und abends anzupassen. Er zitiert einige Beispiele der täglichen Erniedrigung der DorfbewohnerInnen, die ihm begegnen: "Wir werden lebendig begraben durch diese Tore, wir sterben langsam, weil keiner lange leben kann unter solch unerträglichen Bedingungen. Wer kann zu einer bestimmten Zeit krank werden, sterben oder gebären, traurig oder glücklich sein?" "Die Soldaten baten uns mehrmals, Katzen und Hunde zu imitieren, um uns zu erlauben durch das Tor zu gehen. Wenn wir Glück haben, bitten sie uns zu singen. Außerdem müssen wir immer unsere Körper zeigen und uns umdrehen. Die sind unsere Pässe." "An diesen Toren sind viele Kinder geboren worden, andere wurden getötet, die die heute leben stehen einer bitteren Folter gegenüber. In langen Schlangen stehen ist eine Gewohnheit für die DorfbewohnerInnen geworden." Eine alte Dame sagt, sie ist immer zu spät für ihren ARtztermin in Qalqilia. "Wir leben nach den Torzeiten... Wenn wir krank werden, müssen wir am Tor warten, bis eine Militärpatrouille vorbeikommt, und betteln, dass sie uns durchlassen. Das hängt immer von der Laune der Soldaten ab, die immer sagen "wir haben keine Schlüssel," und wenn sie Schlüssel haben, befragen sie uns erst eine Stunde lang, bevor sie uns durch lassen." Mit einem langen Säufzer sagt sie, "Wir sind eingesperrt wie die Hühner, Gott möge uns helfen, der Ungerechtigkeit der Juden zu begegnen." Sie zitiert den Koran, "Es gibt keine Macht außer der des Größten, Gott" und verlässt das Dorf damit sie nicht zu spät wird für die Gate Mean Time (GMT), sonst muss sie warten bis abends.  mehr  >>>>
 

Das Haus von Bassam Abu Aker

„Es war etwa halb zwei in der Nacht, am Freitag den 25. Juni 2004. Von  der Finsternis ihrer Herzen und der Nacht  eingehüllt, kamen sie: diese Soldaten einer modernen Zeit, um Häuser von  Aktivisten, die angeblich Terroristen oder zukünftige Terroristen gegen den Staat Israel sein sollen, zu zerstören.

Es ist in der Assaff-Straße in Bethlehem. Es ist das Makhloof-Gebäude. Die Wohnung gehört Bassam Abu-Aker und seiner Familie.  Politische Betätigung: bei der Jihad-Organisation, in der politischen Abteilung. Er war aktiv bei der Al-Ehsan-Gesellschaft, die eine Gemeindeklinik ist.

Bassam ist 40 Jahre alt, war mein Klassenkamerad, wurde im Flüchtlingslager Aida geboren und wuchs dort auf.

Viele Jahre Verwaltungshaft – man nennt es auch Preventiv-Gefangenschaft, ohne je wegen etwas verurteilt worden zu sein. Auf Grund der ständigen Schikanen durch die israelische Regierung zog er um nach Bethlehem, wo er ein Haus mietete, dann eine Wohnung kaufte.

Bassam kam vor kurzem wieder ins Gefängnis. Vor etwa einem Monat wurde er im Haus seiner Schwiegereltern verhaftet, nachdem es eine große Operation gab, in der Soldaten des Besatzungsstaates das Haus zum großen Teil demolierte, obwohl es keinerlei Widerstand gab.

Wie seine Familie berichtet, war Bassam seit seiner letzten Haft weder wegen irgendetwas angeklagt noch verurteilt  worden. Die israelischen Soldaten schlossen das Gebiet rundum ab..mehr >>>

 

Ausstellung in Tel Aviv  in der israelische Soldaten Menschenrechtsverletzungen in den Palästinensergebieten anprangern.

Vor etwa einem Monat haben ehemalige Nahal-Soldaten, die während ihrer Dienstzeit in Hebron waren, eine Ausstellung in Tel-Aviv eröffnet, mit Bildern, Videos und geschriebenen Zeugnissen über ihre Zeit in Hebron. Die Ausstellung hat viel Lärm geschlagen, und die Militäreinheit, die Soldaten juristisch untersucht, hat verschiedenes dort beschlagnahmt. Ich selber war nicht an der Ausstellung, ich dachte nicht, dass mich das besonders interessiert, ich denke sowieso, die Soldaten müssten gar nicht dort sein, verweigern. Aber wie ich im Internet diese Zeugnisse lese, da kann ich mich einfach nicht halten. Ohne irgendwie zu überprüfen, ob das jemand schon vor mir getan hat, (und das könnte durchaus sein), sag ich mir, das musst du übersetzen. Nun, der Umfang ist immens. Ich bringe hier nur kleinste Bruchstücke.

Jede Aussage ist von einem andern Soldaten.

