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Texte von Arn Strohmeyer

Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 





 

Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
 

Der Politologe Bernd Greiner analysiert in einem Buch die friedensfeindliche Politik der USA und der NATO/ Viele Parallelen zu Israel

Arn Strohmeyer - 23. 12. 2021

Die Neuauflage des Buches des Politologen Bernd Greiner Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben hätte zu keinem besseren Zeitpunkt erscheinen können. Es passt genau in die gegenwärtige politische Situation. Der Titel beschreibt, worum es geht: die Macht- und Militärpolitik der USA mit ihren verheerenden, oft verhängnisvollen Folgen für viele Staaten, ja ganze Kontinente. Auf Geheiß dieser einzig verbliebenen Supermacht ist die NATO bis an die westlichen Grenzen Russlands vorgerückt und will sich auch in der Ukraine militärisch festsetzen – alles im Namen der westlichen Werte natürlich.

US-Präsident Joe Biden wiederholt immer wieder, was das bedeutet: Der Westen befindet sich in einem Ausscheidungskampf zwischen Demokratie und Autokratie, also – so muss man das verstehen – zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse. Die Aussage des Präsidenten ist klar: Wer unsere Vorherrschaft als einzige Super- und Ordnungsmacht auf der Welt stört, dem werden wir zeigen, was es heißt, sich mit uns anzulegen.

Das ist ein Bekenntnis zu nichts anderem als zu einem neuen Kalten Krieg. Die „grüne“ Außenministerin der neuen deutschen Regierung, Annalena Baerbock, vertritt genau dieses Konzept, nennt es eine „Werte-orientierte“ Außenpolitik. Das klingt nicht ganz so aggressiv wie Kalter Krieg, meint in der Sache aber genau dasselbe. Man muss fragen: Sind die grünen außenpolitischen Strategen wirklich so naiv zu glauben, dass sie Russland und China mit ihrem westliches Wertekonzept beeindrucken können?

Die außenpolitische Erfahrung lehrt doch, dass eine solche aggressive Politik genau das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung auf der Gegenseite hervorruft: eine Stärkung der Fraktion der Hardliner und eine Verhärtung der Fronten. Was Russland betrifft: Schon Bismarck hatte erkannt, dass Deutsche und Russen sich vertragen müssen, soll in Europa Frieden herrschen. Zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert haben die Richtigkeit dieser goldene Regel bestätigt, aber bei den deutschen Grünen ist diese Erkenntnis offensichtlich noch nicht angekommen.

Bernd Greiner legt in seinem Buch die Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik dar und damit auch die Gefahren, die sich für Deutschland und Europa daraus ergeben:

„Erstens: Vorherrschaft ist unverzichtbar. Stabilität gibt es nur auf der Grundlage amerikanischen Übergewichts und unter der Voraussetzung, dass die USA mehr auf die Waage bringen als Störenfriede oder ernsthafte Konkurrenten; Sicherheit basiert auf militärischer Dominanz und wird in erster Linie mit militärischen Mitteln hergestellt.

Zweitens: Eine Ordnungsmacht muss ihren Willen zur Gewalt demonstrieren, andernfalls entgleitet ihr die Ordnung. Wirksame Außenpolitik kann nur betreiben, wer das Handwerk der Einschüchterung, Nötigung und Erpressung beherrscht und den Rest der Welt von seiner Bereitschaft zum Risiko überzeugt – das Wagnis eines Einsatzes von Nuklearwaffen eingeschlossen.

Drittens: Macht beruht auf Angst. Oder auf dem Wissen von Opponenten, im Fall eines militärischen Kräftemessens nicht mithalten zu können. Also bleibt der Frieden gewahrt, solange andere mehr Angst vor dem Krieg haben als man selbst. Und weil Amerika von der Unsicherheit derer zehrt, die seine Interessen nicht teilen, gehört die Inszenierung von Unberechenbarkeit zur hohen Kunst der Diplomatie.“

Greiner betont immer wieder, wie gefährlich eine Politik wie die amerikanische ist, die stur und so gut wie ausschließlich auf das Militärische fixiert ist. Also letzten Endes auf Misstrauen beruht und so das Gegenteil des Beabsichtigten oder Angestrebten bewirkt, nämlich anstatt absolute Sicherheit zu schaffen absolute Unsicherheit erzeugt. Der Autor benutzt für ein solches „Sicherheits“-Konzept das anschauliche Bild: dass prall gefüllte Pulverfässer am besten vor Explosionen schützen. Anders gesagt: Es ist eine Illusion zu glauben, dass man mit einer immer größeren Anhäufung von Kriegsgerät Frieden schaffen kann.