Die Nahaleinheit (der ich auch mal angehörte, als ich noch in diesem Verbrecherverein war) war einmal eine Einheit, die mit der Kibbutzbewegung liiert war. Aber alles fällt ja auseinander in unserer Gesellschaft, und so weiß ich nicht, ob auch heute noch diese Soldaten sich von anderen unterscheiden. Demgegenüber sind die Grenzpolizisten (MAGAV) immer noch die brutalste und sadistischste Spezies in der israelischen Gesellschaft, zu einem nicht kleinen Teil Drusen. Hebron heißt in arabisch Al-Chalil, und das ist es auch für mich, aber ich habe hier “Hebron” stehengelassen, denn das ist es für die Soldaten.

Und noch etwas Letztes: mein Deutsch ist nicht mehr das Beste, aber das macht nichts, denn auch das hebräisch der Soldaten ist ziemlich – einfach.

Hier also die Zeugnisse:

Was ich nach einem halben jahr dort begriff, dass wir eigentlich die Palästinenser vor den Juden beschützen müssen.

..ich kam im gedanken, dass es gut sei, wenn ich dort sei...ja, man kann sagen, dass ich nichts geholfen habe. Ich konnte nicht verhindern, dass sich dinge ereigneten, die mir nicht richtig erscheinen, nicht militärisch und nicht... die tagtägliche hetze in der jüdischen siedlung.

 ..weil es dort kein gesetz gibt, die [siedler] können dort machen, was sie wollen, immer ist da das gefühl, der kommandant sage sich: „ach, ich habe tausend dinge zu tun, das ist nicht wichtig. Die brennen höchstens noch einen laden ab, hauen noch ein haus zusammen, erobern noch ein haus, keine tragödie.“

 ...ich hatte da einen freund, der hatte ein gewehr mit einem werfer, und jeder mit einem werfer, der bekam dvi, demonstrations-vertreibungs-instrumente. [und er] bekam viel gaswerfer, und er liebte es sehr, all da gas abzufeuern. Da hat hat er auch gasgranaten von andern [soldaten] geklaut und hat sie abgefeuert, jedes Mal, wenn er auf wache ging. Einfach so, er sah eine gruppe von leuten herumstehen und miteinander sprechen, da hat er gas gefeuert. Er liebte es, die leute herumrennen sehen, hustend, das hat ihn amüsiert.

diese leichtigkeit, mit der du einfach machst was du willst, ohne irgendein eine höhere instanz über dir, das ist in häuser reingehen, zum rumsuchen. Jeder kommandant entscheidet, dass er jetzt in ein haus reingeht, die familie rausschickt, das haus durchsucht.... ich glaube, was mir am meisten in hebron störte und mich ängstigte, das ist die macht, die keine grenzen hat, und was sie die leuten tun macht.  Einmal sagte man uns, „ wenn es ruhig ist, ist das nicht unbedingt gut, wenn nichts los ist, dann machen wir was.“

 …Frage: was habt ihr mit ausgangssperre-verletzer gemacht? – das war verschieden. Das heißt, das kommt auf die zeit an. Das schlimmste, also die schlimmste strafe, das glaube ich jedenfalls, und das machte am meisten angst, das heißt, wenn wir ihnen das gesagt haben, da haben sie gezittert vor angst, das war, sie zu den grenzpolizisten nehmen: „noch einmal, und ich nimm dich zu den grenzpolizisten.“ Da haben sie sofort.. also da haste sie den ganzen tag nicht mehr gesehen. Ich erinnere mich, ein oder zweimal haben wir das wirklich gemacht. Das war schlimmer als die normalen strafen, wie putzen, oder jemanden sechs stunden lang aufhalten, zum beispiel mit verbundenen augen. Wirklich, dinge wie die menschen in unwissenheit halten, was mit ihnen geschieht und so...

Wenn schüsse fielen, oder ein verdacht, dass geschossen wurde, dann sind wir auf befehl des kommandanten in einem panzerwagen oder zwei, einfach rauf auf abu-snene. Das ziel war eigentlich mehr abschreckung. Wir hatten keine möglichkeit, meines erachtens, dort jemand festnehmen. Was ich noch weiß von diesen fahrten nach abu-snene... abschreckungsfeuer auf autos, in die gassen, läden, ohne genaue ziele. Rein, viel lärm schlagen, und wieder raus. ...

...was mich gefühlsmässig am meisten hinnahm, von dieser ganzen zeit in hebron, das war, als wir erst ankamen.
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Brief aus Israel 12.6.04
Gemeinsamer palästinensischer und jüdischer Einspruch gegen die Mauer

Etwa 20 jüdische BewohnerInnen aus Jerusalem haben sich der Beschwerde der palästinensischen BewohnerInnen von Jabal Al-Mukaber angeschlossen gegen den Enteignungsbefehl der Armee.

Die Beschwerde sollte am Donnerstag im Amtsgericht in Tel Aviv gehört werden.

Zu den Juden gehören auch BewohnerInnen der deutschen Kolonie [es ist nicht klar, ob das eine historische Bezeichnung ist oder für die heutigen BewohnerInnen gilt] und Aktivisten der israelischen Friedensgruppe, Rabbiner für Menschenrechte.

Nach den Plänen des Verteidigungsministeriums soll das Dorf Jabel al- Mukaber in zwei Teile gespalten werden da Land aus der Mitte des Dorfes konfisziert wird und außerdem das südliche Viertel abgetrennt wird.

Die jüdischen NachbarInnen sagen in der Beschwerde, dass die geplante Route der Mauer die Bewohnerinnen von Jabel Mukaber umschließen und ersticken wird, Eltern von Kindern, Brüder von Verwandten trennen und den Zugang der EinwohnerInnen zu medizinischer Versorgung, Schulen, Arbeitstellen, Familienbesuche und irgendwelchen Kontakt zur Welt außerhalb ihrer beschränkten Nachbarschaft abschneiden wird.

Da der Zaun in ihrem Namen gebaut wird, um ihre Sicherheit zu erhalten, sagen die Beschwerdeführer, dass die Konstruktion der Barriere sie direkt betrifft.

http://de.groups.yahoo.com/group/Brief-aus-Israel/

 

 

Ha'arez berichtet, dass es seit Januar zu einer 15% Zunahme an Gewalt seitens der Siedler gegen PalästinenserInnen gekommen ist. Einige Einzelberichte über die Gewaltakte lassen einem Schauer über den Rücken laufen. Den PalästinenserInnen wird in diesem entsetzlichen Dauerkrieg Leib und Leben zerstört, den Israelis aber die Seele.

Voriges Wochende sind fünf Bewohner (männlich, nehme ich an) der Siedlung Havat Maon in das Dorf Amatin eingedrungen. Sie haben in die Luft geschossen, ein Lagergebäude vandalisiert und ein Schaf zu Tode gesteinigt.

Am selben Tag in der Nähe des "Außenposten" (kleine, noch nicht offiziell anerkannt Siedlung), haben fünf jüdische Mädchen eine Palästinenserin etwa Mitte dreißig, die zufällig vorbei ging, verprügelt. Die Frau wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht, hat sich aber geweigert, bei der Polizei eine Klage zu erheben.

Es gab einen gewaltsamen Zusammenstoss zwischen Siedlern von Yitzhar und Polizei, die gekommen waren um einer Klage nach zu gehen von einem Palästinenser wegen Diebstahl seiner Schafe. Die Polizei fand die Schafe und wollte sie zurückgeben, da wurde der Besitzer von fünf Siedlern attackiert. Sie flohen dann in ihre Siedlung, konnten aber später fest genommen werden.
Quelle: Briefe aus Israel, 10.6.04

 

 

Die Mauer bei Jerusalem

Eine Frau aus dem Dorf Nazlat 'Isa erzählte uns von dem Haus eines Bräutigams, das in der Nacht vor der Hochzeit zerstört wurde, um Platz für die Mauer zu machen. Das Paar muss jetzt in einem Raum im Haus der Mutter leben. Insgesamt wurden 4 Häuser und 200 Geschäfte zerstört. Das Dorf ist jetzt von der Mauer umgeben und der Zugang unterliegt den Soldaten. Wir besuchten die Sultanfamilie in Al Jarushiya, die früher 400 dunam Land besaßen (40ha). 300 Dunam sind jetzt abgeschnitten, 50 enteignet für die Mauer, Land auf dem früher Zitrusbäume wuchsen. Uns wurde erzählt wie der Ingenieur einen "Fehler" um 30 Dunam machte, und dass 1000 Olivenbäume irrtümlicherweise entwurzelt wurden, viele unter der Erde begraben, die für die Mauer ausgehoben wurde. Keine Kompensation wurde für den Verlust der Bäume geboten. Die Mauer ist jetzt etwa 100m von Haus. .... mehr >>>

 

 

Was sollen die Palästinenser tun, um sich der israelischen Besatzung zu widersetzen – ohne für ihr eigenes Elend verantwortlich gemacht zu werden? Selbstmordbomben rechtfertigen eine so gewaltsame israelische Reaktion; gegen Besatzungssoldaten kämpfen rechtfertigt eine so gewaltsame israelische Reaktion; friedlicher Protest, sich angstvoll mit der Familie im eigenen Haus zusammendrängen oder ein Stück Candy vom nahen Laden kaufen rechtfertigt eine so gewaltsame israelische Reaktion. Natürlich will man, dass wir uns nicht um die palästinensischen Opfer scheren. Wir sollen uns nicht fragen: Wer sind sie? Wer muss für ihren Tod bezahlen? Und nur Wenige von uns wollen herausfinden, was man für jene tun kann, die das Glück hatten, den Kugeln und den Bulldozern zu entgehen. Stattdessen geben wir uns enthusiastisch der Analayse möglicher Motive Ariel Scharons hin – als ob dieses sinnlose Morden irgendeine Logik haben könnte. mehr >>>

 

 

 

 

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