Amerikas politisches Weltbild stellt sich nicht dadurch freundlicher und versöhnlicher dar, dass es auf religiösen Fundamenten beruht. Ganz im Gegenteil. Die USA unterstreichen und legitimieren ihre Sonderstellung damit, die „größte“ Nation auf der Erde und aller Zeiten zu sein, weil Gottes Gnade es so eingerichtet hat. Sie leiten daraus ihre Sendung als „Erlösermission“ ab: dass Gott ihnen den Auftrag zur Verteidigung der Freiheit – also des Guten gegen das Böse – gegeben habe. Dieser Auserwähltheitsglauben führt zu der Hybris anzunehmen, dass ein Scheitern dieses göttlichen Auftrages eine Versündigung an Gott wäre und den ganzen Schöpfungsplan zum Einsturz bringen würde. Amerika leitet aus diesem Glauben seinen Anspruch ab, als globale Ordnungsmacht aufzutreten und auch militärisch dafür zu sorgen, dass sich „die Macht des Lichts gegen die Kräfte der Finsternis durchsetzen“ können.

Greiner beschreibt, welche Gefahren dieser engstirnige und ins Metaphysische aufgeblähte Nationalismus, der nur das Eigeninteresse kennt, für den Rest der Welt bedeutet: „Die USA dürfen sich bei der Durchsetzung ihrer Interessen alle Freiheiten nehmen und sind frei von der Verantwortung für die Folgen ihres Handelns aufzukommen. In diesem Sinne kann man Rücksichtslosigkeit oder die Gewinnmaximierung auf Kosten Dritter als Signatur amerikanischer Weltpolitik bezeichnen. Ein schonender Umgang ist jenen Partnern und Verbündeten vorbehalten, die als politische oder militärische Brückenköpfe nützlich sind. Der Rest hat das Nachsehen und muss die Konsequenzen tragen. Das Prinzip der Gegenseitigkeit und des Angewiesenseins auf Dritte kommt in diesem Weltbild nicht vor.“

In Parenthese sei gesagt (Greiner geht darauf nicht ein), dass das hier über die USA Gesagte fast vollständig auch für Israel zutrifft. Sicherheit beruht für diesen Staat ausschließlich auf seiner militärischen Stärke und damit auf der Erzeugung von Angst. Kompromisse – etwa mit den Palästinensern – werden nicht eingegangen. Ariel Sharon hat das direkt immer wieder betont: „Sie [unsere Gegner] müssen Angst vor uns haben.“ Das Weltbild der Zionisten, obwohl säkular, leitet sich auch aus dem religiös begründeten Auserwähltheitsglauben ab. Israel ist deswegen politisch und militärisch alles erlaubt und braucht auch keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

Der Autor geht ausführlich auf die Verheerungen ein, die die amerikanische Politik der Stärke seit 1945 auf dem Globus angerichtet hat. Es reicht, die Namen der Staaten zu nennen, die mit dem amerikanischen Dominanzanspruch ihre furchtbaren Erfahrungen machen mussten: der Iran, Guatemala, Vietnam, Indonesien, Kuba, Chile, Nicaragua und der Irak – die Liste lässt sich beliebig verlängern. Es ging dabei immer um die Durchsetzung der amerikanischen Dominanz und um wirtschaftliche Vorteile. Der amerikanische General J.H. Doolittle hat es einmal so formuliert, dass die bislang akzeptierten Normen menschlichen Verhaltens für Amerikas Vorgehen keine Rolle spielten. Man müsse eben lernen, die Feinde durch Methoden zu unterwandern, zu sabotieren und zu zerstören, die klüger raffinierter und effektiver seien als die gegen Amerika angewandten.

Greiner bringt ein Beispiel, wie der amerikanische Furor wüten kann, wenn er einmal entfesselt ist. US-Präsident Nixon geiferte 1971 und 1972 mit folgender Hassrede gegen Nordvietnam (Ausschnitte): „Wir werden Nordvietnam die Seele aus dem Leib bomben. (…) Was auch immer mit Südvietnam geschieht, wir werden Nordvietnam wegputzen. (…) Wir werden nicht mit einem Wimmern da rausgehen. Wir werden ihnen verdammt nochmal alles um die Ohren hauen. (…) Lasst dieses Land in Flammen aufgehen. (…) Einfach die verdammte Scheiße aus dem Land rausbomben. (…) Einfach drei Monate die Scheiße aus ihnen herausprügeln. (…) Macht Kleinholz aus ihnen. (…) Wir müssen alles treffen, was sich bewegt. (…) Man muss die Bastarde einfach – einfach pulverisieren. Ich will, dass Nordvietnam zu Klump bombardiert wird. (…)“

Greiner spricht es nicht ständig an, aber diese Schlussfolgerung ergibt sich aus seiner Darstellung der amerikanischen Politik ganz automatisch: Moral und Werte, Völkerrecht und Menschenrechte haben bei den US-Interventionen in anderen Staaten nie eine Rolle gespielt. Die Werte, die die Amerikaner predigen, sind rhetorische Leerformeln. Die Richtung, die Washington vorgibt, besteht vorrangig aus dem Bestreben, „dass der Rest der Welt sich die Idee eines neoliberalen, von staatlichen Vorgaben befreiten Welthandels zueigen macht und die Forderung nach sozialer Gleichberechtigung aus dem Katalog schützenswerter Menschenrechte streicht“, so der Autor.

Bedenkt man die Abhängigkeit der deutschen Politik von den Leitlinien aus Washington (man denke nur an das US-Diktat, Nord-Stream 2 aufzugeben), dann verwundert die Naivität oder Skrupellosigkeit (wie man will) der deutschen Grünen und besonders ihrer Außenministerin, sich mit den amerikanischen Wertevorgaben vollständig zu identifizieren und zu glauben, damit auf der internationalen Bühne irgendetwas erreichen zu können. Der Westen unter der Führung der USA tritt die von ihm verkündeten Werte – Völkerrecht und Menschenrechte – selbst permanent mit Füßen. Man denke nur an Israels Politik gegenüber den Palästinensern, die von Washington mitgetragen wird, oder an das Vorgehen gegen sogenannte „Schurkenstaaten“ wie Iran oder Syrien, die mit Sanktionen so stranguliert werden, dass der Zusammenbruch der Wirtschaft dort die Menschen zu einem Hungerdasein verurteilt. Wobei der Begriff „Schurken“ immer relativ ist. Der frühere US-Präsident Reagan hat sich über Tyrannen, die Amerika gegenüber wohlgesonnen sind, einmal so geäußert: „Natürlich sind das Gangster, aber es sind unsere Gangster.“

Greiner analysiert und deckt nicht nur auf, er stellt der amerikanischen Weltbeherrschungspolitik ein Friedensmodell gegenüber, das im Wesentlichen auf der Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr, aber auch von Olof Palme und Bruno Kreisky beruht. Ihr liegt die Einsicht zu Grunde, dass Sicherheit nicht allein auf militärischer Stärke beruhen darf. Sicherheit kann es nur geben, wenn das entscheidende Prinzip die gemeinsame Sicherheit ist. Soll heißen: Jede Seite muss vor allem auch das Sicherheitsbedürfnis der anderen Seite mitberücksichtigen und mittragen. Der Autor schreibt: „Sicherheit gibt es – so gesehen – nicht mehr voreinander, sondern nur noch miteinander, die Sicherheit des Gegners ist Teil der eigenen Sicherheit. Alle verlieren zusammen, wenn sie nicht gemeinsam gewinnen wollen.“

Die NATO unter Führung der USA tut genau das Gegenteil eines friedlichen Aufeinanderzugehens. Sie denkt gar nicht daran, auf das russische Sicherheitsbedürfnis einzugehen. Ganz im Gegenteil: Sie platzieren ihre Streikkräfte unmittelbar vor der russischen Grenze, was verständlicherweise von den Russen als Bedrohung aufgefasst wird. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn die Russen militärische Basen in Kanada und Mexiko an der Grenze zu den USA postieren würden! Greiner merkt an, dass die Doppelstrategie der NATO mit ihrer Konzeption eines Nebeneinanders von militärischer Abschreckung und politischer Entspannung widersprüchlich und absurd sei, weil man das eine nicht wollen könne, ohne das andere zu ruinieren. Rüstung beruhe immer auf Misstrauen und deshalb untergrabe sie das Fundament jeder Friedenspolitik.

Bernd Greiner hat ein sehr wichtiges Buch geschrieben. In einer Zeit chaotischer Begriffsverwirrung entlarvt er die Sprache und Ideologie der eigensüchtigen und gewalttätigen US-Macht und bring Klarheit in den politischen Diskurs. Krieg und Gewalt – aus was für Motiven auch immer – dürfen nicht mehr die ultima ratio sein. Werte wie Frieden, Sicherheit, Freiheit und Menschenrechte werden von ihm eindeutig definiert und in die Zusammenhänge einer human verstandenen Politik eingeordnet. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle mit Außenpolitik Befassten sein. Große Hoffnung auf eine friedliche Zukunft kann der Autor aber nicht machen. Denn es gilt immer noch, was der frühere US-Präsident Jimmy Carter einmal angemerkt hat: „Die USA sind die kriegerischste Nation in der Geschichte der Welt, weil wir andere Länder zwingen wollen, unsere amerikanischen Prinzipien zu übernehmen.“ Und nichts deutet auf eine Abkehr von einer so verstandenen Politik hin.

Bernd Greiner: Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben, C.H. Beck-Verlag München, ISBN 978 3 406 77744 8, 16,95 Euro

 

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